Freitag, 31. Oktober 2008

Wenn Männer aus Leidenschaft kochen, werden Frauen schwach.

Die in den Medien zurzeit laufenden Kochduelle mit Lafer, Lichter und Mälzer haben wohl ihr einiges Publikum, wir treffen den Puls der Zeit schon seit über 20 Jahren und lassen am Abschlussabend die kulinarischen Herzen der Frauen höher schlagen. Es ist wieder soweit. Christine unsere Chefin wird uns in den nächsten 6 Veranstaltungen tatkräftig mit ihrem Wissen unterstützen. Wenn dann mal alle da sind stehen ihr 12 Apostel zur Seite. Wir werden wieder raffinierte und dennoch schnell zuzubereitende Gerichte kochen und damit die Bewunderung nicht nur für zu Hause einheimsen.
Das Motto ist diesmal die arabische Küche. Hierzu gehört die arabische Halbinsel, der vordere Orient und Teile Nordafrikas. Hülsenfrüchte, Lammfleisch, Fladenbrot und Reis sind die Hauptbestandteile der orientalischen Küche. Für den ersten Abend gab es dann folgenden Menüplan:
Vorspeise: Baba Ghannuoj und Brotfladen
Hauptspeise: Marokkanische Fleischbällchen mit Couscous
Dessert: Sellou

Das leckere Gaffel Kölsch als Neutralisator zur Geschmacksabstimmung wurde nicht leer, da doch einige aus terminlichen Gründen nicht konnten. Da waren halt 15 Liter für gerade mal 4 tatkräftige Biertrinker einfach zu viel. Die Küchenmannschaften hatten sich dann doch nach einem Jahr Pause spontan wieder in den alten Teams gebildet.
Baba Ghannuoj fehlt auf keiner ägyptischen Tafel und wird als erstes serviert.
Zutaten:
Eine Aubergine, ¼ Tasse Zitronensaft, ¼ Tasse Tahina ( Sesampaste ), Salz, 2-3 Knoblauchzehen fein gehackt, 1 Esslöffel Olivenöl, ½ Bund gehackte Petersilie.
In die Aubergine mit der Gabel kleine Löcher pieksen und im Backofen eine halbe Stunde grillen, das Fleisch von der Schale entfernen, eine püreeartige Konsistenz mit dem Mörser herstellen und alle Zutaten untermischen. Hm lecker. Die nächsten Termine abklären und schon war der erste Abend leider zu Ende. Am 13. November geht’s weiter, und bis dahin kann man schon mal mit Couscous die Enkelkinder begeistern.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Gala-Abend, unter dem Motto TSC-Sportler begeistern Brühl.

Der Gala-Abend in diesem Jahr stand unter dem oben genannten Motto, und viele Clubmitglieder und Gruppen zeigten ihr Können. In einem Rahmenprogramm mit einem Turnier der Hauptgruppe A-Latein wurde um den Schlossstadt Pokal gekämpft. Das Brühler Paar Klinkhammer-Matuschowitz erreichte den zweiten Platz.

Der Düsseldorfer Boston Club stellte die Sieger. Tango Argentino als Formation ist seit 2004 im Verein etabliert und mit seinem Tanzkreis der ausschließlich aus Hobbytänzern besteht einen gelungenen Anfang. Nach einer Vorrunde der Turnierpaare hatten wir unser Fachwissen in Tipps umgesetzt, und wollten mal sehen wer da richtig lag. Die Band Feedback sorgte für schwungvolle Musik die zum mittanzen einlud. Da ist die Führungsarbeit der Männer gefordert, denn unsere gelernten Tanzfolgen sind da bei vollen Tanzparkett so nicht umsetzbar und Improvisation ist angesagt. Mit einigen Grundschritten entlang der Tanzfläche schweben im Uhrzeigersinn ist da angebracht. Magic meets Dance von Carsten Fenner war ebenso überzeugend wie eine Präsentation der neuen Latein Formation die nun schon auf Landesebene Erfolge einheimst. Ab Februar geht’s um den

Weiteraufstieg in die Regionalliga. Dass wir den Tisch neben den Ehrengästen hatten und ab Januar Carsten Fenner als neuen Trainer für unseren Montagskreis zu Verfügung steht, ist so gut wie sicher, schließlich sind einige von uns schon seid 20 Jahren jeden Montag mit Herz und Seele dabei. Klar dass wir bis weit nach Mitternacht das Tanzbein geschwungen hatten, die Uhr wurde ja um eine Stunde zurückgestellt. Ein wunderschöner Abend im gehobenen Ambiente hatte die Terminreiche Woche beendet.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Halb voll, oder halb leer.

