Montag, 30. August 2010

Erntezeit.

Der drei Wochenertrag mit stattlichen Exemplaren von über 50 cm Länge.


Samstag, 28. August 2010

Berlin. Stadtbummel. Letzter Tag.

In direkter Nachbarschaft zur Zweitwohnung bietet ein Restaurant des Schauspieler und Gastronom Hartmut Guy, eine edle Küche und doch erschwinglich. Darüber könnte man zwar streiten, siehe Anzeigetafel, aber wenn man eingeladen ist nimmt man die Dinge gelassen hin.

Die Blumengießer wurden von den Gastgebern als Danke schön mit dem August Menü verzaubert. Eine Menge los an diesem Abend und doch eine Oase der Ruhe.
Die Spezialitäten des Küchenchefs Marcus Zimmer genießen war angesagt. Klein fein, Grüße aus der Küche und die Portionen lassen alles wie kleine Kunstwerke erscheinen. Hier nur die Namen der Speisen und Getränke, die Gesichter der zufriedenen Gäste brauchen keinerlei Kommentar.

August Menü :
Gebratene Jakobsmuschel mit fruchtigem Ratatouille, Mango und Hummerschaum. Felchen, Schmorrgurken, Meerrettich und Dill. Confierte Brust vom Wagyu Rind, Venere Risotto und Powerade.
Rosa Kalbsentrecôte mit Steinpilzen, Kartoffelroulade und P.X. Essig.
Himbeeren, Holunderblüten ~ Eis und Schokolade.
Weinbegleitung:
Equus Sauvignon Blanc Weingut Vina Haras de Pirque Chile, Maipo Valley2008
Silvaner Weingut Pfeffingen Deutschland, Pfalz2009
Polena Weingut Donnafugata Italien, Sizilien2007
Barbera d`Alba Weingut Fontanafredda Italien, Piemont2007
Chardonnay Eiswein Weingut Andreas Bender Deutschland, Pfalz2007
Das waren schöne Urlaubstage in 2010 und nochmals herzlichen Dank für das kulinarische Erlebnis an einem der imposantesten Orte Berlins,dem Gendarmenmarkt. Eine der ersten Adressen ist fast schon Tradition. 

Freitag, 27. August 2010

Berlin. Stadtbummel.

Volksfest, Straßenkarneval, Touristenbelustigung wie immer man auch das Spektakel im Nikolaiviertel nenne wollte. Die Historiale ist Europas größtes Geschichtsfestival.
Berliner Lesart.
Mit jährlich wechselndem Thema wird in der letzten Augustwoche des Jahres Geschichte live erlebbar gemacht. Zum Programm gehörten Stadtführungen, Vorträge, spektakuläre Aktionen und als Höhepunkt am Wochenende der historische Markt im Nikolaiviertel.

In den letzten Jahren war Napoleon in Berlin, und Wilhelm der Zweite wieder auferstanden. Waren die Zwanziger Jahre wirklich so golden? So die diesjährigen Themen.
Wo waren die Abgründe der Gesellschaft?
Wie viele U-Bahn-Linien gab es in Berlin?
Zogen sich die Frauen tatsächlich vier Mal am Tag um?
Warum gab es so viele Stromausfälle?
Woher kamen plötzlich die vielen Sportvereine? Wie hieß der erste Radiosender?War Brecht damals schon Kommunist?Und was hat es mit den vielen Schießereien in den Straßen auf sich?
Rund um Berlins ältestes Gotteshaus gruppierten sich ab 16 Uhr beim Historiale-Markt einige Stände, und Darsteller, Tänzer und Musiker auf der Bühne, wo wieder historische Persönlichkeiten wie Claire Waldorff, Albert Einstein, Ein Genie über Leidenschaft zur Wissenschaft, Vicki Baum, Thomas Mann, Henny Porten, Lilian Harvey oder Heinrich Zille interviewt wurden.

