Montag, 6. Dezember 2010

Mit dem Nikolaus in den Tiefschnee.

Die Definition des Wortes Tiefschnee ist nicht eindeutig beschreibbar, dafür die heutige Wandertour. Schneewanderung Anfang Dezember. Unwetterwarnungen vom Wochenende trafen für den Nikolaustag nicht zu. Los ging’s an der Hubertus Kapelle in Arloff, entlang des Pilgerpfads. Die Errichtung des kleinen Gotteshauses fällt in die Zeit, in der zwei Pestepidemien die Region heimgesucht hatten. Nachdem sich die Bevölkerung von der ersten Pestwelle des Jahres 1348 erholt hatte, wurde das nahe Münstereifel im Jahr 1451 durch den Schwarzen Tod nahezu entvölkert. Kein Pflasterweg erwartete uns, gepolstert mit neuem Schnee der letzten Nacht.
Sprichwörtliche Freude

Nach dem Spruch, Schäflein zur Linken Freude dir winken, in der Tat, keine Wanderung durch den Matsch, Schnee, zwar nasse aber saubere Schuhe, das sollte doch ein Pluspunkt auf dem Konto werden. Oberhalb Iversheim verlassen wir den Pfad und gingen auf die Pirsch durch den Friedwald  Iversheim.

Der Tourleiter hatte da schon im Sinn das Kaffee Rodert in Bad Münstereifel nicht zu tangieren. Quer über den Friedhof und dann dem Weg Nr. 9 folgend in Richtung Eschweiler ging’s weiter. Schmale steile Pfade mit Schneezauber in vielen Variationen verschönern den Tag. 
Eschweiler Bach Talgrund
Friedwald am Weg Nr.12

Navi Doko Profil der Strecke
Die Navi - Doko zeigt zwar eine durchschnittliche Wandergeschwindigkeit von 10 km/h das wäre dann fast dreimal soviel wie die Geschwindigkeit der Schneeflocken beim Aufprall auf die Erde. Da ist aber sehr wahrscheinlich ein Berechnungsfehler, in Prozent gesehen vermutlich so groß wie die Abschätzung mittels Zeigefingers, als Normzustand, sind das auf der 25 000 er Karte 500 Meter. Ein Lieblingsspiel  der heutigen Tourleitung.
Schutzhütte am Schlangenberg
Die Schutzhütte am Schlangenberg wurde dann auch trotz der Berg und Tal Wanderung gegen Mittag erreicht. Nikolaus hatte für die Mitwanderer kleine persönliche Schnapstassen im Gepäck mit eigener Namens Gravur, und der bezaubernde Winterwald der Kiefern sorgte für Aufheiterung trotz einsetzender Kälte, die sich dort zumindest einstellte.
An der Brücke Eschweiler Bach

Es geht jetzt nur bergab, war nicht korrekt, weil der Routenleiter unbedingt die Römische Kalkbrennerei an der B51 besichtigen wollte. Die römische Kalkbrennerei in Iversheim ist der museale Ausbau einer ehemaligen antiken Kalkfabrik. Sie bestand aus sechs nebeneinander liegenden Kalköfen, die von römischen Legionären der Legio XXX Ulpia Victrix vermutlich in der Zeit von 150 n. Chr. bis 300 n. Chr. betrieben wurden. Die modernen Schutzhütten erlaubten keine Besichtigung zu dieser Jahreszeit. Steil ab, querfeldein waren da nicht gerade gute Vorraussetzungen für Bandscheibe oder Hexenschuss. 


Dafür konnte man in Arloff die gefühlte Temperatur im Hammerwerk wahrnehmen. Rohlinge in glühendem Format wurden dort bearbeitet. Keine Arbeit war dann für uns per Auto doch noch das vermeintliche Kaffee aufzusuchen. Schnee ohne Ende hatte uns den ganzen Tag begleitet, leider ohne Sonnenschein.

1 Kommentar:

Berlin hat gesagt…

na da hoffen wir, dass nach all dem Schnee auch alle Nikolausgeschenke gefunden wurden...