Mittwoch, 11. August 2010

Meißen.

Bummeln in Dresden nach Insidertipps, sollte man doch eher kritisch betrachten. Der eine sagte das Bernsteinmuseum ist ein Muss, ( Telefonat mit Freund H. ), der andere meint die Pfunds Molkerei. Wir entschlossen uns zuerst für einen Bummeln durch die Inngassen der Stadt, das barocke Viertel Neustadt. Kein Wunder das man keine Preisschilder an den extravaganten Moden sieht, dafür sind die Preise der geparkten Autos weitläufig bekannt. Wie schon erwähnt, unbedingt sehen Bautzener Straße 79, der schönste Milchladen der Welt.
In der Tat, schöner Laden mir stolzen Preisen und dem Verbot fotografieren. Zwei Touris Busse mit Italienern erstürmen mit uns den Laden, bedrängende Enge, Blitzlichtgewirr wurde mit Verboten belegt, der Milchbrunnen führte Wasser, und die Käsesorten sind wohl auch auf diversen Weihnachtsmärkten in Berlin erhältlich. Handbemalte Villeroy & Boch Kacheln erbrachten 1998 einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde. Das hätte sich der Landwirt Paul Pfund mit seiner Frau und 6 Kühen 1880 wohl nicht erträumt. Dennoch findet Milchgrappa und Schokolade wenig Käufer, das war auch gut so, die Busse waren fahrbereit und nun hatte man endlich mal den Blick frei für die Malereien.
Wir fuhren ebenfalls weiter nach Meißen, einen Steinwurf von Dresden entfernt. Der Name ist unmittelbar verbunden mit Meißner Porzellan, das seit Jahrhunderten in aller Welt einen Namen hat.

Kleine beschauliche Stadt, fast alles renoviert und die Parkgelegenheiten sind ausreichend und bedürfen nur einer Parkscheibe. Abseits der Fanmeile ist doch noch die ein oder andere Bruchbude zu sehen. Albrechtsburg und Dom auf den Hügeln wurde erklommen, und wieder mal zur richtigen Zeit erreichten wir das Hauptportal des Dom, und es hieß kommen sie schnell rein gleich ist ein Konzert.
Wenn schon die Glocken für uns so eindrucksvoll läuten, wenn man dedenkt, das die Nazis sie einschmelzen ließen, dann nix wie rein. Der Dombau wurde um 1250 begonnen und war um 1400 schon vollendet. Da könnte Köln sich eine Scheibe abschneiden. Bedeutende Baumeister und Künstler hinterließen ihre Spuren. Lucas Cranach schuf den Altar für die Kapelle Herzog Georgs. An den Schutzpatronen Johannes und Donatus vorbei, ist der Rückweg mit einem Stopp an einer Konditorei verbunden.

Eine Besonderheit wecke unser Interesse, Meißner Fummel, Anno 1760. Zwischen Meißen und Dresden verkehrte regelmäßig ein Kurier der sächsischen Kurfürsten. Weil dieser gerne einen Schluck Wein trank und dann vom Pferd fiel, befahl der Kurfürst der Bäckerzunft ein leicht zerbrechliches Gebäck herzustellen, welches der Kurier dann vorzeigen musste. Unserer Nachfrage nach der Rezeptur wurde schnippisch beantwortet, es ist lange haltbar, aber kostbar zu transportieren. So wurde die Landstrasse nach Berlin genommen und die Weinberge durchkreuzt. Alle wohlbehalten zum Homesitting am Abend zurück. Morgen ist autofreier Tag.

1 Kommentar:

Ostsee hat gesagt…

Eindrucksvoll - macht auch uns Lust Mal eine Städtetour nach Dresden, Meissen und Leipzig zu machen.