Der Rahmen stimmte, aber das sich ab und zu Fahrzeuge zwischen Publikum und Bühne bewegten, um entweder Leute zu einem Hotel zu bringen oder Anlieferungen für Kneipen durchführten war ätzend. Die Platzierung der Bühne ungünstig, man hätte gerne von einen Restaurant oder Kaffee aus die Vorführungen verfolgt. Nach stundelangem Stehen hat man irgendwann die Nase voll.

Donnerstag, 26. August 2010

Berlin. Stadtbummel.

Stadtbummel mit Regenschirm, unangenehm, welche Hand bliebe da frei für Schnappschüsse. Selbst der Berliner Heliumballon blieb am Boden. Wie alles in der Stadt, betitelt mit den Worten der Größte der Welt. Ein 15 Minuten dauernder Aufenthalt kostet ohne Ermäßigung 19 Euro.

In direkter Nähe kann man Trabisafari mitmachen und die alten Stinker auch als Cabrio durch die Stadt rasen lassen. Die Truppe ist schon von weitem zu hören und riechen.

Damit der Schirm sich für längere Zeit wertlos vorkommt geht’s in Shoppingcenter am Potsdamer Platz. Im Moment konnte man gleichzeitig eine Ausstellung der Alliierten in Berlin besuchen. Alte Filme von 48,49 geben Einblick in die Blockade der Stadt. Sie kamen als Sieger in die zerstörte Stadt, als Beschützer während des kalten Kriegs, und schließlich als Touristen.
Nach ausgiebigem Bummel unter und über der Erde, bestand dann auch die Möglichkeit fast trocken den Heimweg anzutreten. In der Lutherstadt Wittenberge, Hohenwutzen und Krüstrin war ebenfalls Regen gemeldet.

Mittwoch, 25. August 2010

Berlin. Stadtbummel.

Was gibt’s neues in der Hauptstadt??? Wie schon seit Jahren gewohnt, konnten wir ohne Karte in der Hand durch die Stadt bummeln. Wenn man dann auch noch einen Einkaufsbeutel trägt sollte es einen nicht wundern wenn man ab und zu nach dem Weg gefragt wurde. Neu ist eine riesige Baugrube am Roten Rathaus. Da wurden alte Fundamente sichtbar und mit Spachtel und Pinsel sind Archäologen bei der Arbeit. Die Arbeiten an der Rathausbrücke zwingen immer noch zu einem Umweg Richtung Dom, so dass man auch dort die Baugruben zum neuen Stadtschloss sieht und nummerierte Steine hinter Gitter gestapelt wurden.

Selbst Marx und Engels werden aller Voraussicht nach in zwei Wochen versetzt. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren.

Die Sockel sind bereits freigelegt und die neuen Standorte schon gegossen.
Am 8. und 9. September soll der Übergangsstandort an der Karl – Liebknecht - Straße bezogen werden. Sieben Jahre werden die beiden dann erstmal über die Spree Richtung Westen blicken. Das alles nur für den Verlängerungsbau der U 5 vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor. Ob wir diese Linie auch mal benutzen, schaun mal.

Der starke Wind wirbelt nicht nur den Sand durch die Luft, selbst die Strassen Wurstverkäufer hatten ihre Arbeit beim wenden der Thüringer die es heute für sage und schreibe einen Euro gab. Das Stammlokal am Abend hatte dann noch zwei Bruschetta und einen doppelten Grappa für Papa.

Dienstag, 24. August 2010

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Diesen Namen hatte man als Schulkind auf der Zunge, aber wo ist der Ort. Bei Zehdenick oder Nauen??? Die Postleitzahl 16... oder 14... müsste doch alles im Berliner Umkreis liegen.

Auf dem Bild beachte man den Maßstab.

