Donnerstag, 27. September 2007

Unsere neue Rentnerdomäne ????

Die Anreise nach Neuruppin war mit kleinen Staus verbunden, vor allem die Baustellen um Wuppertal, sagte zu meiner Frau typisch, was wollen die Rentner hier alle auf der Autobahn. Nach zwei kurzen Stopps war die A2 vor Berlin frei und ich konnte mal sehen was der A4 mit 4000 Umdrehungen so macht, die Spitze war dann 220 km h bei trockenen Wetter mit strahlendem Sonnenschein. Die dritte Frau an Bord „ Sandra“ hat dann nach 6.5 h Fahrtzeit das Ziel erkannt. Wir besorgten die Schlüssel zur Ferienwohnung, und waren völlig überrascht wie wohnlich das Haus sich für die nächsten 8 Tage darstellte. Großer Wohnraum mit Küche, Dusche für zwei, Wendeltreppe ins Obergeschoß mit 2 getrennten Zimmern, ca.100 qm Ausladen und am Ruppiner See entlang die Stadt erkunden, der halbstündige Fußmarsch war eine Abwechseln nach der langen Fahrt. Wir fragen in einem Büro der Schifffahrt nach einem Törn bis Boltenmühle, alles unter Deck schon ausgebucht. Wollen uns Samstag noch mal melden, denn wir brauchten wenn schon denn schon 4 Plätze, weil Michael und Melanie am Freitagabend aus Berlin zu Besuch kommen. Wir gingen zurück zur Wohnung und haben dann das nötigste noch eingekauft für eine deftige Brotzeit.

Donnerstag 20.09.2009

Nach einem erholsamen Schlaf bei Mückenfreier Nacht, raffte ich mich morgens auf und mache den Kaffee, denn, mein Schatz hatte Geburtstag den 64 zigsten, nächstes Jahr gibt es ein Almosen von der BFA. Da klingelte doch am frühen morgen das Telefon und die WWs waren an der Strippe, waren völlig überrascht, als erste, Jürgen und Lilo gratulieren zu Geburtstag. Im laufe des Tages meldeten sich dann die Pänz und gute Freunde aus Elba H&M. Nach der Studie des ADAC Reiseführer hatte ich eine Idee den Tag zu gestalten. Wir fuhren in Richtung Templin und anschließend wollte ich noch nach Rheinsberg.
Nach Besichtigung der Altstadt von Templin mit Turmbesteigung der Maria Magdalena Kirche erkundigte ich mich nach einer Draisinen Station der DB. Draisinen gibt es schon seit den Anfängen der Eisenbahn, benannt wurden sie nach seinem Erfinder Karl Freiherr Drais von Sauerbronn (1785 – 1851). Sie dienten den Eisenbahnern als Transportmittel bei Streckenkontrollen. Über Beinkraft und Pedale wird angetrieben, die Schiene hält die Spur, soweit so gut. Auto parken und 46€ für eine Fahrt. Die Ansage von 28 Kilometer Fahrtstrecke hatte uns nicht erschreckt. Aber es sollte anders kommen. Nach einigen Kilometern mit Bundesstraßenüberquerung, wobei wir Schranken schließen mussten, hatten wir schon Probleme mit dem Hinterteil, der Sattel war wohl von geringerem Komfort. Eine schöne Fahrt durch die Brandenburgischen Wälder und an Seen vorbei machte die Schmerzen erträglicher, nach 2.5 h waren wir von Templin in Fürstenberg-Havel angekommen. Nun ging es per Bus zurück nach Templin nach einer Wartezeit von einer Stunde und einer Stunde Fahrzeit sind wir wieder in Templin Es war mittlerweile 17:00 Uhr, und damit Rheinsberg vorerst auf einen anderen Tag verschoben, wie der Abend sich gestaltete das werde ich hier nicht beschreiben. Eins vorweg die Flasche Sekt des Vermieters hatten wir schnell leer.

