Montag, 16. April 2018

Mirbach.


Durch die Wachholderlandschaft.

Wir starten direkt unterhalb des Eifeldoms in Mirbach. Südlich von Blankenheim gibt es eine versteckt gelegene Gegend, in der Gedanken an Italien unweigerlich aufkommen. Denn dort wachsen Wacholderbüsche, und die sehen fast aus wie Zypressen.

Die Erlöserkirche Mirbach ist die katholische Kirche des kleinen Eifelortes, einem Ortsteil der Gemeinde Wiesbaum. Sie wurde von Ernst Freiherr von Mirbach, dem Kammerherrn und Freund Kaiser Wilhelms II. 1902 errichtet.
Die Familie Mirbach stammte aus der Eifel, ohne noch im 19. Jahrhundert persönliche Bindungen dorthin zu haben. Auf der Suche nach seinen Wurzeln begann der Kammerherr mit dem Bau einer Pseudo-Burgruine um daneben in selten schöner Position über der Hocheifellandschaft die Pfarrkirche zu errichten. Die Familie von Mirbach war evangelisch, baute aber hier in katholischem Umfeld für eine kleine Eifelgemeinde. Diese Einblicke wurden uns in der Kaffeepause vom Betreiber des Em Backes von Reinhold Thiel vermittelt. Claudia Thiel war schließlich einige Jahre Küsterin in besagter Kirche.
Wilhelm II. besuchte am 20. Oktober 1906 die Kapelle und telegrafierte begeistert von Mirbach nach Berlin: „Ich habe mich über Ihre Kapelle in Mirbach sehr gefreut, ich finde den Bau sehr gelungen und gratuliere Ihnen dazu“.
Wanderleitung: Herbert.
Wanderkarte: Wanderkarte Nr. 16, Urlaubsregion Hillesheim.

Wanderkilometer, Zeit und Höhenmeter:  15,8 km, 04:30 h, 344 hm.
Streckenführung: Weg Nr. 34,10,36,F 10.
Wetter: gemessen + 18,6 Grad C. bedeckt, trocken Sonne.
Wegcharakter: befestigte breite Waldwege, Wiesenpfade querfeldein.
Die Wanderleitung des heutigen Montags hatte noch eine Pflicht zu erfüllen, was sich aus dem Schreiben entnehmen lässt, und am Rande des Naturschutzgebietes übermittelt wurde.

Bei der kleinen Bergkapelle aus Sandstein oberhalb von Alendorf, kann man sich Zeit für die verdiente Verschnaufpause nehmen. Das Kirchlein selbst stammt aus dem Jahre 1494, ist aber meist verschlossen. Immer offen ist jedoch der Friedhof mit angrenzender Kriegsgräberstätte, wo man sich in Ruhe die verwitterten Grabsteine anschauen kann, die im Schatten der knorrigen Buchen liegen. Vor allem aber sollte man von hier oben die herrliche Aussicht auf den Kalvarienberg genießen. Für Norbert waren das vollkommen neue Anblicke.
Der abgeschiedene Fleckchen mit Tisch und Bänken, dort wurde redlich geteilt und auch Norbert hatte noch Überraschungen dabei. So wurde die Tour zu einem nachösterlichen Gedenken mit Blick auf den Kalvarienberg. An mehreren alten Kreuzwegen vorbei ging es leicht bergan nach dieser Stärkung.
Unser Blick fällt auf den Hämmersberg, den Eierberg und schließlich den Kalvarienberg, der über und über mit Wacholder bewachsen ist. Direkt von der Bergkapelle aus führt ein schmaler Pfad zum Fuß des Kalvarienbergs. Nach wenigen Minuten ist das Gipfelkreuz des Kalvarienbergs erreicht (525 Meter), das die Jahreszahl 1675 trägt. Ein phänomenaler Rundblick über die Eifelhöhen. Der Ort verfügt über eine ganz besondere Atmosphäre und will mit seinen sanften Wacholderhügeln, den windschiefen Bäumen und den bizarren alten Kreuzen kaum in die Eifel passen. Es ist ein magischer Platz mit einer ganz eigenen Ausstrahlung. Über den Wanderweg F 4 ging es zurück zum Ausgangspunkt mit der Lokation Em Backes.




1 Kommentar:

BerlinerKindl hat gesagt…

wie hat denn der Halbsowild geschmeckt?