Die erste Route führte uns in den Bereich Zehdenick, sehr klein, Kirche ja, aber keinerlei Hinweis auf den Birnbaum des Herrn Ribbeck. Ein Mann, eher wie Landstreicher aussehend wurde kurze Hand befragt, und der meinte da war gestern auch einer da. Na dann auf nach Nauen. Man braucht also bei der Reiseplanung mehr Unterlagen oder man benutzt nicht nur das Internet, sondern auch den angeschlossenen Drucker. Was soll’s. Die schönen Alleestrassen in Brandenburg genießen und hoffen den richtigen Ort zu erreichen. Riesige Windparks säumen die Strecke und vom Norden geht’s in den Westen Berlins. Schon einige Tage ging dem Berichterstatter ein Vers nicht aus dem Kopf.

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,Ein Birnbaum in seinem Garten stand,Und kam die goldene Herbsteszeit.Und die Birnen leuchteten weit und breit, Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl, Der von Ribbeck sich beide Taschen voll, Und kam in Pantinen ein Junge daher, So rief er:
»Junge, wiste 'ne Beer?« Und kam ein Mädel, so rief er:
»Lütt Dirn, Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn.«

Ein Kleinod an der B5, viele brausen wohl am Ortsrand dort vorbei. Bei einer Führung hörten wir dass die vierte Generation Birnbaum direkt an der Kirche gepflanzt ist.
In der Kirche ist die Außenrinde des Originals restauriert auf der Gruft der Ribbecks ausgestellt. Bei einem Sturm 1911 wurde der Baum entwurzelt und in 2000 eine
4te Generation neugepflanzt, angeblich am alten Standort direkt an der Kirchenmauer.
Die Schule und Erinnerungspfade sind direkt in unmittelbarer Nähe. Die Familie hat nach der Wende in langen Prozessen das Landgut wieder bekommen, weil sie durch den Widerstand bei den Nazis bereits alles verloren hatte. Das Schloss ist vor kurzen fertig gestellt worden und steht in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Ribbeckhauses.
Ein Spruch des Gedichtes von Fontane, leicht auf die heutige Zeit umgeändert, machte doch dann bedenklich.
Da kam nun in Jeans eine Göre daher. Und der Baum wie üblich: He wisste `ne Beer. Vergeblich. Es war nicht angekommen. Sie hatte den Walkmann nicht abgenommen. Und dann kam in Turnschuhen ein Knabe daher. Der sagte schon gleich: Behalt deine Beer! Ne knackige Currywurst wäre jetzt toll, mit Fritten und Ketchup. Das brächte es voll. Da fühlte der Baum sich antiquiert. Und war in der Tat schon degeneriert. Und sagte bei sich:
Ich lass es jetzt sein und stelle die Birnenlieferung ein.
Die Nähe der Stadt Nauen wurde für einen Bummel durch die Altstadt genutzt, war doch das Wetter trocken, bewölkt, ohne Regen. Hier sah man noch viele alte Häuser in erbärmlichem Zustand, wenn die nicht bald einen Besitzer oder Immobilienhändler finden ist die Abrissbirne zu benutzen.

Montag, 23. August 2010

Berlin. Jüdisches Museum.

Da ist doch noch ein Gebäude in der Nähe der Zweitwohnung, einen Steinwurf entfernt, vom amerikanischen Architekten Libeskind, einen zerrissenen Davidstern darstellt.
Das jüdische Museum. Einen zweiten Besuch immer mal wieder verschoben, jetzt in die Tat umgesetzt. Geschichte zwischen Juden und Nichtjuden über zwei Jahrtausende sind hier nach den modernsten Methoden repräsentativ dargestellt. An großen Bildschirmen per Maus sich informieren und schon sind die verwinkelten Zeitepochen in drei Etagen zu erkunden. Wollte man alle Exponate lesen, müsste die Öffnungszeit am nächsten Tag enden. Das Museum eröffnet in 2001 hatte schon 2007 über vier Millionen Besucher, trotz der Flughafen üblichen Kontrollen.

