Montag, 16. November 2015

Dollendorf.

So ist der Spätherbst.
Wanderung: 36_2015
Wanderleitung: Herbert
Wanderkarte: Hillesheim Karte Nr.16
Länge: 14,67 km.
Gehzeit brutto: 4h 02 min.
Wegbeschaffenheit: Wirtschaftswege befestigt, querfeldein, Wiesengrund mit viel Lehmunterlage.
Anspruch: mittel.
Wetter: trocken bedeckt grau in grau 12 Grad C, stürmisch.
Steigung: von 435 Meter auf 530 Meter.

Unsere Tour startet in Dollendorf. Nach Unterquerung der L 115 folgen wir erst mal dem Wanderweg Nr. 33. Das Wandergebiet in der Hillesheimer Gegend ist bekannt für seine ausgedehnten Wacholdergebiete. Leider sind die schönen herbstlichen Sonnentage vorbei, so auch die Wegbezeichnung. Querfeldein durch den Wiesengrund mit hunderten Mäuselöchern geht es leicht bergan zu einer Grillhütte östlich von Wiesbaum. Im März 2012 hatten wir hier mal Schutz gesucht vor einem Regenschauer. Peter wundert sich was so alles im Kurzzeitgedächtnis des Berichtschreibers hängen bleibt.
Da weit und breit sich keine Möglichkeit ergab an anderer Stelle eine Pause im Windschatten einzulegen verbringen wir hier unsere Rast. Der Flachmann mit Grappa hatte Generalprobe.
Über den Wanderweg Nr. 10 geht es in das Naturschutzgebiet der Wachholderheide bei Wiesbaum. Viele Bezeichnungen für die Landschaft sind hier an der Tagesordnung, Toskana der Eifel, als ein Beispiel. Hört man das Wort Wacholder, denkt man automatisch an den Wacholderschnaps, den Gin. Doch dass dieser Strauch auch vielseitige Heilwirkungen besitzt, wissen die wenigsten. Wacholder ist verdauungsanregend und stoffwechselfördernd, wirkt antibakteriell und nierenanregend beziehungsweise harntreibend.
Die Sträucher sind sehr kälteunempfindlich, benötigen aber viel Licht. Dies sollte bei der Wahl des Standortes berücksichtigt werden. Gepflanzt werden können Wacholdersträucher ganzjährig, solange kein Frost besteht.
Nützlinge wie Vögel, Bienen und andere Insekten lieben den Wacholder und siedeln sich gerne auf ihm an.
Die kleine Ortschaft Mirbach liegt wohl noch im Tiefschlaf, als wir den Ort passieren, nur ein paar Hunde bellen. Merkmal des Ortes ist der Eifeldom mit dem Bau begonnen wurde 9. April 1902. Die Einsegnung unter dem Titel Erlöserkapelle durch den Trierer Generalvikar ist heute noch im Sprachgebrauch. Die Kapelle und die gesamte Ausstattung war Eigentum des Freiherrn v. Mirbach. Die Kosten für die Unterhaltung sollten aus den Zinsen eines in Wertpapieren angelegten Bau Fonds bezahlt werden. Da durch die Inflation die Wertpapiere Makulatur geworden waren, die Familie v. Mirbach nicht zur Unterhaltung verpflichtet konnten die im Laufe der Zeit, besonders aber im letzten Krieg aufgetretenen erheblichen Schäden lange nicht behoben werden. Die Kirchengemeinde Wiesbaum-Mirbach wurde dann 1956 aktiv.
Über den Weg Nr.34 nach Querung von Feldwegen mit genügend frischem Lehmboden wurde der Startort sichtbar. Genug Kaffee und Kuchen, gesponsert vom genesenden Präsidenten, am Ortsende von Hillesheim und auf der Rückfahrt den langersehnten Regen so muss ein Wandertag enden.

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