Nach der Überprüfung durch den MfS konnte das Baumblütenfest in Werder Havel besucht werden. Zuerst passierten wir den Check Point Charly. In der Nähe ist eine neue Ausstellung der Gauck Behörde zu sehen. Die Dokumentation über Offizielle oder Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit ist dort kürzlich vom neuen Bundespräsidenten eröffnet worden.
| Leitfaden |
Die Karteikästen ließen sich zwar nicht öffnen, aber der Gesamteindruck wie viele Menschen, Standorte, und Womit das Leben der Bürger beobachtet wurde ist sehr interessant.
| leider verschlossen |
Das MfS hatte Zugriffe auf alle Bereiche des DDR Alltags. Die dargestellten Schicksale waren leider keine Einzelfälle. Eine Namenseingabe in den PC ob Kunze oder Assenmacher, brachte uns keine neuen Erkenntnisse. Suchbegriff nicht gefunden, das wäre damals sicher nicht passiert.
| Standorte in Potsdam |
Für uns kam die Erkenntnis auf zu brechen nach Werder an der Havel. Die Gastgeber hatten sich einen Urlaubstag gegönnt und so standen wir den auch erst mal im Stau des Feierabend oder Wochenendausflugs Verkehr auf dem Berliner Ring. In der Gläsernen Fabrik von Katjes in Potsdam wurde ein Menge Süßigkeiten geordert, obwohl die angebotenen Obstweine genug Süße aufwiesen.
Das Baumblütenfest in diesem Jahr das 132 ste. Entgegen einer Berliner Berichterstattung die vier Jahre im Voraus sind. Ein Volksfest in Werder an der Havel, so wie Weinfeste an der Ahr, zu dem jährlich an neun Tagen Menschen kommen, um blühende Obstgärten und die fruchtigen Obstweine zu genießen.
| Werder an der Havel |
| Theke im Festsaal |
Wir genießen nach dem Aufstieg auf die Bismarckhöhe die Aussicht auf den blühenden Ort. Im Festsaal ist das Original einer 125 Jahre alten Theke zu begutachten. Wie die Leute damals an das obere Regal kamen konnte uns keiner beantworten. Das Blütenfest war eine Idee des Obstzüchters Wilhelm Wils aus Werder. Auf seinen Vorschlag hin wurde am 13.3.1879 in einer Vorstandssitzung des Werderaner Obstbau-Vereins beschlossen, den Höhepunkt der Baumblüte in allen Berliner Zeitungen bekannt zu geben und alle Naturfreunde zu diesem Schauspiel einzuladen.
| Im Obstgarten Lindecke |
Ursprung war also der Gedanke, allen Menschen die Naturschönheiten des Havelstädtchens und seiner Landschaft nahezubringen. Jedenfalls erwies sich die Idee als grandios, denn schon am 10.Mai 1879 rollte gegen 16 Uhr aus Berlin ein Extrazug mit Baumblütengästen an. Zu dieser Uhrzeit hatten wir auch einen Parkplatz gefunden.
| Schlafwunder |
Das DDR Regime hatte auch von Anfang an seine Probleme mit dem Charakter Baumblütenfestes als erste Einnahmequelle eigenständiger Obst- und Weinproduzenten. Nicht selten sorgten auch Blütengäste für Probleme in der Stadt. So wurde im Jahr 1977 die Höhengaststätte „Friedrichshöhe“ von randalierenden Jugendlichen erheblich beschädigt und die herangerückte Bereitschaftspolizei hatte Mühe die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.
| Insel Werder, Trubel, Jubel, Heiterkeit |
Die Kontrolle bei all den angebotenen Sorten Wein von A bis Z, Rhabarber, Holunder Knuber Kirche, Johannisbeere Schlehe usw. war bei sommerlichen Temperaturen und lauwarmen Weinverkostungen nicht einfach. Viele Polizisten und eine Phantombrücke sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Versorgt mit Nachschub von Schultzens Hof wurde die Lindenstraße angesteuert.
1 Kommentar:
... nicht zu vergessen, dass der Brühler Berichterstatter etliche Becher des Obstweins verkostet hat!
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