Freitag 21.09.2007

Morgens um 07:00 Uhr hörte ich den Müllwagen, das war es leider zu spät, um den vollen Container zur Straße zu bringen, also bleibt er voll, was soll’s. Gegen neun fuhren wir nach Rheinsberg, die Sonne hatte sich versteckt und es waren gerade mal 12° C Grad. Wir besichtigen Schloss Rheinsberg, wo Friedrich der 2. seine Jugendjahre verbrachte. Umgebaut durch Georg Wenezlaus von Knobelsdorff 1734/40, zählt das Schloss zu den schönsten Bauten der Zeit. Besichtigung ist montags keine, was wir schon in Sanssouci im Juli erlebt hatten. Nachdem ich mich auf eine Fensterbank gesetzt hatte brachte mir ein Aufseher einen Stuhl. Nach 2 Stunden audiovisuellem Rundgang nahmen wir uns noch die Zeit die Stadt zu erkunden. Auf der Rückfahrt entdeckten wir einen Hinweis nach Boltenmühle, was uns neugierig machte. Herbert und Marlis sind dort bei der 5 Seenfahrt gelandet, was wir noch vorhatten. Bei strahlendem Sonnenschein tranken wir einen Kaffee und gingen zum Bootsanleger. Da außer der schönen Restauration keinerlei andere Sehenswürdigkeit vorhanden war, werden wir die Bootsfahrt mit den Kindern am Samstag in Rheinsberg starten. Wir tankten das Auto für sage und schreibe 1.23,9 € für den Liter Diesel, waren um 17:00 Uhr in der Ferienwohnung und ich schrieb an diesem Blogger bis die Pänz eintreffen. Um 18:30 Uhr treffen die Neuberliner ein, nach einem Spaziergang am See sind wir alle im Hotel Waldfrieden zum Abendessen beisammen. Kohlroulade und frische Pfifferlinge sind empfehlenswert. Der Lachs im Gemüsebett auf grünen Bandnudeln, oder das Käseschnitzel mit Bratkartoffeln sind ebenfalls zu empfehlen mit einigen Köstrizer Bieren eine runde Sache. Es war Friede Freude Eierkuchen so wie das Stimmungsbild es zeigt, aufgenommen vom eigenem Badestrand mit Blick auf Neuruppin.

Samstag 22.09.2007

Um 10:00 Uhr starteten wir in Richtung Rheinsberg, nach einem ausgiebigen Sektfrühstück mit frischen Schrippen erreichten wir den Bootsableger für eine 5 Seenfahrt von Rheinsberg nach Pelowsee mit 2 Stunden Fahrtzeit. Beim unterqueren von Brücken hieß es Kopf einziehen und Kajüte absenken. Die Sonne zeigte sich von der schönsten Seite aber dem Fahrtwind musste mit einer Jacke getrotzt werden.
Ein Spaziergang im Park von Schloß Rheinsberg folgte. Das nächste Ziel hieß dann Gransee. Die alte Stadtmauer und Befestigungstürme aus dem 14. - 15.Jh. konnten durch Ausleihe von Schlüsseln im hiesigen Tourismusbüro erstiegen werden. In der Stadtmitte ist ein Schinkeldenkmal und erinnert an die Überführung der 1810 verstorbenen beliebten Königin Luise vom mecklenburgischen Hohenzieritz nach Berlin.
Die Inschrift lautet „ O Jammer, sie ist hin „ Schinkel und Fontane haben halt ihr Spuren in Brandenburg hinterlassen. Durch die bereits bekannten Ossi Alleen fuhren wir zu Ferienhaus zurück. Melanie hatte dann ein zwei große Bleche mit Pizza zubereitet und dazu tranken wir Märkischen Landmann und Mutter Branik, ein Lagerbier aus Tschechien. Die anschließende Spielerrunde mit Biberbande, kleine Fische Kakerlaken Poker und Wizard wurde für mich zur einzigen Katastrophe, da sticht die Frau einen sicher geglaubten Stich ab, der eigene Sohn ebenso und letztendlich traut sich die Schwiegertochter das Geschehen so weiter zutreiben, kein Wunder, das der Kasten Landmann fast leer und verloren in der Küche steht.