Früh, sehr früh erreichen mich an diesem 21. Oktober so einige Anrufe. Herbert und Uwe melden sich aus Süd-Korea. Ottmar aus Weeg, ob er als alter Kollege mal den Weg nach Brühl findet??? Helmut, Marion und Sepp auf dem Sprung nach Südtirol, Kanada und die USA melden sich im Laufe des Tages, so wird es nicht leicht einige Vorbereitungen für den Abend zum Abschluss zu bringen. Ist da Stress angesagt???
Sollte der ein oder andere hier nicht erwähnt sein, so bitte ich um Nachsicht. Der Regentag konnte mich nicht beeinflussen, da die Woche doch so schön begann, und eventuell noch endet. Der Terminplan für die Woche kann sich sehen lassen.
Sonntag zum Tanztee, Montag wandern an der Ahr, Dienstag ein wenig feiern, Mittwoch aufräumen, Donnerstag alte TÜV Ler im Gaffelhaus Alter Markt treffen, Freitag, Tag der offenen Tür für die Brühler im Phantasialand, Freitagabend Doppelkopf bei Dieter, Samstag Galaabend im Tanzsportzentrum und last not least am Sonntag Herbstwanderung mit dem Freundeskreis. Da muss doch erst mal mit den Freunden ein kühles Blondes zu sich nehmen. Halb voll, oder halb leer, schön gefeiert, viel gelacht, und alles leer. Danke an alle für die Glückwünsche.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Das Gold der Ahr, an einem Herbsttag wie er im Buche steht.

Auf den Spuren des flüssigen Goldes, in dieser Woche wohl beim letzten Sonnentag, das hatte Herbert ausgesucht, super, immer der Sonne folgend, das war schon gut überlegt, an den Weinhängen bei Dernau und Mayschoß. Peter war auch wieder mit von der Partie, was hätte der zu Hause noch alles machen können. Bei so einem Wetter das Haus isolieren ist doch pervers. Wie anzumerken er zieht es vor bei uns zu sein. Beliebt bei Wanderern ist der Rotweinwanderweg, der sich durch die Hänge schlängelt, und auch am Wochenende eine Wanderschlange zur Folge hat. Selbst heute, wenn nur Rentner und Friseure frei haben sind doch viele unterwegs.
Die Spuren des kalten Kriegs sind hier ebenfalls präsent, wie die Spuren der Römer. Der Regierungsbunker ist heute Dokumentationsstätte. Ich selbst war mehrmals zur Abnahme von Kältemaschinen dort und kann mich noch gut an die Geheimniskrämerei erinnern.
Die Römer haben, und das ist schwarz auf weiß bezeugt schon 770 an der Ahr Wein angebaut. Das Christentum hat dann weinabgabepflichtige Güter geschaffen, z. B. in Dernau, damit die Obrigkeit sich etwas Gutes zu kommen lassen konnte. Wein Weiber und Gesang. Es gibt Orte die 1000 Jahre später noch für den Anbau berühmt sind. Die Roten Rebsorten wurden erst nach dem Dreißigjährigen Krieg angebaut. Der damalige Burgunder wurde wie die Weißen Trauben verarbeitet. Er war blassrosa, weshalb man ihn heute noch Ahrbleichert nennt. Die Ernte war in vollem Gange, wovon wir uns überzeugen konnten. Über eine Seilwinde am Traktor mit Schlitten wurde die kostbare Fracht die Berge hoch gespult. Ein Besuch in einer Straußenwirtschaft war leider nicht möglich, da alle im Wingert tätig waren. Unsere Mittagspause wurde durch eine Mail aus Fuerteventura unterbrochen, da war man wohl neidisch auf die angenehmen Temperaturen bei uns. Auf der Saffenburg wehte eine steife Brise und es wurde bedrohlich dunkel. Aber nicht lange und die wunderbare Herbstfärbung konnte wieder in Augenschein genommen werden. Bäume und Sträucher merken schnell, dass sie ein kalter Winter erwartet und bereiten sich darauf vor, Sie wollen einfach über die große Blattoberfläche nicht verdursten. Das brauchten wir auch nicht, auf der Rückfahrt nach Kalenborn trifft man noch auf einen Versicherungsagenten, nebst Gattin, an einer Kreuzung, der wandert ab 15 :00 Uhr, so hätte ich auch gerne gearbeitet, wir gönnen uns eine Kaffeepause mit Absprache nächste Woche ist Gerd für den Tag zuständig, was auch das Wetter betrifft.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Training, Vergnügen, viel Spaß, die Seele baumeln lassen, das ist Tanzen.

