Montag
der 30.04.12 strahlender Sonnenschein, Dieter hatte das Sagen und eine
hochinteressante Tour zu den Schürfstellen von Eisenerzen rund um Kall
vorgesehen. Startpunkt war der Parkplatz am Ortsausgang von Kall an der L204.
Schon
nach wenigen Schritten erreichten wir die bizarren Buntsandsteinfelsen und dann
auch gleich einen alten Steinbruch aus der Römerzeit.
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| Info |
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| Buntsandstein |
Die
getreppte Felswand zeigt auf mehr als 10m Breite senkrecht geführte
Schrotgräben. Die Flächen sind teilweise geglättet; vor allem die bogenförmig
angeordneten kammstrichartigen Schlegelspuren bezeugen römische Abbau- u.
Steinmetztechnik.
Vorbei
an der Kläranlage geht es hinauf in die Kindshardt, vorbei an glasklaren Bächlein
mit Sumpfdotterblumen und goldgelben Löwenzahnwiesen umrahmt von frischgrünen
Wiesen und eingefasst von weißblühendem Schlehdorn.
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| Löwenzahn so weit das Auge reicht |
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| Im Herbst gut für Likör |
Was
für ein schöner Anblick! (wer braucht da noch Mallorca od. Berlin?).
Der
Pingenwanderweg war hervorragend ausgeschildert und mit sehr vielen Infotafeln
ausgestattet, so dass der interessierte Wanderer von den ersten zaghaften
Anfängen, bis hin zum industriellen Abbau die gesamte Entwicklung der
Eisenerzgewinnung nachfühlen konnte.
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| Informationen am Pingenweg |
Nur
einmal kamen wir durch ein evtl. mutwillig versetztest Schild kurz vom Weg ab.
Dann
sahen wir die ersten Pingen, die verlassenen Erzgruben od. Schürfstellen in
denen Eisenerze, Bleierze od. andere Mineralien der Erde abgerungen wurden. Bis
zu 2000 solcher Pingen hat man hier gefunden.
Es
wird angenommen, dass bereits in der römischen Zeit, vielleicht auch schon 100
vor Christus, der manganreiche Brauneisenstein gewonnen wurde.
Besonders
eindrucksvoll ist aber die weitere Entwicklung des Erzabbaus, erste
Schürflöcher, dann Gruben von 8-10 m Tiefe mit Belüftungsschacht. Ja, es gab an
einer Stelle sogar einen Tageabbau.
Später
kamen dann Haak -Stollen hinzu. Bei Girzenberg erreichte der Beutestollen 1875
eine Länge von 1500m bis 88m unter Tage. Das Bergwerk förderte zwischen 1848
u.1885 insgesamt 151.405 t
Brauneisenstein
u. 66265 t Eisenmangancarbonat.
Goldbach
war erreicht und eine Bank am Waldesrand lädt ein zur Mittagsrast. Eine Dame
kam vorbei in Begleitung dreier Bayrischer Schweißhunde, die unseren Wolfgang
so faszinierten, dass er beinahe einen mitgenommen hätte. Aber was nicht ist
kann ja noch werden.
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| Schlappe 11 Kilometer und schon Pause |
Am
Ortsrand von Goldbach überquerten wir den Kallbach, dann ging's nochmal
hangaufwärts und weiter über einen schmalen Pfad bis ganz nach oben auf die
Loshardt. Von dort geht's steil hinunter über ein paar Treppenstufen nach Kall.
Durch
den Ort wieder auf die L204 vorbei am Eisernen Kreuz ist dann unser
Ausgangspunkt erreicht.
Kaffeetrinken
in Kommern und wirklich eine interessante von Dieter geologisch kommentierte
Montagswanderung ist zu Ende.
Mal
sehen wo uns der Pseudo- Berliner am nächsten Montag hinführt?
Lieber
Gerd,
anbei
der Bericht, Bilder wie immer nach Belieben einfügen!
Gruß
Norbert