Samstag, 10. September 2016

Heimbach. Teil 2.

Zum Essen bei den Mönchen.
Nach einer Wanderrunde am letzten Dienstag war die Dame des Hauses so vom Ort Heimbach begeistert, das eine weitere Tour unter der Headline gestartet werden sollte. Heute in aller Ruhe, da Dienstag um 10:00 Uhr sich Weller Lehnert mit Weinlieferung angemeldet hatte, und nachmittags um 17:00 Uhr Ruth und Johannes zum Bier in der Stadt. Stress pur.
Wanderleitung: Vadder.
Wanderkarte: Wanderkarte Nr.2 Erholungsgebiet Rureifel.
Wanderstrecke, Zeit. Höhenmeter:  9,0 km, 02:54 h. 292hm.
Wegführung: Nr. 49.Themenweg Klosterrunde.
Anspruch: leicht. Wetter: + 26,0 Grad C, Sonne pur, keine Bewölkung.
Vom Parkplatz links an der Rur führt der Themenweg am Heimbacher Staubecken vorbei hinauf zur Trappisten-Abtei Maria Wald. Da ist zwar ein Höhenunterschied von 200 Metern, aber urig und langgestreckt.
Entlang des Heimbacher Staubecken in Ufernähe zaubert die Morgensonne bizarre Bilder. 



Das Becken dient als Wochenausgleichsbecken der Rurtalsperre. Es fast 1,2 Mio. m³ Wasser, die Stau Höhe beträgt 214 m ü. NN, und das Becken ist 3 km lang. Seine Funktion besteht in Hochwasserschutz, Trinkwassergewinnung, Energieerzeugung und als Erholungsgebiet für Wassersportler.
Bald erreicht man das Wasserkraftwerk Heimbach welches am 8. August 1905 nach einer Bauzeit von knapp zwei Jahren als seinerzeit größtes Speicherkraftwerk Europas in Betrieb ging und damals überregionale Bedeutung erlang. Die erzeugte elektrische Energie wurde in ein eigenes, fast 400 Kilometer langes, Freileitungsnetz eingespeist und versorgte die Stadt Aachen, einen großen Teil der Eifel und Teile von Köln. Der durch die rasch fortschreitende Industrialisierung stark steigende Strombedarf sorgte aber schon bald dafür, dass das Kraftwerk Heimbach diese Aufgabe nicht mehr alleine bewältigen konnte und nun im Verbund mit anderen Kraftwerken lief.
Bis heute hat das Kraftwerk Heimbach sich seinen besonderen Reiz erhalten, gilt es doch als das schönste Jugendstilkraftwerk in Deutschland. Wer zum ersten Mal vor dem Kraftwerk steht, wird dann auch eher an einen Sakralbau denken, als an eine technische Einrichtung. Wegen dieser bautechnischen Einmaligkeit steht das Kraftwerk Heimbach heute unter Denkmalschutz.
Weiter am Staubecken entlang geht der Themenweg rechts hoch zum Kloster Maria Wald. Ein schmaler Pfad leicht ansteigend. Die Gründung des Klosters geht auf die Wallfahrt zu „Unserer Lieben Frau im Walde“ zurück. Zisterziensermönche errichteten hier 1480 anstelle der Kapelle ein Kloster, dessen Tage allerdings gezählt waren, als die Revolutionsarmee 1794 das linksrheinische Reichsgebiet besetzte. Durch ein Tor erreicht man einen Soldatenfriedhof mit 414 Gräbern, wovon einige mit Blumen geschmückt sind.
Die Wiederbewirtschaftung der Ländereien und Renovierungsarbeiten begannen erst 1860 mit dem Kauf durch den Trappistenabt Ephrem van der Meulen. Die starken Zerstörungen aus dem 2. Weltkrieg wurden zwischen 1944 und 1961 behoben und der Klosterbetrieb wieder aufgenommen. Heute leben die Mönche einen streng geregelten Tagesablauf. Dem Grundsatz des hl. Benedikt folgend, leben sie von ihrer Hände Arbeit und teilen ihr Brot mit den Gästen und Armen.

Wir als Gäste sind eingeladen, laut Internet sollte man bevor das Kloster-Restaurant besucht wird und die berühmte Mariawalder Erbsensuppe und den noch berühmteren Mariawalder Klosterlikör trink einen Blick in die schöne Klosterkirche werfen.


Ein Klosterbruder läutet die volle Stunde und wir nehmen die vielgepriesene Erbensuppe nach einem Rezept aus den 1950 er Jahren. Im Klosterladen noch einige Spezialitäten kaufen und im Rucksack verstauen ging es nur noch abwärts entlang des Kreuzweges nach Heimbach.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schöne Wanderung und nicht zu anstrengend sehr zu empfehlen.

Norbert hat gesagt…

Na,das sind ja wirklich tolle Aufnahmen!!!