Wandern in Belgien.
Wanderleitung: Norbert.
Wanderkarte: Belgien Hautes Fagnes, Hohes
Venn, Hoge Venen, oder Eifelverein Karte Nr.3 Monschauer Land Rurseengebiet.
Wanderkilometer, Zeit und Höhenmeter: 15,0 km 04:13 h, 235 hm.
Wegführung: Kennzeichnung der Wege farbig,
blaue Raute.
Anspruch: mittel.
Wetter: bedeckt,
Sonne, 22,0 Grad C
Wegcharakter: urige Gras und Waldwege, befestigte Wege, Holzstege.
Start der Wanderung, direkt
an der Grenze zu Duitsland, am Parkplatz Vennbahn bei Aderich. Hinweise und
Verbote sind dreisprachig angeschlagen.
Ein Holzstegweg durch das
Imgenbroicher Venn ist in so einem desolaten Zustand das nach einigen Metern
überlegt wird umzukehren, aber da hat man die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
Morsche Stege und total zugewachsen, so dass die Wegführung kaum erkennbar ist.
Et kütt, wie et kütt, Et hätt noch immer jot jejange.
Heißt es nun Stausee
Eupen, oder Wesertalsperre, das war eine der Fragen während der Wanderung, den
bis zum Steinbach, der letztendlich in die Weser fließt ging die Wanderung,
wenn auch in der belgischen Karte Lac d`Eupen auftaucht. Wir sind in den
dichten Wald abgetaucht und auf 560 Meter Höhe sind angenehme Temperaturen und
am heutigen Tag viele im Venn unterwegs.
Vom Startplatz ging es
zunächst bis zum Aachener Pilgerpfadkreuz über einen breiten asphaltierten Weg
der dann am Rande des Naturschutzgebietes abzweigt und ein schöner uriger Pfad bis
zum Konzener Venn sich durch die Landschaft schlängelt.
Die Tourleitung sammelt
fleißig Pilze und die fachgerechte Säuberung wird direkt vor Ort erledigt. In
Richtung Reinartzhof wird an einer Kapelle die von den Mauerresten des Hofes
erbaut wurde eine Pause eingelegt.
Auf dem „Reinart” ist es
still geworden, seit die letzten Bewohner den Reinartzhof mitten im Hohen Venn
verlassen haben. Das war im Jahr 1971. Und die hatten sich hartnäckig dem
Befehl widersetzt, ihren Hof zu verlassen. Drei Tafeln mit herrlich alten
Bildern erzählen vom harten Leben und Arbeiten auf den Höfen vom Reinart - ohne
Strom und ohne Wasserleitung. In kalten Wintern tagelang eingeschneit und bei
Nebel wurde für die Pilger von Aachen nach Trier eine Glocke geläutet, damit
man sich nicht im Moor verirrte.
Ein paar Mauerreste,
Info-Tafeln und die kleine Kapelle erinnern daran dass in der Einsamkeit des
Hohen Venns gelebt und gearbeitet wurde. Am 26. Juni 1958 wurde per Erlass des
belgischen Königs das Ende des Reinartzhofes verkündet: Zum Schutze des Wassers
in der Weserbachtalsperre bei Eupen musste der Reinart geräumt werden.
Die Faszination Venn erlebt
der Wanderer am Rande der Schutzgebiete und die weiten Blicke auf dem gleichen
Höhenniveau des Geländes sind bei diesen Lichtverhältnissen besonders reizvoll.
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