Donnerstag, 19. August 2010

Ledy, Borkowy, Chosebuz . Niedersorbisch.

Diese drei Ortsnamen kennt das Navi nicht, aber wir fanden trotzdem dahin. Die niedersorbischen Namen stehen auf den Ortschildern, gemeint ist Lehde, Burg, Cottbus. Lehde ein 200 Einwohner zählender Ort als Inseldorf mitten im Spreewald und über Jahrhunderte ausschließlich nur auf dem Wasserweg zu erreichen.
Noch heute verfügen praktisch alle Grundstücke über einen eigenen Zugang zu den bis
1 Meter tiefen Fließe. Nebenflüsschen der Spree. Wir lassen fließen und sind an der Hotelanlage Starick mit dem Parkschein in den Genuss gekommen die erste Reihe in den traditionellen Booten einzunehmen. Wir waren gerade mal 6 Personen.



Wir hören die geschichtliche Vergangenheit von Lehde, da gab es für eine handvoll Kinder eine Schule, die Post wird per Boot zugestellt, und der Müll ebenfalls per Boot entsorgt, wir sahen die typische Aufbereitung des Heus, Pappelholz im Wasser gelagert, und hörten, dass im vergangenen Winter zigtausende über die zugefrorenen Fließe gewandert waren. Wir machen uns Sorgen, denn das feine Fiepen welches man im Video hört, deutet auf die Existenz des Marderhundes hin. Der ist aus der Ukraine über Polen hier eingewandert und trägt dazu bei, dass der Entenbestand abnimmt. Theodor Fontane besuchte 1859 Lehde und da lag er mit dem Vergleich ein Venedig im Kleinen auf der richtigen Seite.
Der Storch brauchte sich da keine Gedanken zu machen, höchstens beim Abflug die Leitung nicht zu berühren. Nach einer Kahnfahrt von zwei Stunden unternahmen wir noch einen Spaziergang in die größerer Stadt Lübbenau, kam einem irgendwie bekannt vor.

Die weitere Erkundung des Spreewalds mit dem Ort Burg war enttäuschend, in dieser typischen Streusiedlung war alles weit auseinander gezogen. An einer vielbefahrenen Bundestrasse hatte sich ebenfalls ein Storch niedergelassen.
Da galt es ein Wahrzeichen in dieser Region, Niederlausitz, noch zu erkunden. Der Spremberger Turm, Cottbus, der Turm gehörte zu einer Verteidigungsanlage im 14. Jahrhundert, war zwischenzeitlich eingestürzt, und ist seit Mai 2007 wieder zugänglich. Das war auch gut so, denn von hier oben konnten wir die weiteren Besuchsziele des Nachmittag auffindig machen.
Für einen Euro aus 31 Meter Höhe einen Blick auf die Umgebung. Mann sah die riesigen Braunkohlekraftwerke Horizont; schwarze Pumpe, Jänschwalde, aber auch in der Nähe das wunderschöne Kleinod, Schloss Branitz. Der Park mit seinen sprichwörtlichen kaiserlichen Bäumen, und großen Wiesenanlagen war ein Platz zum Verweilen.
Auf dem Rückweg brauchten wir auch nicht zu verweilen, unsere Spur auf der A 13, bzw. A15 war frei. Morgen ist Ausflugsfrei.

Keine Kommentare: