Samstag, 23. März 2019

Nickenich.


Nach den Wanderungen Rheinsteig, Hohes Venn, sind nun dieTraumpfade in den Focus genommen.

Organisation: Heinz.
Wanderkarte: Karte Nummer 32. Osteifel mit Laacher See Gebiet, oder wie heute üblich schnell ein Foto am Infopunkt.
Wanderkilometer 16,06 km.
Zeit 05:45 h.
Höhenmeter  594 hm.
Streckenführung: Weg Symbol Traumpfad, orange mit Pfadmotiv.
Startpunkt Römische Grabanlage Nickenich, Pfad auf orangem Untergrund

Wetter:
8,8 Grad C, diesig trocken, windig, Sonne nach Mittag.
Wegcharakter: befestigte Wege, schmale Pfade, wenig Asphalt.

Eine vorab Info im Internet: Hinweise zum Pellenzer Seepfad.
Aufgrund von Sturmschäden ist der Pellenzer Seepfad bis auf weiteres voll gesperrt. (Stand: 12.03.2019)

In Höhe des Waldsee
Das lag mal quer über dem Weg an der Vulkanstraße

Der Pellenzer Seepfad hat im Bereich der Teufelskanzel eine alpine Streckenführung. Hier ist Trittsicherheit erforderlich, da vor allem bei Nässe erhöhte Rutschgefahr besteht. Es wurde eine Alternativroute ausgewiesen, um diesen Bereich zu umgehen.

Der harte Kern beim Abschluss Bierchen in der Blockhütte am Laacher See

Was so in 2012 begann, findet seine Fortsetzung entweder beim Bierchen im Sion, oder von einigen zu Wandern an Rhein, Eifel oder diesmal im Brohltal.
Die guten Wegbezeichnungen der Traumpfade, vor allem in Rheinland Pfalz, ist für einige Rentner und Aktive, diesmal der harte Kern, ein Grund der Wanderlust zu frönen.
Die Tour startet am Parkplatz beim römischen Tumulus in Nickenich. Wählbar ist die Rundstrecke wie man so schön sagt, links oder rechtsrum. Bei einem sanften Anstieg empfiehlt es sich rechts am Sportplatz vorbei die Tour zu beginnen.
Die gallorömische Grabanlage aus dem 1. Jh. n. Chr. befindet sich mitten auf dem Parkplatz. Sie gehört zu den wichtigen römischen Grabdenkmälern in Rheinland-Pfalz und besteht aus einem Rundgrab, Tumulus, aus Tuffstein und einem Nischengrabmal aus Kalkstein.
Detail der Grabanlage

Das Nischengrabmal zeigt in der mittleren Nische eine Frau mit Kind, wahrscheinlich Contuinda und Silvanus, die von zwei männlichen Figuren flankiert werden. Während die Männer und das Kind römisch gekleidet sind, trägt die Frau unter einem römischen Mantel eine einheimische Tracht.

Hinweise für die Streckenführung

Die gute Ausschilderung der Traumpfade ist lobenswert. Durch ein idyllisches Tal, mit kurzem Anstieg passiert man einer eindrucksvollen Aschewand, schwarz wie die Nacht dunkel, eine Hinterlassenschaft die der Laacher-See-Vulkan vor 13.000 Jahren verursacht hat. Hier wird ein Blick frei auf unseren Ort. Nickenich, der Kirchturm ist heute auf Grund der Wetterlage zu sehen.
Wer möchte macht die erste Trinkpause an der Hermann-Hütte mit großartigem Panoramablick. Ca. 100 Meter abseits der Streckenführung. Anschließend geht der Weg leicht abwärts und führt an den Rand des Tagebaus am Eppelsberg.
Abbau am Eppelsberg Vulkan

Ein typischer Schlackenkegelvulkan der Osteifel, der vor ca. 230.000 Jahren aktiv war. Durch den modernen Abbau entstand ein einzigartiges Fenster, welches tiefe Einblicke in das Innere des Vulkans ermöglicht und an der mehr als 60 m hohen Wand den typischen Aufbau eines Schlackenkegels mit seinen Schichten sichtbar macht. Weiter über einen breiten Weg, der wurde mal mit Holzfiguren flankiert, die aber entweder Wandalismus nicht standhielten oder auch einfach nur der Verwitterung unterlegen sind, geht es Richtung Waldsee.
Anstieg zur Teufeskanzel

Nach einer Passage durch einen Mischwald gelangt man zum Rastplatz beim Krufter Waldsee. Der Gipfelsturm beginnt auf mäßig ansteigenden Waldwegen, doch kurz vor dem Fels geht es steil hinauf, entlang einer eindrucksvollen Felsnische, zum Felsvorsprung Teufelskanzel mit sagenhaftem Fernblick Richtung Krufter und Neuwieder Becken. Heute im dichten Wolkenfeld.
Der Waldsee, Naturbadesee

Ein bequemer Höhenweg führt zur Schutzhütte Am Krufter Ofen, dann geht es in Serpentinen abwärts durch einen mächtigen Buchenwald. Über freies Feld führt der Weg zum Laacher See und gibt erste Blicke auf das Kloster Maria Laach frei.
Am nahen Ufer entlang lohnt sich ein Abstecher zum Seeufer, um die so genannten Mofetten zu bestaunen. Alsbald biegt der Pfad rechts ab und steigt steil empor. Wenn das Dach der Schutzhütte zum Vorschein kommt ist es Zeit die Mittagspause einzulegen. Anschließend führen bequeme Forstwege und die Überquerung der L 116 zunächst durch einen Mischwald bis zum Keltischen Baumkreis.

Anlage des Keltischen Baumkreises

Rechts liegen lassen wir eine buddhistische Vereinsstätte. Das Bemühen um ein bewusstes Leben und die Offenheit für alle buddhistischen, religiösen, philosophischen und therapeutischen Richtungen werden hier praktiziert.
Die 1927 erbaute ehemalige Heimschule

Im weiteren Verlauf der Wanderung ist eine ehemalige Heimschule in Sichtweite. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurden die Gelder für katholische Konfessionsschulen gestrichen. Wirtschaftliche und politische Umstände führten dazu, dass der Unterricht 1934/1935 eingestellt werden musste. Hier entstand eine Heimstätte für Mädchen. Nach 1945 wurde das Gebäude nicht mehr genutzt. Diebstahl und Zertrümmerung sorgten dafür, dass nur noch eine Ruine übrig blieb. Gegen Ende der 50er Jahre gab es Bestrebungen, das Gebäude zu reaktivieren und als Schullandheim zu nutzen. Diese Pläne scheiterten jedoch daran, dass eine Wasserversorgung fehlte.
Da kann mal viel erzählen, wenn man die Strecke schon zweimal gegangen ist

Der letzte Streckenabschnitt ist normalerweise geprägt von wiederkehrenden grandiosen Ausblicken zum Siebengebirge und in die Pellenz. Entlang des Waldrands geht es in einem Bogen um den Sportplatz zurück zum römischen Grabmal. Die nächste Strecke ist ins Auge gefasst.

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