Vor drei Jahren hatte uns eine Sonderausstellung von Menashe Kadishman sehr beeindruckt, aber damals leider keine Kamera dabei.
In einem Raum sind über 10.000 Gesichter aus unterschiedlicher Größe und Dicke, vermutlich aus Blindflanschen, und Dickblechen, am Boden verteilt.

Die Installation wird als gefallenes Laub bezeichnet. Hiermit soll nicht nur an die im Holocaust ermordeten Juden erinnert werden, sondern allen Opfern von Krieg und Gewalt. Dem Besucher steht es dabei frei, darüber zu gehen. Wenn man sich dafür entscheidet, über die Gesichter zu laufen, so erzeugt dies metallische Klänge. Es ist nicht möglich, sich leise fortzubewegen.
Dies war jedoch die Absicht des Künstlers:
Dadurch, dass man darüber geht, gibt man den Menschen ihre Stimme zurück.

Es verschlägt einem aber auch die Stimme wenn man den Turm des Holocaust in der tiefsten Ecke betritt. Viele Jugendliche und ausländische Besucher wurden entweder per Guide oder in Audioguide durch das markante Gebäude gelost. Hat man Zeit und Muße, so kann man Montags bis 22:00 Uhr verweilen, und die medialen Informationen testen.

Sonntag, 22. August 2010

Berlin, offene Türen.

Die blaue Line fuhr halt nicht an die Lindenstrasse an, dafür waren wir schnell am Detlev – Rohwedder – Haus. Tag der offenen Tür von 19 Bundeseinrichtungen, zu bereisen mit zwei Buslinien in den 10 Minutentakten mit der Bezeichnung Blau und Orange. Einfach einsteigen, so konnte mancher eine Stadtrundfahrt machen. Das nach seinem Namen benannte Ministerium der Finanzen, konnte Rohwedder nicht mehr erleben. Erschossen. Dafür wurden wir von Schäuble begrüßt. Zuerst mit Musik. New York. New York. Swings der 50er und 60er wurden von den Zollis zum Besten gegeben, klar, da waren die Finanzen ja noch in Ordnung.

Nach einer ¾ h Führung und einem Eintrag in ein Fragenbuch hatte der Wolfgang doch noch Zeit unserer Anliegen sich anzuhören.
Hier die Frage:
Warum hat man nach 45 Arbeitsjahren noch Abzüge, wenn man in den Vorruhestand gehen will. ???

Nur der Protokollchef hatte unseren Namen nicht ganz verstanden.

Das riesige Gebäude hat eine geschichtliche Vergangenheit und selbst die Bombardierungen überstanden. Göring residierte hier und dementsprechend ist alter Prunk und Protz zwar nicht vorhanden, dafür kann man aber durch 6,8 Kilometer Flure laufen. Bis 89 war hier das Haus der Ministerien untergebracht. Nach der Wiedervereinigung die Treuhand.
Man hatte die Herausforderung angenommen und das Gebäude nicht abgerissen, wie von Gutachtern gefordert. Ein Beispiel ist an der Außenfassade dargestellt, ein monumentales Bild vom Aufbau der Republik von dem Künstler Max Lingner.

Mit der Linie Blau steuerten wir das Kanzleramt an, erst mal sehen wie lang sind die Besucherreihen. Taschendepot errichtet, Männlein Weiblein durchleuchten, ging relativ schnell, und schon wandelten wir im Bereich der Angie. Geschenke Sammlungen der Kanzler sind zu besichtigen und ein Hubschrauber den die Kanzlerin manchmal benutzt. Nach einem Rundgang machten wir im Kanzlerpark Pause.