Nicht immer sind alle da, weil fast alle schon Rentner und immer auf Achse. Aber montags abends wird fleißig trainiert, und in den Sommermonaten ist manch einer ganz schön ins schwitzen gekommen.

Da lassen wir die Puppen tanzen, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Herren haben die neuen Schritte beim Slowfox schon vom Kopf bis in den Beinen, dann sind die Frauen dran. Schön wenn man beobachten kann was der Partner so alles unter Anleitung des Trainers richtig oder verkehrt macht. Aber Schadenfreude kommt da nicht auf, denn nachdem jeder sich einzeln präsentiert hat, geht’s paarweise weiter. Da stellt sich dann heraus wer auf gepasst hat der kommt ans Ziel. Die vielen schönen Melodien der 50 ziger und 60 ziger Jahre, aber auch viele Neuheiten sind im Rhythmus des Slowfoxes wiederzufinden. Ein Tanz der unter die Haut geht. Er verbindet Eleganz und Musik in einem. Technisch und musikalisch sehr anspruchsvoll. Er wird charakterisiert durch fließende raumgreifende weiche Bewegungen und verkörpert das englische Understatement. Die Fersendrehungen der Damen sind wohl der schwierigste Teil im Unterricht. Dann wird noch Haltung gepaukt und nach 1.5 Stunden in geselliger Runde gefachsimpelt, Urlaubserinnerungen ausgetauscht, oder die ein oder andere Flasche Sekt wegen eines Geburtstags geköpft. Immer ein schöner Ausklang für den Wochenbeginn.

Montag, 13. Oktober 2008

Auf nach BM, Bergheim oder Berlin-Mitte – Elternbesuch und Zocken.

Nach ihrem 8. Besuch in diesem Jahr bei ihren Eltern am Samstagmorgen bis zum Nachmittag hatte Melanie das Gästezimmer in Brühl in Anspruch genommen, um abends bei einer Zockerrunde den Tag ausklingen zu lassen.
Zuerst hatten wir die üblichen Lieblingsspiele gepokert. Nachdem dann der Biervorrat zu Ende ging, konnten wir Sie überreden mal Phase 10 zuspielen. In der dritten Runde hatte Sie dann bei einem Chianti die richtigen Karten und hat uns in die Schranken gewiesen.
Die Tabelle zeigt den letzten Spielstand.
Am Sonntagmittag hatten wir dann mit Karin und Herbert einen Brunch beim Manny Schäfer, Tisch geordert aus Berlin, zu uns genommen. Wir waren überrascht wie viele an diesem schönen Herbsttag das Angebot wahrnehmen. Ein Kaffee und noch einige Spiele und schon geht’s wieder zurück nach Berlin. Da hatte Michael das Wochenende als Strohwitwer Zeit und Muße in Berlin den Haushalt zu schmeißen oder sich auf einer Fete im Tippi Zelt am Kanzleramt zu vergnügen. Das wurde dann auch auf der Homepage dokumentiert.

