Montag, 2. September 2019

Wollersheim.


Entlang des Neffelbaches, Mühlenweg.

Wanderleitung. Gerd
Wanderkilometer. 16,94 km
Wanderzeit. 04:30 h
Höhenmeter. 232 hm
Wanderkarte. Karte Nummer 50 Nationalparkkarte.
Wetter. 20,6 Grad C, Sonne bedeckt.
Wegprofil. Waldwege Feldwege befestigt.

Das Quellgebiet des Neffelbaches ist verzweigt. Zum Hauptbachlauf in der Nähe des Badewaldes gibt es mehrere Zuläufe, einige führen seit Jahren allerdings kaum noch Wasser. Das ist im oberen Tal der Fall und gesäumt mit prächtigen Obstwiesen.

Wir hatten den Startpunkt der Wanderung an der Kirche von Wollersheim ausgesucht. Hier gibt es allerdings 2 Kirchen eine sehr alt und die andere ein Prachtbau für diesen Eifelort. Infolge dessen geht es erst mal im Richtung Embken. Ein kleiner Schlenker betrachtet auf die zwei Kirchen, so ist es halt.

Die Nicksmühle erweckt unsere Neugier trotz verbotenen Zugangs. Sie steht am Neffelbach bei Embken im Kreis Düren. Die Mühle hat ein oberschlächtiges Wasserrad und einen Mahlgang. Sie hat mit 8 m Durchmesser das größte Wasserrad am Neffelbach. Die Mühle und das Wasserrad sind funktionsfähig. Das Haus wird als Wohnhaus genutzt, der Rest ist Renovierung bedürftig. 
Weiter quellaufwärts steht unter anderem die Rentmühle, in der ein Reifenbetrieb untergebracht ist. Seit 1458 im Besitz der Familie Reuter; sie existiert mindestens seit 1100. Bis 1935 besaß sie ein Wasserrad, das einen Durchmesser von 9,34 Metern hatte, und somit die Nicksmühle um 1,34 Meter übertraf. Dann wurde die Getreidemühle umgebaut, seit 1935 wird sie mit einer Turbine betrieben. Gutachten besagen, das es eventuell schon ab der Römerzeit Mühlen am Neffelbach gegeben hat.



Weiter bachaufwärts folgt die Gödersheimer Ölmühle, die ebenso rein privat genutzt wird wie die Gödersheimer Getreidemühle im selben Mühlenkomplex. Die sanft geschwungenen Hügel und Täler der Muschelkalkkuppen, die Kalkmagerrasen sind schon von weitem an der graubraunen Färbung zu erkennen. Auf ihnen wachsen unter Naturschutz stehende Pflanzen wie diverse Veilchen-Arten, Küchenschellen und Orchideen.

Gibt es eine Rettung für Burg Gödersheim? Derzeit sieht es so aus, als könnte für die alte Ruine der Dornröschenschlaf vorbei sein und ein Märchen wahr werden. Ein langjähriger Nachbar der Burgruine, erwarb das alte Gemäuer im vergangenen Jahr samt Nebengebäude. Sein Plan: Die historischen Gebäude, also die Burg und das Torhaus, erhalten und zu neuem Leben erwecken. Mal durch das offene Tor reinschauen, wir wurden unter Polizeiandrohung des Zugangs verwiesen.
Die umliegenden Gebäude sind verfallen und gehörten mal zur Psychiatrischen Forensik Klinik Embken, Norbert entdeckt gemalte Kinderhände an den vergitterten Fenstern und lässt erahnen wie die Unterbringung in dieser einsamen Öde war.
Urkundlich erwähnt wurde die Gödersheimer Burg erstmalig im Jahr 1343, die Gödersheimer Mühle stammt aus dem Jahr 1392. Gebaut wurde die spätgotische Wasserburg ebenso wie die Mühle aus Dolomit, die Eckpfosten der Gebäude wurden aus Nideggener Buntsandstein gemauert.
Bis 1865 lebte Familie Meiss aus Wollersheim in dem Anwesen, nach ihrem Auszug verfiel die Anlage mehr und mehr.

Wir queren die K 48 und entlang des Neffelbaches geht es bis in Höhe des Baaderwaldes. Eine Richtungsänderung mit phantastischen Ausblicken bringt uns über den Radweg, Tälerroute nach Vlatten. 2 Bänke für 2 Wanderer was will man noch mehr, Sonnenschein und die paar Kilometer zum Startpunkt werden über die Feldwege absolviert, denn hier ist der Radweg asphaltiert. Damit wir für den Abendtermin eine gute Portion Durst mitbringen verzichten wir auf einen Café Besuch.

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