Montag, 12. Juli 2010

Exkursion mit dem Vulkanexpress.

Ein Sprichwort sagt zwar, alles Neu macht der Mai, aber was tun, wenn im Juli tropische Temperaturen im Rheinland herrschten. Die schönsten und interessantesten Vulkane der Eifel standen auf Dieters Exkursion. Der Reihe nach sollte:
Die Gleitfalte am Dachsbusch in Gless,
ein Römergrab in Nickenich,
der Vulkan Eppelsberg,
und noch die Abbauten des Weiberner und Riedener Tuff
besichtigt werden. Alles im Umkreis des Laacher See. Bei 24 ° C Grad am frühen Morgen sollte das zu schaffen sein. Alles was man brauchte war eine entsprechende Limousine mit Klimaanlage.

An der L114 begann die Suche nach der in Europa einmaliger Gleitfalte, Dachsbuchs, was uns aber erst mal nicht gelang. Der Wegweiser Nr.3 hätte das alles etwas erleichtert. Enttäuscht wurde per Auto Kurs Nickenich eingeschlagen und in der Burgklause eine Auszeit bei Kaffee genommen und die nächsten Ziele angepeilt.
Der Abbau am Eppelsberg wurde in Augenschein genommen und in staubiger Umgebung konnten unmittelbar 2 Vulkane mit ihren besonderen Oberflächenansichten ins Visier genommen werden.
Durch den intensiven Gesteinsabbau ist ein einzigartiges Fenster in die vulkanische Geschichte der Osteifel geöffnet. Fast das gesamte Innere eines heute inaktiven Vulkangebäud
es, wie vor ca. 230.000 Jahren war hier zusehen. An einer mehr als 50 Meter hohen Wand im Steinbruch sind für die Besucher gut erkennbar mehrere vulkanische Ausbruchsphasen zu identifizieren, die durch kürzere und längere Ruheperioden getrennt waren. Nach vielen Jahrhunderten der Ruhe folgte dann vor etwa 12.900 Jahren die Eruption des nahegelegenen Lacher-See-Vulkans. Dieser Ausbruch bedeckte die damals grasbedeckten, vegetationsarmen Hänge des Eppelsberg-Vulkans mit gewaltigen Mengen an Bimsstein. Als jüngste aufgeschlossene Gesteine finden wir Lössablagerungen aus der letzten Eiszeit.

An den Straßenschildern war zu erkennen der Ort Rieden ist nicht weit, und ein uns sehr bekanntes Restaurant am See wurde besucht und die Temperatur hatte sich auf Grund des Wetterumschwungs um 10 Grad verringert. Die Verweildauer blieb trocken und bei angenehmen Temperaturen wurde eine Mittagspause eingeläutet. Kenner der Lokalität können sich ausmalen was hier angeboten wurde. Noch die Abbaugebiete in Weibern besuchen, klar per Auto, schließlich hat man gut gespeist, um die Unterschiede zum Riedener Tuff kennen zu lernen.

Seit 2 000 Jahren wird rund um Weibern der ebenfalls vulkanische Tuffstein aus steilen Wänden geschlagen. Schon die technisch hoch versierten Römer wussten, dass sich dieser leichte, feinkörnige und poröse Naturwerkstein leicht bearbeiten lässt und ein hervorragender Wärmedämmer ist. Noch heute prägen Tuffstein-Fassaden das Ortsbild.
Da war doch noch was. An der Strecke zur A61 müsste doch der Dachsbusch sein. Hinter einem großen Feld mit einer Solaranlage wurden wir dann auch fündig.
Die Entstehung dieser geologischen Attraktion kann man sich wie folgt vorstellen:Während der verschiedenen Eiszeiten war das Rheinische Schiefergebirge nicht vergletschert. Es herrschte aber während dieser Kaltzeit über längere Zeiten hinweg Dauerfrost. Auch der Abhang vom Dachsbusch mit seiner Aschendecke war ständig viele Meter tief gefroren. Zeitweise taute nun dieser Boden in den obersten 1 bis 2 Meter auf. Dadurch begannen nun die wassergetränkten Aschen langsam hang abwärts zu rutschen. Im jahreszeitlichen Wechsel Auftauen, sonnen beschienener Westhang und wieder gefrieren, wurde die Umbiegezone der Gleitfalte gezeichnet. Anschließend wurde der Dachsbusch von Löß überweht. Im Anschnitt ist dieser als dünnes, gelbes Band sichtbar. Während der immer noch kalten klimatischen Bedingungen mit Hangfließen, flossen vom Gipfel große Basaltstücke mit dem Lößbrei hang ab wärst. Diese erwähnten geologischen und klimatischen Vorgänge ereigneten sich höchstwahrscheinlich in der vorletzten Eiszeit, vor ca. 150.000 Jahren. Schnell zum Klimawechsel ins Auto und den erlebnisreichen Tag sacken lassen, das Gewitter hatte sich verzogen, die Temperaturen stiegen wieder an.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ein ordentlicher Zeckenbiss macht dem Berichterstatter Sorgen, und das alles bei der Suche Dachsbusch.