Dienstag, 7. Oktober 2008

Von Vallicciola über die Hänge des Monte Limbara

Der Norden Sardiniens lag uns zu Füßen, aus 1040 Meter über N.N. bei 15 ° C Grad und Sonne pur wandern am letzten Tag in Sardinien. Der Monte Limbara ist das höchste Gebirgsmassiv im Norden Sardiniens.
Die beiden kahlen Granitgipfel Punta Balistreri und Punta sa Berritta sind weithin sichtbar. Die bizarren Felsen sehen aus wie von Künstlerhand modelliert. Bequeme Wanderwege durch waldreiche Hänge lassen einem die frische Bergluft einatmen. Kastanien, Stieleichen, Pinien, Kiefern und Tannen bewalden die Hänge. Ein breiter Wanderweg gibt den Blick frei nach Korsika und auf die Stadt Tempio Pausania. Da bietet es sich an ein letztes Mal der italienischen Kaffeetafel in der Altstadt die Referenz zu erweisen.
Vier müde Wanderer lassen den Flair einer typischen italienischen Stadt an sich vorbei gleiten, Männer beim Expresso, Madonnas und Mafiosos mit bildhübschen Segnorina, alte Autos, eine stehengebliebene Rathausuhr versetzen einen in die Zeit von Don Carmilo und Pepone. Unser Angelo hat wohl schon auf uns gewartet, nach der typischen sardischen Mahlzeit sitz er an unserem Tisch und möchte Phase 10 spielen. Ein Vino bianco, und Erdnüsse eröffnen die Spielrunde. Sein lächeln und grinsen verraten uns, heute gewinnt er. Dem ist auch so. Spontan kommt Vino rosso und Ziegenkäse auf den Tisch. Super pünktlich geht der Flieger ins regnerische Rheinland. Alle sind sich einig, war eine erlebnisreiche Wanderung.

Montag, 6. Oktober 2008

Gola zu Gorruppu

Auf zur größten Karstschlucht im Supramonte Gebirge. Heiß brennt die Äquatorsonne auf dem Wanderweg zur Schlucht. Es ist einfach grandios. Eine Durchquerung ist nur erfahrenen Alpinisten möglich. Über Stock und Stein an zwei Quellen laben hatten wir nach 2 Stunden das gewaltige Felsmassiv erreicht. Da waren wir nicht die Einzigen, die sich hier her durchgeschlagen hatten. Mit bis zu 500 Meter hohen Wänden ist hier die tiefste Schlucht Europas. Das Kalkgestein der Schlucht wurde vom Fluss Riu Fiumineddu geprägt. Die reiche Flora und Fauna konnte man buchstäblich riechen und sehen. Gewaltige Gesteinsbrocken und Geröll befinden sich im Fluss. Am Eingang tragen wir uns ins Gästebuch ein und rätseln über den Sinn und Zweck der Maßnahme. Ein Fehltritt könnte wohl zum Verhängnis werden. Das der Weg hin und zurück den gleichen Verlauf hatte, stellte sich als Vorteil heraus. Die Ansicht des Flusstales und der Verlauf der Sonne waren so beeindruckend, das wir die lange Strecke richtig genossen. Mit genügend Quellwasser konnten wir die anstrengende Tour bewältigen. Verschwitz bis auf die Knochen entfällt der obligatorische Besuch eines Cafes. Die Anmerkung wo trinken wir einen Kaffee wurde ignoriert, dafür schmeckte nach der wohltuenden Dusche das erste Bier der Marke Ichnusa umso besser. Wer nun dachte man steigt im Weinland auf Bier um, der ist auf dem Holzweg. Die abendliche Spielrunde Phase 10 hatte die Neugier von Angelo geweckt. Mit Händen und Füßen wurden die Spielregeln erläutert und ein neuer Mitspieler ist gewonnen. Der sollte dann am letzten Abend als erster das Ziel erreichen.