Die sollte doch gleich hier erscheinen. Da wo Gedränge ist wird sie wohl sein, da kommt selbst die ARD nicht mehr durch. Ein junges Mädel sagt die hat noch nicht mal gelächelt. Aber als sie uns sieht wird der Blick etwas Ernster, hatte Schäuble sie schon informiert???
Schnell weg hier in die Linie Orange und Guido besuchen.
Der war leider beim Sommerinterview, und dann am Abend noch bei Anne Will, so schließen wir uns der Führung an, und konnten wieder mal in einem historischen Haus wandeln. Die erste Nutzung war für die Reichsbank, dann der Sitz des Zentralkomitees der SED , nach 90 Haus der Parlamentarier, und 99 wurde es als Auswärtiges Amt bezogen. Guidos Büro ist mit verspielter Kunst bestückt, und wachsame Augen passen auf, dass die kleinen Stücke nicht verschwinden. Zwei sitzende Figuren aus China haben einen ganzen Tisch für sich alleine. Wir verschwinden Richtung SO 36 langerTag, heißes Wetter, einige Taschen und Prospekte einsammeln, und dann konnte man doch auf Balkonien einen zur Brust nehmen. Morgen werden wir mal eine Auszeit nehmen.

Samstag, 21. August 2010

Potsdam.

Gönnen Sie sich die vier Stunden Zeit um das Eiland Potsdam einmal zu umrunden. Diese Zeit nahmen wir uns an diesen strahlend blauen Tag mit unerträglichen Temperaturen. Genießen Sie auf dieser Schiffsfahrt die Schönheit der Flusslandschaft mit ihren Havelseen und den malerisch gelegenen Dörfern der Mark Brandenburg. Auf welche berühmte Brücke fahren wir hier zu ???


Die Ortschaft Caputh, den Fischer- und Weinort Werder, den Sacrow – Paretzer - Kanal im Norden von Potsdam und nicht zuletzt die Bauwerke, Schlösser und Herrenhäuser der Hohenzollern am Ufer der Havel passiert das Schiff auf seiner Fahrt. Schloss Caputh, das Marmorpalais und Schloss Cecilienhof im Neuen Garten, der Park Glienicke mit dem von Schinkel errichteten Casino und das Babelsberger Schloss seien hier nur stellvertretend genannt.
Nach dem Passieren der berühmten Glienicker Brücke öffnet sich ein herrlicher Blick auf die Silhouette der Brandenburgischen Landeshauptstadt.
Die Sanssouci, mit insgesamt 72 Meter Länge und 9 Meter Breite ist das Schiff schon von außen eine imposante Erscheinung auf der Potsdamer Havel. Mit bis zu 334 Stühlen kann der klimatisierte Salon ausgestattet werden. Die Bogenfenster des Fahrgastraumes reichen bis auf den Fußboden und sorgen so, von allen Plätzen, für ungehinderten Ausblick auf die vorbeiziehende Havellandschaft.

Das Sonnendeck verfügt über eine separate Bar und ist über eine von vier Treppen erreichbar, die sich um den kuppelförmigen Eingangsbereich der „Sanssouci“ schmiegen. Assoziationen zum gleichnamigen Schloss sind durchaus gewollt. 343 Sitzplätze warten hier auf sonnenhungrige Gäste. Davon gab es heute reichlich, noch nicht ganz angelandet wurde der Kapitän schon beschimpft für die Verspätung.
Die Hitze hatte wohl allen ein wenig zugesetzt. Übrigens auch dem Berichterstatter, Mütze vergessen. Schnell mit der S7 zurück zum Alex, und dann in einem schattigen Hinterhof Bratkartoffel mit Curry-Wurst und Märkischen Landsmann reinziehen. Eine Wohltat. Und wieder sah man Schlangestehen, Tag der Offenen Türen in den Ministerien, schaun wir mal was uns dazu morgen einfällt.

Freitag, 20. August 2010

Maybachufer, Brandenburger Tor, Admiralsbrücke.

