Montag, 2. November 2009

Architektur mitten im Naturpark Eifel, und auf den Spuren der jüngeren Geschichte.

Bei so vielen Themen war es angebracht ohne Rucksack zu wandern. Da hatte der Berichterstatter sich etwas beigedacht. Wer nicht dabei war hatte halt Pech gehabt. Los ging’s in Gemünd. So wie die Bäume zusammenhalten, sollten wir an diesem Tag noch hören: Der Einzelne ist nix gegenüber der Gemeinschaft.
Über einen perfekt bezeichneten Wanderweg im Nationalpark Eifel, mit Kilometerangabe, in Richtung Wolfgarten und dann weiter zum Urftsee bei strahlendem Sonnenschein, wurde auch schon das erste Tagesziel erreicht. Eine neue Hängebrücke im Nationalpark über den Urftsee
mit 124 Meter Länge. Damit das besonders schutzwürdige Südufer nicht durch großflächige Bauarbeiten beansprucht wurde entstand eine Pylone-Lösung am nördlichen Ufer.
Der gesamte Bodendruck wird auf eine 18 cm Stahlkugel abgeleitet.
Der Pylon wirkt wie ein Ausrufezeichen in der entstehenden Wildnis des Parks. Die 2,6 Millionen teure Brücke war lange umstritten und Naturschützer hatten eine Holzkonstruktion gefordert. Die Pylone-Lösung hatte sich durchgesetzt, eine kühne Architekturleistung im Gegensatz zu den gewaltigen Massiven der Ordensburg Vogelsang. Diese wurde als nächstes Ziel erklommen. Die NS-Ordensburg Vogelsang ist ein Relikt der Nationalsozialisten und wurde 1934 erbaut mit Geldern der Gewerkschaften. Schon nach einigen Wochen wurde nach Berlin gemeldet, der Kreis Schleiden hat keine Arbeitslosen mehr. Eine Schulungsstätte der Nazis für den Nachwuchs ihrer Führungskader entstand hier. Die Bruttogeschossfläche umfasst 50.000 Quadratmeter und ist die größte bauliche Hinterlassenschaft des Nationalsozialismus.
In der Kantine lassen wir uns nieder und nehmen eine schmackhafte Erbensuppe mit Kölsch an einem reservierten Tisch als Pausenbrot. Die Führung um 14:00 Uhr durch einen freiwilligen Mitarbeiter der Parkverwaltung mit den Erläuterungen durch einen evangelischen Pfarrers ist hervorragend und eindrucksvoll.

Es wurden Räumlichkeiten besichtigt, die mit vielen geschichtlichen Feinheiten gespickt waren, sei es von den Nationalsozialisten oder den späteren Besatzern. Engländer und Belgier. Nach 90 Minuten fand die Führung ihren Abschluss am Haus der weiblichen Mitarbeiter. Hier handelte es sich nicht um eine Aktion Lebensborn, wie fälschlicherweise immer erwähnt, sondern, die Kinder mit der Bezeichnung, geboren auf der Ordensburg Vogelsang, waren evakuierte Kölner Mütter in den letzten Kriegsjahren. Das war uns nun auch plausibel, denn die Kaderschüler mussten alle verheiratet sein, und bekamen am Wochenende Besuch von der Familie. Das die Schüler keine Brille und Zahnersatz haben durften hatte uns nicht daran gehindert mit dem Nationalpark-Shuttle den Rückweg zu nehmen.
Das erklärt auch den abrupten Abbruch der Aufzeichnung von der Wanderroute, die uns Wolfgang immer aufzeichnet.

Am Vogelsang Adlerhof hieß es dann, Kinder ihr könnt alle einsteigen, Vater hat bezahlt. Dieter hatte sich dann freiwillig gemeldet den nächsten Montag zu gestalten. Es dauert dann nicht allzulange bis die nächsten Geburtstage anstehen. Die SMS eines abwesenden Wanderer aus Fuerte, ließ Spekulationen aufkommen.

1 Kommentar:

Melanie hat gesagt…

Hast du auch eine Ansicht der Brücke?