Freitag, 4. Mai 2012

Leitung Dieter, Bericht Norbert.


Montag der 30.04.12 strahlender Sonnenschein, Dieter hatte das Sagen und eine hochinteressante Tour zu den Schürfstellen von Eisenerzen rund um Kall vorgesehen. Startpunkt war der Parkplatz am Ortsausgang von Kall an der L204.

Schon nach wenigen Schritten erreichten wir die bizarren Buntsandsteinfelsen und dann auch gleich einen alten Steinbruch aus der Römerzeit.
Info
Buntsandstein

Die getreppte Felswand zeigt auf mehr als 10m Breite senkrecht geführte Schrotgräben. Die Flächen sind teilweise geglättet; vor allem die bogenförmig angeordneten kammstrichartigen Schlegelspuren bezeugen römische Abbau- u. Steinmetztechnik.

Vorbei an der Kläranlage geht es hinauf in die Kindshardt, vorbei an glasklaren Bächlein mit Sumpfdotterblumen und goldgelben Löwenzahnwiesen umrahmt von frischgrünen Wiesen und eingefasst von weißblühendem Schlehdorn.


Löwenzahn so weit das Auge reicht
Im Herbst gut für Likör

Was für ein schöner Anblick! (wer braucht da noch Mallorca od. Berlin?).

Der Pingenwanderweg war hervorragend ausgeschildert und mit sehr vielen Infotafeln ausgestattet, so dass der interessierte Wanderer von den ersten zaghaften Anfängen, bis hin zum industriellen Abbau die gesamte Entwicklung der Eisenerzgewinnung nachfühlen konnte.

Informationen am Pingenweg

Nur einmal kamen wir durch ein evtl. mutwillig versetztest Schild kurz vom Weg ab.

Dann sahen wir die ersten Pingen, die verlassenen Erzgruben od. Schürfstellen in denen Eisenerze, Bleierze od. andere Mineralien der Erde abgerungen wurden. Bis zu 2000 solcher Pingen hat man hier gefunden.

Es wird angenommen, dass bereits in der römischen Zeit, vielleicht auch schon 100 vor Christus, der manganreiche Brauneisenstein gewonnen wurde.

Besonders eindrucksvoll ist aber die weitere Entwicklung des Erzabbaus, erste Schürflöcher, dann Gruben von 8-10 m Tiefe mit Belüftungsschacht. Ja, es gab an einer Stelle sogar einen Tageabbau.

Später kamen dann Haak -Stollen hinzu. Bei Girzenberg erreichte der Beutestollen 1875 eine Länge von 1500m bis 88m unter Tage. Das Bergwerk förderte zwischen 1848 u.1885 insgesamt 151.405 t

Brauneisenstein u. 66265 t Eisenmangancarbonat.

Goldbach war erreicht und eine Bank am Waldesrand lädt ein zur Mittagsrast. Eine Dame kam vorbei in Begleitung dreier Bayrischer Schweißhunde, die unseren Wolfgang so faszinierten, dass er beinahe einen mitgenommen hätte. Aber was nicht ist kann ja noch werden.
Schlappe 11 Kilometer und schon Pause


Am Ortsrand von Goldbach überquerten wir den Kallbach, dann ging's nochmal hangaufwärts und weiter über einen schmalen Pfad bis ganz nach oben auf die Loshardt. Von dort geht's steil hinunter über ein paar Treppenstufen nach Kall.

Durch den Ort wieder auf die L204 vorbei am Eisernen Kreuz ist dann unser Ausgangspunkt erreicht.

Kaffeetrinken in Kommern und wirklich eine interessante von Dieter geologisch kommentierte Montagswanderung ist zu Ende.

Mal sehen wo uns der Pseudo- Berliner am nächsten Montag hinführt?

Lieber Gerd,

anbei der Bericht, Bilder wie immer nach Belieben einfügen!

Gruß Norbert

1 Kommentar:

Berlin hat gesagt…

Wanderung vom Montag am Freitag eingefügt? Seltsam, seltsam....