Maybachufer, der Markt am Landwehrkanal ist inzwischen bis über die Stadtgrenzen hinaus für seine besondere Atmosphäre und die gute Gemüseauswahl bekannt. Insbesondere Tomaten, Auberginen und Zucchini gibt es hier in deutlich besserer Qualität als man sie im Supermarkt findet, außerdem Fladenbrot, Tee, Oliven, Schafskäse, Eingelegtes, Stoffe und Textilien von überwiegend türkischen Händlern zu günstigen Preisen. An diesem Wochenende besonders gute Preise es soll heiß werden in Berlin und vermutlich verfügen die vielen türkischen Ländler über keinen Kühlraum. Mit reichlich Oliven und Bulgar scheint das Abendmahl gesichert. Schließlich ist Ramadan.
Tafel der Demokratie, ein Geschenk von Bürgern an ihren Bundespräsidenten. Bereits zum dritten Mal richtet der Verein Werkstatt Deutschland die Tafel der Demokratie aus. Die Veranstaltung ist zwar für 1500 geladene Gäste - aber Zugucken kann jeder. Das hier im Vorfeld unseres Aufenthalts in Berlin keine Möglichkeit bestand an die begehrten Karten zu kommen, wollen wir keinem verübeln. Geduldig bei strahlendem Sonnenschein im Jackett verharren, da sitzen wir doch lieber auf der Bank am Adlon und studieren die Gäste.
Szenetreff am Abend. Da wurde so viel in der Zeitung geschrieben, so dass wir neugierig wurden.
Die Admiralbrücke überspannt den Landwehrkanal am Kanalkilometer 7,70 in Berlin -Kreuzberg.Das Bauwerk wurde 1882 fertig gestellt, in den 1930er-Jahren baulich verstärkt, 1984 saniert und steht unter Denkmalschutz.
Wir beide zählen da wohl bald auch zu, Jugend sitzt auf Steinen und Kopfsteinpflaster und ziehen sich eine Dröhnung rein. Das wird heute schon in Reiseführern erwähnt. Die Musiker üben, und die Bezeichnung bottle party trifft zu. Überall leere Flaschen. Die Anwohner sind genervt. Die Kommentare in der Morgenpost sagen zum Beispiel man sollte den Müll nicht beseitigen. Wir ziehen es vor uns im Brachvogel niederzulassen.

Tafel der Demokratie.

Tafel der Demokratie, und wir waren nicht eingeladen.

Donnerstag, 19. August 2010

Ledy, Borkowy, Chosebuz . Niedersorbisch.

Diese drei Ortsnamen kennt das Navi nicht, aber wir fanden trotzdem dahin. Die niedersorbischen Namen stehen auf den Ortschildern, gemeint ist Lehde, Burg, Cottbus. Lehde ein 200 Einwohner zählender Ort als Inseldorf mitten im Spreewald und über Jahrhunderte ausschließlich nur auf dem Wasserweg zu erreichen.
Noch heute verfügen praktisch alle Grundstücke über einen eigenen Zugang zu den bis
1 Meter tiefen Fließe. Nebenflüsschen der Spree. Wir lassen fließen und sind an der Hotelanlage Starick mit dem Parkschein in den Genuss gekommen die erste Reihe in den traditionellen Booten einzunehmen. Wir waren gerade mal 6 Personen.



Wir hören die geschichtliche Vergangenheit von Lehde, da gab es für eine handvoll Kinder eine Schule, die Post wird per Boot zugestellt, und der Müll ebenfalls per Boot entsorgt, wir sahen die typische Aufbereitung des Heus, Pappelholz im Wasser gelagert, und hörten, dass im vergangenen Winter zigtausende über die zugefrorenen Fließe gewandert waren. Wir machen uns Sorgen, denn das feine Fiepen welches man im Video hört, deutet auf die Existenz des Marderhundes hin. Der ist aus der Ukraine über Polen hier eingewandert und trägt dazu bei, dass der Entenbestand abnimmt. Theodor Fontane besuchte 1859 Lehde und da lag er mit dem Vergleich ein Venedig im Kleinen auf der richtigen Seite.
Der Storch brauchte sich da keine Gedanken zu machen, höchstens beim Abflug die Leitung nicht zu berühren. Nach einer Kahnfahrt von zwei Stunden unternahmen wir noch einen Spaziergang in die größerer Stadt Lübbenau, kam einem irgendwie bekannt vor.