Sonntag, 5. Oktober 2008

Capo Testa, Blick auf Korsika

Bizarre Felsformationen aus Granit haben diesen Küstenstreifen geformt, und konnten sich nicht unserer Phantasie entziehen. Der nördlichste Teil der Insel hat nicht nur einen sehenswerten Leuchtturm sondern durch den Wind in den mediterranen Breiten typische Tafoniverwitterungen denen man Tiernamen zu ordnen kann. Die warmen Ockertöne lassen einen täuschen, und man meint es würden hier große Sandburgen stehen. Adler, Affen, Bären und Amphibien sind so zu erkennen.
Ein Blick auf Korsika weckt die Reiselust fürs nächste Jahr. Etwas im Dunst war die Insel zu erkennen, selbst Häuser in Bonifacio waren zu sehen. Im Felsurgestein rumklettern wie die Kinder, auf der Suche nach dem Wanderweg der in der Beschreibung am Leuchtturm beginnen sollte. das macht Spaß, weil wir wohl nicht die Einzigen sind auf der Suche nach dem richtigen Wanderweg. Mehrere Anlaufversuche scheiterten, bis da ein Weg gefunden wurde der alle 10 Meter mit im Boden versenkten Leuchten bestückt war. Der Valle della Luna
sollte das sein. Da hatten wir dann doch den Wanderweg erreicht, der an einer Bucht mit einigen Aussteigern besiedelt war. Na ja das sollte wohl jeder selber entscheiden, den der Weg zur Zivilisation ist weit. Ein Hippie mit Brennholz kommt uns entgegen und die Felsformationen sind teilweise bemalt.
Nach dieser beeindruckenden Tour machen wir einen Abstecher nach Palau um einmal zu sehen wie die armen, reichen leben. Der Bootshafen zeigt hier die Unterschiede deutlich. Schick modern gekleidet, und der alltags lock der Seeleute war hier zu sehen. Jetzt wurde schon zum Abendessen das Kartenspiel direkt mitgebracht, wer sollte heute gewinnen???

Samstag, 4. Oktober 2008

Bergfest, Monte Pino halbe Woche vorbei.

Leider, leider so schnell vergeht die Zeit, da haben wir heute doch schon Bergfest. Passend zu diesem Anlass galt es den Monte Pino
zu erklettern. Die Beschreibung im Wanderführer war ein wenig irreführend, aber den Einstieg hatten wir dann doch schnell gefunden. Die Aussichten sollten uns versöhnen, das Wetter hatte sich auf Sturm und ab und zu einige Tropfen Regen eingestellt. Waren da gestern noch 26 °C Grad, so hatten wir in 400 Meter Höhe gerade mal 10 ° C Grad. Hin und wieder kam die Sonne durch und schon war der Gipfel erreicht. Auf 740 Meter Höhe ist da dann doch so einiges zu erkennen. Die weite der Hochebenen, die dünne Besiedelung, das alles wird einem bewusst gemacht. Da außer in den Großstädten auf dem Lande gerade mal 70 Einwohner pro Quadratkilometer wohnen und die Insel in der Ausdehnung der Nord-Süd-Richtung 270 Kilometer hat, wirkt das ganze wie die Landschaft einer Modelleisenbahn. Die Großstadt Olbia liegt uns zu Füßen, nördlich ist die Costa Smeralda zu erkennen, und die Maddalena Inselgruppe die noch zu Sardinien gehört. Der Starkwind hatte dann die Wetterlage verbessert und die Sonne lugte hervor. Viele uns unbekannte Pflanzen wurden in Augenschein genommen und per Foto dokumentiert. Ganz besonders hat sich uns die Korkeiche dargestellt. Viele Fragen machten dann die Runde. Die Ernten erfolgen alle neun bis zwölf Jahre wenn eine Schichtstärke von bis zu 4 Zentimeter erreicht ist. Insgesamt kann eine Ernte fünf bis zehnmal erfolgen. Eine Eiche liefert über ihre Lebensspanne etwa 100 bis 200 Kilogramm Kork. Wenn man bedenkt, dass erst nach der dritten oder vierten Ernte ein qualitativ hochwertiger Kork geliefert wird sieht man sozusagen alt aus. Eine anvisierte Kaffeepause in den kleinen Ort San Antonio de Gallura wurde auf Grund der geschlossenen Lokalitäten nach Olbia verlegt. Für das Samstagabendbuffett, wurden noch Einkäufe getätigt, denn die Küche Angelo hatte Fiesta. Auf diese Art und Weise konnten wir reichlich Käse und Wein testen. Die Kartenspieler hatten dann die Stammplätze gewechselt mit dem Vertrauen auf einen Gewinn.