Sonntag 23.09.2007

Heute hieß es denn Tag in Neuruppin verbringen, damit die Berliner wenigstens am Montag im Büro etwas über Kultur zu erzählen hatten, unternahmen wir ein Sightseeing in Neuruppin. Das Fontanedenkmal, der Tempelgarten und noch jede Menge renovierungsbedürftige Häuser, aber auch schöne alte Bürgerhäuser waren auf dem Stadtbummel zu sehen. Nach einem 3 Stunden Spaziergang versperrte ein Schwan auf der Bundesstrasse den Fahrweg, sollte man vorbeigehen oder nicht? In Richtung Ferienwohnung haben wir den Schwan dann passiert, aber die Autofahrer hatten noch eine Weile damit zu kämpfen. Während des Mittagsessen im Hotel Waldfrieden hörte ich einen Gast über Handy, die Polizei hatte ihn auf den See gesetzt. Nachdem wir noch einen Kaffee in der Ferienwohnung getrunken hatten, machten die Kinder sich auf den Weg nach Berlin. Eine SMS um 15:15 Uhr signalisierte, Michael ist in der 30 er Zone geblitzt worden. Der Geldbetrag von 35€ war fällig. Wer zuletzt lacht….Wir setzten uns auf die Terrasse und genossen die Herbstsonnenstrahlen. Wenn das Wetter so bleibt wird morgen eine Wanderung gestartet. Ohne weitere Knöllchen waren die beiden um 16:30 Uhr in Berlin angekommen.

Montag 24.09.2007

Nach dem Frühstück waren wir in Richtung Bantikow aufgebrochen, die Sonne und 23 °C Grad bei wolkenlosem Himmel, haben einfach dazu Eingeladen eine Rundwanderung um den Kiempowsee des unteren Teils in einem Landschaftsschutzgebiet zu unternehmen. Die Gesamtstrecke war mit 21 km angegeben und ging durch angelegte Waldwege entlang des Sees unter schattenspendenden Eichenbäumen, alter 70 Jahre und mehr, auf der Hälfte des Wegs entdecken wir einen Hinweis auf Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der 30 er Jahre. Nach einigen Kilometern ist dasselbe zur heutigen Zeit in Arbeit. Junge Leute, ABM- Maßnahme beseitigen Blätter vom sandigen Waldboden. An der Waldkolonie in Kyritz trafen wir auf eine besondere Fähre die auf eine kleine Insel übersetzte zu einem Lokal. Der Fährmann wurde durch Hammerschläge auf eine Pfanne herbeigerufen. Wir verpflegten uns wie üblich bei unseren Wanderungen mit dem was der Rucksack so hergab. Am Ausgangspunkt angelangt machten wir eine Stippvisite in Kyritz bei Kaffee und Eiskaffee. Der Besuch der Kampehler Kirche die 1794 renoviert wurde und die Mumie des Ritters Kahlbutz beherbergt, 1702 gestorben, zu besichtigen war leider geschlossen, Montag.Der Tag ging zu Ende mit einer deftigen Brotzeit in der Ferienwohnung, die Wetteraussichten für den Dienstag sahen nicht gut aus.