Die weitere Erkundung des Spreewalds mit dem Ort Burg war enttäuschend, in dieser typischen Streusiedlung war alles weit auseinander gezogen. An einer vielbefahrenen Bundestrasse hatte sich ebenfalls ein Storch niedergelassen.
Da galt es ein Wahrzeichen in dieser Region, Niederlausitz, noch zu erkunden. Der Spremberger Turm, Cottbus, der Turm gehörte zu einer Verteidigungsanlage im 14. Jahrhundert, war zwischenzeitlich eingestürzt, und ist seit Mai 2007 wieder zugänglich. Das war auch gut so, denn von hier oben konnten wir die weiteren Besuchsziele des Nachmittag auffindig machen.
Für einen Euro aus 31 Meter Höhe einen Blick auf die Umgebung. Mann sah die riesigen Braunkohlekraftwerke Horizont; schwarze Pumpe, Jänschwalde, aber auch in der Nähe das wunderschöne Kleinod, Schloss Branitz. Der Park mit seinen sprichwörtlichen kaiserlichen Bäumen, und großen Wiesenanlagen war ein Platz zum Verweilen.
Auf dem Rückweg brauchten wir auch nicht zu verweilen, unsere Spur auf der A 13, bzw. A15 war frei. Morgen ist Ausflugsfrei.

Mittwoch, 18. August 2010

Berlin.

Kein Kreuz des Süden auf dem Alex zu sehen, keine Lieferung der Rundschau, wir hatten eh nichts Besonderes vor. Kühlschrank wieder aufzufüllen, mit einer süffigen, rubinroten Spezialität mit einer feinen Karamellmalznote, viel war davon nicht mehr da, also blieb genug Zeit die Berliner Morgenpost zu lesen.
Die Wettersituation entspannte sich dann am Nachmittag, die morgendliche Aussicht vom Ostbalkon in den Osten bot dieses traurige Bild.

Kasupke sagt... Rente mit 70 – klar, wieso nich? Schließlich sind wa doch mittlaweile alle fit wie Jopie Heesters und faltenfrei wie Iris Berben, oda. Jit bestimmt ne Menge älterer Menschen, die jerne weitaarbeeten würden, statt sich innen Ruhestand zu verabschieden. Wie machen Ruhetag. Blumenpflege war angesagt.

Dienstag, 17. August 2010

Prädikat ausreichend. Filmpark Babelsberg.

Man sollte doch nicht bei blauem Himmel das Urlaubsdomizil verlassen. Die Planung hatte halt vorgesehen die Studios in Babelsberg zu besuchen. Schnell waren wir dort, die Route war gut geplant, so dass wir zur allgemeinen Öffnungszeit noch einen Schlenker in die Jägerstrasse in Potsdamm unternahmen.
Die Flaniermeile Brandenburgerstrasse lag noch im Tiefschlaf und so wurden auch noch Prospekte der Schifffahrt organisiert, denn am Wochenende soll’s sommerlich werden.
Den ersten Eindruck der Studioanlagen konnte man eher vergleichen mit dem Phantasialand. Wir starten unseren Rundgang bei der Tierdressur für Filme.

Die Bootverfilmung war sehr beeindruckend. Wie man sieht hatte der Kapitän das Ruder sprichwörtlich in der Hand, mit passendem Outfit. Eine imposante Bootskonstruktion wird auf einer Hebebühne durchgeschüttelt. Die Instrumente sind aus Schrottbooten der Russen demontiert und funktionsfähig gemacht worden. Leider musste man an den folgenden Sets fast 1 Stunde anstehen. Nur die Außenkulisse von GZSZ und dazu noch Fotografier Verbot, kamen zu dem Urteil ausreichend. Eine Stuntshow im Vulkan mit viel brennender Aktion wollten wir uns nicht entgehen lassen. Nur eine Vorstellung am Tag. Die einsetzenden Regenschauern wettern wir unter dem Dach der Arena ab, diesmal gut das wir uns nicht in die erste Reihe gesetzt hatten.