Freitag, 3. Oktober 2008

654 Stufen zur Hölle, Grotta de Nettuno

Von Ost nach West im Inselnorden geht die Fahrt nach Tramariglio. Heute ist der Fahrer gefordert. Herbert meistert die Strecke mit Bravour, quer über die Insel nach Nordwesten der 597 folgend nach Navi geht’s los. Die weiten Täler haben ihren besonderen Reiz. Einige Tunnel sind zu durchqueren und geben danach wieder einen neuen Blickwinkel frei. Übrigens Blickwinkel, auf Wunsch einer einzelnen Dame wird die Basilica Santissima in Trinita di Saccargia angesteuert, direkt neben der Schnellstrasse. Ein gewaltiger Stausee überquert und nach ca. 160 km sind wir am Ziel.
Die Grotta de Nettuno. Nach 654 Stufen in die Tiefe hat man den Eingang erreicht.
Schroff brechen die Felswände zum Meer ab. Eine ausführliche Führung in Italiano und Englisch lässt die gewaltigen Gewölbe in neuem Licht erscheinen. Knapp über dem Meeresspiegel kann diese Stelle auch mit dem Boot erreicht werden, aber nur bei leichtem Seegang. Diese Tropfsteinhöhle mit großem unterirdischem See von 250 Meter Länge lädt ein der Phantasie freien Lauf zu lassen. Die Kalksinterablagerungen sind in einem herrlichen Licht angestrahlt. Es durften Fotos geschossen werden und nach ca. 45 Minuten stand der Anstieg über besagte Stufen auf dem Programm. Da war der Muskelkater bei dem ein oder anderen vorprogrammiert. Eine alte Kultstätte der Nuraghen lag an der Wegstrecke und wurde besichtigt. Mehr als 7000 Tempel haben auf der Insel ihre Spuren hinterlassen. Die Ansiedlungen gehen auf das Jahr 2000 v. Chr. zurück. Wie die vielen schwere Steine so geordnet zusammen gesetzt wurden ist bis heute unklar. Die nächste größere Stadt in der Nähe dieser Location, ist
Alghero
und war dann ein weiter Anlaufpunkt. Das Wahrzeichen der Stadt ist die riesige Festungsmauer, die von der genuesischen Adelsfamilie Doria gebaut wurde. Bis 1353 blieb die Stadt in der Herrschaft dieser Familie. Über die alte Hafenmauer, die im Sommer als Flaniermeile dient, geht’s in kleinen Gassen mit vielen Schmuckläden, überwiegend Korallenschmuck, zurück zum Hafen. Die Fahrt war dann mit Ankunft Agriturismo auf 19:30 geschätzt. Die einbrechende Dunkelheit hatte der Fahrer hervorragend bewältigt. Eine Unfallstelle veranlasste uns zu der Spekulation, wie lange wird der Krankenwagen hier wohl benötigen. Die abendliche Phase 10 wurde eingeläutet.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Blaue Grotte, goldgelber Strand, steile Wege, türkisfarbenes Wasser, Cala di Luna.

Aufbruch nach dem Frühstück mit reichlich Kaffee Americano, und Sonnenschein im Herzen mit Ziel Cala Gonone. Über die gut ausgebauten Schnellstrassen erreichen wir Dorgali. Die Spielereien mit dem Navi machen den Weg frei über eine Paßstrasse der besonderen Art. Bei Gegenverkehr in den Abgrund schauen und hinter einem Bergeinschnitt eine vollkommen andere Landschaft sehen. Die Strada Via Su Passadorzu von Dorgali nach
Cala Gonone


war so beeindruckend, das für den Rückweg der kürzere Weg durch einen Tunnel nicht in Frage kam. Im Ort angekommen wird schon auf die Touris gewartet, wir lassen uns nicht abzocken, sondern dank der sachkundigen Exkursionsleiterin, Marlis, ein Ticket für die Fähre ordern und nach



Cala Luna


schippern. Nur Hinfahrt, denn zurück wird gewandert. Die Landansicht vom Wasser aus war beeindruckend, schroffe Felswände und Grotten wechseln sich ab mit kleinen Sandstränden. Sollten wir schon an der Grotte del bue Marino aussteigen??? Ein klares Nein, nächste Station, ein langer Schiffsweg, wie wird die Rückkehr??? Der Wanderweg beginnt direkt am Schiffsanleger und ist in der Beschreibung mit grün gekennzeichnet, oder mit einem der Montagswanderer bekanntem Zeichen, Eifelverein Dreieck.

