Donnerstag, 28. Oktober 2021

Preusswald.

 Wandern durch drei Länder an einem Tag.

Hand in Belgien, ein Fuß in den Niederlanden und einer in Deutschland

Mag sein das Der oder Die sagt das geht nicht, aber so wie früher wenn die Kinder an einem Grenzstein waren wurde ein Fuß links und der andere Rechts der Grenzsteine positioniert. Wir wandern heute ins Dreiländereck und auf den Vaalserberg, dafür starten am Wanderparkplatz Unterer Backertsberg in Preusswald.

Grenzwege mit Informationen

Am Dreiländereck treffen die Grenzen Belgiens, Deutschlands und der Niederlande aufeinander. Zu Zeiten der alten Preußen gab es noch Neutral-Moresnet, damals also handelte es sich gar um ein Vierländereck. Lange her für einen Ministaat mit Privilegien, die waren nach dem Wiener Kongress entstanden.

Der Baudouin Turm

Der Irrgarten und anliegende Gastronomie

Gleichzeitig ist der Dreiländerpunkt mit 323 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Berg des niederländischen Festlandes.

Ein paar Meter weiter stehen wir in den Niederlanden und sehen linkerhand das Dreiländereck-Labyrinth, ein Hecken-Irrgarten mit zusätzlichen Türen und Wasserfontänen.

Hierbei wird die grüne Grenze überschritten und man ist mal in Belgien und einige Meter weiter in den Niederlanden. Wir wandern direkt auf den Vaalserberg zu und kommen zum etwa 50m hohen Baudouin-Turm noch auf belgischer Seite, entlang des Ministaates Moresnet. Von seiner Aussichtsplattform, die sowohl mit einem Aufzug als auch zu Fuß erreichbar ist, bietet sich ein herrliches Panorama. Klaro wir nehmen die Außentreppen und genießen die Aussichten Etagenweise.

Das Aachener Waldgebiet mit Sendeturm

Am Horizont Kraftwerk Weisweiler

Baudouin Turm auf dem Berg ist dem ehemaligen belgischen König gewidmet. Er befindet sich auf der belgischen Seite, 6 m neben der deutschen und 20 m neben der niederländischen Grenze. Von seiner Aussichtsplattform, bietet sich ein Panorama auf folgende Umgebung.

Belgien über Gemmenich zum Hohen Venn und Herver und den Ministaat Neutral-Moresnet bei Kelmis und Plombières,

Deutschland zwischen Eifel und Aachen, mit dem Kraftwerk Weisweiler

Niederlanden zwischen Heerlen und Maastricht.

Der Wilhelmina Turm

Wilhelmina Turm mit Skywalk

Einige Hundert Meter weiter ist der Pendant auf niederländischer Seite. Der neu erbaute Wilhelmina-Turm mit Treppenaufgang. Hölzerner Treppe und ein Aufzug führen nach oben; die Spitze hat eine Höhe von 353,5 m über Amsterdamer Pegel. Somit der höchste Berg der Niederländer, also nicht der Drachenfels. Es sei denn man berücksichtigt die Überseegebiete. Vom Skywalk  hat man eine gute Aussicht, auch durch das Milchglas direkt unter den Füßen.

Der Geusenweg

Vom Wilhelmina Turm geht es ins Tal mit Blick auf den Telecom Sender bei Preusswald, der im Aachener Dialekt der Mulleklenkes genannt wird. Wir nutzen dazu den alten historischen Geusenweg ein alter Schleichweg, ca. 1 Meter breit und bogenmäßig zugewachsen, der von den verfolgten Protestanten aus Eupen, Aachen und Burtscheid genutzt wurde, um zur Kirche in Vaals zu gelangen.

Am Rande des Schleichweges

Im 16. Jahrhundert als sich die Reformation ausbreitete und es den Reformierten größtenteils untersagt war, ihre neue Religion auszuüben, zogen viele von ihnen über den sogenannten Geusenweg. Der im südlichen Teil von Limburg liegt. Mountainbiker versuchen trotz Verbot den schmalen urigen Weg zu befahren, da helfen auch keine querliegenden Baumstümpfe. Irgendwann hat man wieder die grüne Grenze überschritten. Das Topwetter ist auch noch am Startpunkt vorhanden.

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