Freitag, 3. Oktober 2008

654 Stufen zur Hölle, Grotta de Nettuno

Von Ost nach West im Inselnorden geht die Fahrt nach Tramariglio. Heute ist der Fahrer gefordert. Herbert meistert die Strecke mit Bravour, quer über die Insel nach Nordwesten der 597 folgend nach Navi geht’s los. Die weiten Täler haben ihren besonderen Reiz. Einige Tunnel sind zu durchqueren und geben danach wieder einen neuen Blickwinkel frei. Übrigens Blickwinkel, auf Wunsch einer einzelnen Dame wird die Basilica Santissima in Trinita di Saccargia angesteuert, direkt neben der Schnellstrasse. Ein gewaltiger Stausee überquert und nach ca. 160 km sind wir am Ziel.
Die Grotta de Nettuno. Nach 654 Stufen in die Tiefe hat man den Eingang erreicht.
Schroff brechen die Felswände zum Meer ab. Eine ausführliche Führung in Italiano und Englisch lässt die gewaltigen Gewölbe in neuem Licht erscheinen. Knapp über dem Meeresspiegel kann diese Stelle auch mit dem Boot erreicht werden, aber nur bei leichtem Seegang. Diese Tropfsteinhöhle mit großem unterirdischem See von 250 Meter Länge lädt ein der Phantasie freien Lauf zu lassen. Die Kalksinterablagerungen sind in einem herrlichen Licht angestrahlt. Es durften Fotos geschossen werden und nach ca. 45 Minuten stand der Anstieg über besagte Stufen auf dem Programm. Da war der Muskelkater bei dem ein oder anderen vorprogrammiert. Eine alte Kultstätte der Nuraghen lag an der Wegstrecke und wurde besichtigt. Mehr als 7000 Tempel haben auf der Insel ihre Spuren hinterlassen. Die Ansiedlungen gehen auf das Jahr 2000 v. Chr. zurück. Wie die vielen schwere Steine so geordnet zusammen gesetzt wurden ist bis heute unklar. Die nächste größere Stadt in der Nähe dieser Location, ist
Alghero
und war dann ein weiter Anlaufpunkt. Das Wahrzeichen der Stadt ist die riesige Festungsmauer, die von der genuesischen Adelsfamilie Doria gebaut wurde. Bis 1353 blieb die Stadt in der Herrschaft dieser Familie. Über die alte Hafenmauer, die im Sommer als Flaniermeile dient, geht’s in kleinen Gassen mit vielen Schmuckläden, überwiegend Korallenschmuck, zurück zum Hafen. Die Fahrt war dann mit Ankunft Agriturismo auf 19:30 geschätzt. Die einbrechende Dunkelheit hatte der Fahrer hervorragend bewältigt. Eine Unfallstelle veranlasste uns zu der Spekulation, wie lange wird der Krankenwagen hier wohl benötigen. Die abendliche Phase 10 wurde eingeläutet.

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