Heute hatte Dieter das Sagen, das aber nur, weil die aktuellen Gewitter sich nicht lange ankündigen sondern spontan im Rheinland niedergehen. Die Spuren sind auf den Wanderwegen zu sehen. Da wird der Berichterstatter die geplante Tour bei Dahlem im Juli anpeilen.
| Spuren der Nacht |
Auf ins Siebengebirge und das Privileg genießen unter geologischer Führung in die Geheimnisse von Weilberg und Stenzelberg eintauchen. Der Ort Oberdollendorf, am Vorabend noch durch Geröllmaßen verschüttet, ist Ausgangspunkt mit Parkplatz in der Nähe des Weilbergs. Am Bruch des Weilbergs sind mittlerweile einige Formen des Vulkans Schlotes mit üppigem Grün bewachsen. Der stillgelegte Basaltsteinbruch erlaubt einen einmaligen Bilderbuch-Einblick in die Prozesse des Vulkanismus, die im ausgehenden Oligozän, vor etwa 25 Millionen Jahren, den großen Siebengebirgs-Vulkankomplex aufgebaut haben.
| Infotafel Vulkanismus |
| Weilberg |
| Stenzelberg Eingang |
Die Lichtverhältnisse waren spektakulär, was man vielleicht mit der Kamera nicht so festhalten konnte. Man fühlte sich versetzt in die Welt der Schluchten diese Erde, in diesem Fall auf Mallorca in der Schlucht an Sa Calobra, oder Kloster Luc, halt nicht so hoch bzw., tief. Der Steinbruchbetrieb endete 1931.
| Da muß man durch |
Nach Stilllegung der Brüche hat sich am Stenzelberg eine charakteristische Landschaft entwickelt, die die besondere Flora und Fauna eines Trockenbiotops bietet. Insbesondere die steilen Felswände und freistehenden Umläufer machten den Berg in den 80er und 90er Jahren zum beliebten Klettergebiet.
| Umläufer |
Vom Stenzelberg weiter in Richtung Nonnenstromberg, wo wir uns sich auf einem Aussichtspunkt niederließen und die umgehenden Berge definierten. Die Wolkenbildung verdichtet sich, es blieb aber noch trocken.
Ein Abstecher zum Kloster Heisterbach ließ noch Zeit genug einige Feinheiten der Anlage zu besichtigen. Im Zuge der Regionale 2010 sind im Moment hier umfangreiche Grabungen mit Spachtel und Pinsel. Die alte Wasserversorgung, Teichanlage mit Pegelhaus ist gut gefüllt.
Vieles von dem, was wir heute über die Zeit von 1180 bis 1240 wissen, verdanken wir dem bekanntesten Mönch aus Heisterbach, Caesarius, der von 1199 bis 1240 im Kloster Heisterbach lebte.
| Tür ins Kloster |
Als Napoleon die politische Karte Deutschlands neu ordnete und dazu die geistlichen Fürsten enteignet wurden (Säkularisation), begann der Abriss.
| Ruine mit Doppelsäulen |
1809 erwarb sich der französische Unternehmer Piautaz die Rechte hier Steine für den Bau des Nordkanals zwischen Venlo und Neuss zu verwenden. Auch die Festung Ehrenbreitstein wurde mit Steinen von Heisterbach gebaut. 1818 verbot der preußische Oberpräsident den weiteren Abbruch. Da war es leider schon zu spät.
Über den Rheinsteig, leichter Anstieg wurde der Ausgangspunkt erreicht. Reichlich geschwitzt bei den schwülwarmen Temperaturen aber rechtzeitig vor dem angekündigten Gewitter wird in Café Dry der Wandertag beendet.
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