Montag, 6. Februar 2017

Bergstein.

Wandergebiet mit historischer Vergangenheit, Hill 400.
Wanderleitung: Gerd.
Wanderkarte: Nr. 2. Rureifel.
Wanderstrecke, Zeit und Höhenmeter:  14,9 km, 03:58 h Echtzeit, 402 hm.
Wegführung: Weg Nr. 15, Richtung Obermaubach bergab Nr. 43, 62 am Ortsrand entlang, Nr. 73 bergan matschig ohne Ende ( Holzarbeiten ) bis zu den Windanlagen jenseits der Straße Kleinhau – Brandenberg, Weg Nr. 85 durch das Tiefenbachtal, Biberbauten, Nr. 56 bis zur Kreuzung Zweifallshammer. Nr. 10 zurück nach Bergstein.
Anspruch: mittelschwer, teilweise zerstört durch Fahrzeuge.
Wetter: 5,7 Grad C, trocken, teilweise Sonne.

Wir starten vom Wanderparkplatz an der Kirche in Bergstein. Am Denkmal Sürthgens Mosselist, eine Sagengestalt, die der Legende nach täglich zwischen Bergstein und Nideggen ihr Unwesen treibt. Heute hat die Gestalt weitere 4 Wanderer zur Unterstützung, wobei es einer sehr eilig hatte und trotz aller Regeln immer vor der Karte war, naja er ist erst seit Mitte 2008 regelmäßig dabei.
Östlich vom Dorf erhebt sich oberhalb von Kall- und Rurtal der Burgberg 400,8 m ü. NN , auf dem früher die Burg Berenstein stand; deren Steine wurden verwendet, um die nahe Burg Nideggen zu errichten. Aktuell steht auf dem Berg ein Aussichtsturm, der Krawutschketurm. Am frühen Morgen ist hier alles im dichten Nebel. Hill 400 wurde die gefürchtete Höhe von den Amerikanern genannt. Es gibt fast keine Region in der Rureifel, dessen Landschaft zum Ende des Zweiten Weltkrieges zum Synonym für Schrecken, Verwüstung und Tod steht. In dessen Mittelpunkt liegt der Hürtgenwald, wo am Ende des Zweiten Weltkrieges 6 Monate schwere Kämpfe stattfanden. Es war für die Amerikaner die verlustreichste Schlacht des gesamten Zweiten Weltkrieges.
Am Eingang des Tiefenbachtales sehen wir die erfolgreiche Wiederansiedlung des größten europäischen Nagetiers was vor gut 30 Jahren im Tal der Weißen Wehe begann. An den kleinen Fließgewässern der Rureifel wurden 1981 drei Biberpaare freigelassen, deren Nachkommen heute die Rur von der Quelle bis zur Mündung sowie einige Nebenbäche besiedeln. Ein großer Teil der Familie im Fischbachtal, fand hier nahezu ideale Lebensbedingungen. Obwohl die nachtaktiven Tiere nur schwer zu beobachten sind, ist ihr Aussehen allgemein bekannt.

Wir gestalten unsere Pause in mitten des Talabschnittes in der Hoffnung ein Tier zu sehen. In Aktion haben wir keine gesehen jedoch die Spuren der nächtlichen Aktivitäten. Den Tag verbringen die in Familienverbänden lebenden Tiere aus einem Elternpaar und zwei Jungtiergenerationen, Vegetarier, in unterirdischen Bauten oder selbst angelegten Burgen. Mit Hilfe der Dämme regulieren die Biber den Wasserstand so, dass die Eingänge zu ihren Bauten vor Feinden geschützt immer unterhalb des Wasserspiegels liegen.
Am Ende des Tiefenbachtales steht ein Kreuz mit den Jahreszahlen 1864 und 1964. Nach der Überlieferung wurde ein Fuhrmann vom eigenen Karren erschlagen, als dieser in den Tiefenbach abrutschte und umkippte. Angeblich hatte dabei der heimfahrende Fuhrmann in der Lukasmühle reichlich getankt, so dass er seinen Gaul nicht im Griff hatte. Heute erinnern 400m weiter nur noch in unmittelbarer Nähe der historischen Stelle restaurierte Teile des alten Mahlwerkes und eine Hinweistafel an die ehemalige Mühle.
An Zweifallshammer vorbei ist dann irgendwann mal die Entscheidung nötig links hoch steil an nach Bergstein, oder darf es noch ein bisschen mehr sein. Schnell entschieden, wo der Morgenkaffe begann, endete die Nachmittags Kaffeerunde, Hallmann in Nideggen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ein interessante Berichte 🤗🤗🤗