Ein Besuch der Handwerkerstätten ist sehr interessant. Was da so alles von Spitzenkönnern erarbeitet wurde an Produktionstagen wird vermutlich heute mit PC simuliert. Ein Pensionär gab Einblicke in seinen damaligen Wirkungskreis.

Modellieren, Malen, Schreinern und Improvisieren vom Feinsten, wenigstens mit dem damaligen Stand der Technik.
Die unendliche Geschichte Teil 3 wurde hier verfilmt und der Hauptdarsteller mit Computerunterstützung ist ebenfalls zu sehen. Mit einen Vergnügens Tracktor und drei Anhängern, wie in den Kurorten, geht die Fahrt über das Gelände und die großen Studios sind leider nur von außen zu sehen. Riesige vierstöckige Außenmauern an Straßenzügen warten auf die nächsten Filmproduktionen. Die Marlene Dietrich Halle war damals das größte Studio der Welt. Die aufgebaute Sonnenallee war wohl zuletzt von Tom Cruise besucht worden. Bei Mission Impossible hatte der sich hier vom Balkon stürzen müssen. Wir stürzen uns in den Feierabendverkehr und müssen eine SMS erstmal unbeantwortet lassen.

Montag, 16. August 2010

Berlin. U6. N248, 100,200, Tagesticket.

Mal wieder Stadtluft schnüffeln. Am Morgen mit der U6 in Richtung Friedrich-Franz-Strasse. Einen Stopp bei einer Dame Namens Gäde-Butzlaff machten wir nicht, dafür besuchten wir einen Ägypter den Wolfgang und Hermine aus ihren Langzeiturlauben kannten. Heilende Öle zu guten Preisen kaufen und mit der Heimat telefonieren.
Auf dem Rückweg mal einen Stopp am Mehringdamm einlegen und trotz aller Behauptungen von Berlinkennern bei Curry 36 die Wurst schmecken, wir waren definitiv das Erste Mal hier und auch das Letzte Mal.
Über Geschmäcker kann man bekanntlich streiten, wir haben da schon viel Besseres erlebt. Wie zum Beispiel bei Schlögls oder im Nussbaum.

Dann lieber weiter bis Friedrichstrasse und die freigelegte Baustelle des Palasts der Tränen mal ablichten. Für uns nur aus den Medien bekannt, aber hier waren wohl Schicksale zwischen Ost und West an der Tagesordnung. Der Tränenpalast ist die umgangssprachliche Bezeichnung im Berliner Volksmund für die ehemalige Ausreisehalle der Grenzübergangsstelle im Bahnhof Friedrichstraße zwischen 1961 und 1989 in der geteilten Stadt Berlin. Unter Tränen sich verabschieden.

Wir eben uns dem Schicksal an und nahmen einen der Touris - Busse für die Fahrt in den Westen. Wir wollten mal in Ruhe über den Kuhdamm schlendern. Denkste die Stadt ist voll mit Besuchern und so ist die Überlegung schnell getan. Zurück mit dem 100 er zum Alex.




Da war doch noch eine Linie 248 Richtung SO36. Von Privatpersonen gestaltete Blumenkästen zieren den Straßenrand in einer breiten Strasse. Sehr schön, wie die das Gras mähen war uns schleierhaft.

Einen Schleier konnten wir dann lüften der im folgenden Text beschrieben ist.
Chandra ist das Sanskritwort für Mond, Kumari heißt Prinzessin, beides zusammen ist folglich Mondprinzessin. So wie schon der Name Phantasie und Wohlbefinden auslöst, so sollte auch das Essen sein. Die von Köln Zugereisten könnte nun den Ort des Lokals wissen. Eine gute Woche hier und Wohlbefinden macht sich breit. Die mitgebrachte Mondprinzessin fand dann noch ein weißes U auf blauem Hintergrund.