Dienstag 25.09.2007

Das Wetter hatte sich total verändert, gestern noch 26°C Grad Sonne pur strahlendblauer Himmel und heute Regen und schlappe 13°C Grad, was nun, wir fuhren durch das Land Brandenburg in Richtung polnische Grenze, wir besuchten das Schiffshebewerk Niederfinow , hier hebt ein 85 m langer Wassertrog Schiffe 36 m hoch. Wir hatten Glück und ein Frachter mit Steinkohle aus Polen ist auf dem Weg nach Berlin. Der lange Schubverband wurde in der riesigen Wanne abgekoppelt und in die Höhe gehoben. Damit noch größere Schiffe die Passsage nutzen können wird bis 2010 eine neue Anlage entstehen. Wir genehmigten uns Kaffee und Apfelkuchen und schlugen Richtung Angermünde ein. Eine Totalsperrung zwang zu einer Umleitung die im Plan nicht vorgesehen war. Das Navi wird auf Heimreise durch die Schorfheide programmiert und wir passieren Neuruppin um 16:30 Uhr. Leider stand am anderen Tag die Heimreise an. Die Cantuccini sind beide leer und das Branik wird auch weniger.

Mittwoch 26.09.2007

Nach einer wiederholt ruhigen Nacht, wo in der Ferne nur der Hahn krähte, einige Vögel sich meldeten, war heute der Tag der Heimreise. Das gute Frühstück machte den Abschied umso schwerer, weil dazu noch strahlender Sonnenschein den Himmel erfreute. Wir gaben den Schlüssel beim Vermieter ab, und die dritte Frau an Bord „ Sandra“ war auf Erfurt eingestellt. Übrigens die Sandra hatte uns einige male auf den malerischen Alleen Mark Brandenburg vor den Steuereintreibern des Herrn Tiefensee gewarnt. Wir hatten mal wieder einen guten Riecher, auf unserer Straßenseite waren nur kleinerer Tagesbaustellen und keine Staus. In der Mittagszeit erreichten wir Erfurt. Nach Besichtigung des Doms, Elisabeth von Thüringen, waren wir durch die Gassen gebummelt. Meinen Schatz überkommt auf den Märkten immer eine Art Nostalgie, also wurden Walnüsse gekauft, eine Original Thüringer Bratwurst genossen, und einige Motive in der Kamera erfasst. Der Abstecher war eine Abwechselung die sich gelohnt hatte. Wir waren dann um 15: 00 Uhr wieder auf der Piste und haben dann die Strecke über Gießen, Limburg, Koblenz gewählt.Zwei kleinere Baustellen auf der A4 waren die einzigen Höhepunkte der Fahrt. Der Thüringer Wald zeigte sich im vorherbstlichen Gewand, in der Ferne war auch der Brocken auszumachen. Ein wenig Unruhe kaum ins Spiel als bei Koblenz ein leichter Ölmangel sich meldete. Wir waren um 18:30 Uhr in Brühl und hatten zuerst einmal 13 Abs abzuhören, darunter auch zwei von Marion aus den Staaten. Der PC wurde ans Netz gebracht und 70 Mails inklusive Spams wurden gesichtet. Es war eine wunderschöne Woche in Brandenburg. Am Donnerstag hieß es erst mal Beine hoch und den Blogger schreiben, was nicht schwer fiel, weil es im Rheinland regnete und das Rasenmähen für den Rest der Woche eingeplant ist.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schöner Reisebericht - jetzt weiss ich auch endlich, was ihr am Montag und Dienstag gemacht habt. War übrigens normale Ortschaft und keine 30er-Zone- ändert leider aber nichts an der Knolle.
Wir haben die Zeit in Neuruppin mit Euch seeeeehr genossen und freuen uns schon auf das Wiedersehen am Brandenburger Tor zu Sylvester hier in B.
MuM

Melanie und Michael Assenmacher hat gesagt…

Mit dem Wetter hattet ihr wirklich totales Glück. An diesem Wochenende, wie auch schon inklusive Freitag, tobt hier ein Herbststurm nach dem anderen mit Regen aus jeder Richtung: von rechts nach links, und umgekehrt, von oben und von unten und natürlich auch in jeder Tropfenform...
... schön, dass wir gemeinsam soviel Glück hatten.