Durch ein Gatter an einem Süßwasserreservoir und meterhohe Oleander Sträucher und Corbezzolo Büschen geht es steil an über Stock und Stein. Mal rauf mal runter und ab und zu den Blick auf das türkisfarbene Meer. Eine Pause einlegen mit Panoramablick und die besorgte Verpflegung redlich zu viert teilen. So kann Urlaub sein. Nach 3 .5 Stunden zurück nach Cala Gonone und zwei Kaffee Americano und Capuccino mit der Vorfreude auf die Rückfahrt über die Paßstrasse. Die gutbürgerliche Küche mit reichlich Wein und sardischen Spezialitäten wartet schon, eine Runde Phase 10 konnte ich dann für mich gewinnen. Aber hallo, mit reichlich Abstand zu den Mitspielern. Buenanotte.







Mittwoch, 1. Oktober 2008

Buongiorno, Buonasera, per favore, si,si, Grazie, Prego, schnell lernen für sieben Tage wandern in Sardinien.

Raus aus dem Grau im Rheinland, und wandern in Sardinien. Glaubt man der Mythologie, so entstand Sardinien durch eine Art Resteverwertung Gottes. Er soll einige Felsbrocken ins Meer geschmissen mit den Füßen festgetreten haben und so entstand die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Die ersten Sonnenstrahlen winken schon am Airport in Olbia, so die Wettervorhersage im Internet, noch einen Blick auf die Webcam. Zu viert sehr, sehr früh zum Flieger, beim Web Check Inn erfahren, dass er eine Stunde früher abhebt. Noch mal die Internetseite vom Airport Köln-Bonn aufrufen und vergewissern wann geht’s los. Der Gepäckservice am Vorabend ist da schon angenehm. Nachts um 02:30 wurde das Handy mit der Weckfunktion aktiviert. Regen, Regen schnell ab nach Köln-Bonn.
Überpünktlich ging der Flieger los und kam auch noch 10 Minuten früher in die aufgehende Sonne. Irgendwie war etwas falsch gelaufen, 2 Autos wollten wir doch gar nicht. Mit Englisch die Probleme geklärt, Navi an, und schon war man auf dem Weg zu Agriturismo Asara, Pferde, freundliche Leute, Angelo serviert uns ein zweites Frühstück, und ich wollte schon sagen Ich habe gar kein Auto, und schon wird die Insel erobert.

Golfo Aranci mit Blick auf die Costa Smeralda, Füße ins Wasser, Strandlauf und Aqua Frizzante, die Blicke aufs Meer schweifen, 26 ° C Grad, Sonne. Morgenstund hat Gold im Mund. Da die Halbpension gerade mal 0.25 Liter Vino de tavelo beinhaltet war also für Nachschub zu sorgen. Da laufen doch einige Leute mit Tragetaschen in Olbia durch die Stadt, mal sehen wo die herkommen, nicht so einfach. Ein Supermarkt hat nicht nur den Abend gerettet, sondern auch noch die feinen Kleinigkeiten für die anstehenden Wanderungen im Sortiment. Zurück in die sardische Unterkunft, alles kalt stellen, und den Abend beginnen. Da hatten doch zwei Pferde schon vor der Türe des Speisesaals ihre Äpfel hinterlegt. Mal sehen was die Küche bietet. Bodenständige sardische Küche, Pasta mit viel Tomaten, Gulasch zart und fein gewürzt mit Bratkartoffeln, handgemachte Quarkküchlein und zum Abschluss einen Expresso oder Mirto. Noch einen Wein aus dem Vorrat und die nötige Bettschwere stellt sich ein. Morgens im Regen und 2 Stunden später bestes Badewetter, was will man mehr.