Samstag, 4. Juni 2016

Der Rheinsteig.

Etappe von Kestert nach St. Goarshausen.
Wanderleitung: Heinz.
Wanderkarte: Wanderkarte Rheinsteig-Kompass.
Wanderstrecke, Zeit und Höhenmeter:  12,4 Kilometer, 5:30 h, 545 hm.
Wegführung: blaues R, schmale Pfade, breite Höhenwege.
Anspruch: mittel. Wetter: + 23,5 Grad C, Sonne, leichte Bedeckung, beim Bier eine kurze Schauer. 
Wegbeschreibung
Startpunkt war in der Ortschaft Kestert, direkt am Bundesbahnhof, aus taktischen und Organisation Gründen hatten wir hier im Januar schon mal geparkt. Durch die Unterführung geht es direkt zunächst hoch hinauf das erste Ziel, Oberkestert, eine Siedlung oberhalb des Rheintales, mit einer ansprechenden Einladungsinfo. Sollen wir schon Pause machen oder nicht, der halbe Liter ist mit 2Euro fünfzig deklariert?
Weiter geht es bald in den Wald hinein und gemütlich hinüber zum oberen Ende der Pulsbachklamm. Den Bach überqueren, selbst mit Wanderstöcken nicht so einfach. Der Rheinsteig spart die Klamm aus wegen der Gefahr durch ein Gewitter überrascht zu werden sparen wir uns den Klettersteig. Die Bewölkung reißt auf und wir sind froh dass die Sonne sich jetzt erst durchsetzt. Frisch umgestürzte Bäume ließen erahnen was die andauernden Gewitter angerichtet hatten.
Der Lehrpfad zum Bergbau in Verbindung mit dem Rheinsteig in dieser Region ist mit zahlreichen Infotafeln bestückt. Da sagt selbst der Berufstätige unter den Rentnern, das war harte Arbeit damals. Wir lesen folgende Hinweise: Ein Tunnel tief unter dem Rhein hindurch? Gibt es nicht. Doch es gab ihn bis zum 15. September 1958. An diesem Tag stellte die Grube Gute Hoffnung oberhalb des St. Goarshäuser Ortsteiles Wellmich ihren Betrieb ein. Weil die Aufbereitungsanlage für die Erze, die hier jahrhundertelang geschürft wurden, auf der linken Rheinseite stand, sprengten die Bergleute in 136 Meter Tiefe einen Stollen unter dem Rhein hindurch, legten Gleise hinein und ließen eine Loren Bahn darauf fahren. Die Erinnerung daran wird auf diesem Lehrpfad wach.
Man bleibt auf dem Lehrpfad und schlendert in langgezogenen Serpentinen im Wald hinunter ins Wellmicher Bachtal. Am gegenüberliegenden Hang thront Burg Maus, das nächste Ziel. Sie verdankt ihren volkstümlichen Namen der benachbarten Burg Katz, deren Besitzer sie verächtlich Burg Maus nannten.
Der Hinweis auf eine Schutzhütte in 500 Metern Entfernung mit Wildblumen am Hang, und einer zurückgelegten Distanz von 7 Kilometern lädt förmlich zur Mittagspause ein. Der Rucksack ist leicht geworden und der kleine Abstieg und Aufstieg zur Burg Maus schnell bewältigt.
Nahe beim Eingangstor beginnt ein schmaler Pfad, der steil hinaufführt zur oberen Kante des Geländeplateaus. Der Anstieg wird belohnt durch tolle Ansichten auf die Burg und in weiteren Verlauf des Weges gibt es immer wieder reizvolle Blicke auf den Vater Rhein. So nahe an der Kante ist die gesamte Wegführung des Rheinsteigs wohl nur auf diesem Abschnitt. Das erklärt auch unsere lange Wanderzeit für die relativ kurze Strecke. Auf dem Höhenrücken entlang durch Wald und Flur rückt das Ziel in greifbare Nähe.

Wer nun noch nicht genug Wandererlebnisse hatte konnte den ca. 500 Meter langen Klettersteig Rabenacksteig als Abstieg wählen, uns reichen die Weitsichten auf die Burg Rheinfels am linken Ufer oberhalb von St Goar. Auf einem Serpentinenpfad weiter steil hinunter ist St. Goarshausen, direkt am Bahnhof erreicht. Die Rheingau bahn hat Verspätung und für steht fest, nach 6 Minuten Fahrzeit sind wir am Auto und werden noch ein alkoholfreies Weizen genießen im Hotel Schlad in Kestert.

Keine Kommentare: