Montag, 14. August 2017

Aderich.

Wandern in Belgien.
Wanderleitung: Norbert.
Wanderkarte: Belgien Hautes Fagnes, Hohes Venn, Hoge Venen, oder Eifelverein Karte Nr.3 Monschauer Land Rurseengebiet.
Wanderkilometer, Zeit und Höhenmeter:  15,0 km 04:13 h, 235 hm.
Wegführung: Kennzeichnung der Wege farbig, blaue Raute.
Anspruch: mittel.
Wetter: bedeckt, Sonne, 22,0 Grad C
Wegcharakter: urige Gras und Waldwege, befestigte Wege, Holzstege.

Start der Wanderung, direkt an der Grenze zu Duitsland, am Parkplatz Vennbahn bei Aderich. Hinweise und Verbote sind dreisprachig angeschlagen.
Ein Holzstegweg durch das Imgenbroicher Venn ist in so einem desolaten Zustand das nach einigen Metern überlegt wird umzukehren, aber da hat man die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Morsche Stege und total zugewachsen, so dass die Wegführung kaum erkennbar ist. Et kütt, wie et kütt, Et hätt noch immer jot jejange.
Heißt es nun Stausee Eupen, oder Wesertalsperre, das war eine der Fragen während der Wanderung, den bis zum Steinbach, der letztendlich in die Weser fließt ging die Wanderung, wenn auch in der belgischen Karte Lac d`Eupen auftaucht. Wir sind in den dichten Wald abgetaucht und auf 560 Meter Höhe sind angenehme Temperaturen und am heutigen Tag viele im Venn unterwegs.
Vom Startplatz ging es zunächst bis zum Aachener Pilgerpfadkreuz über einen breiten asphaltierten Weg der dann am Rande des Naturschutzgebietes abzweigt und ein schöner uriger Pfad bis zum Konzener Venn sich durch die Landschaft schlängelt.
Die Tourleitung sammelt fleißig Pilze und die fachgerechte Säuberung wird direkt vor Ort erledigt. In Richtung Reinartzhof wird an einer Kapelle die von den Mauerresten des Hofes erbaut wurde eine Pause eingelegt.
Auf dem „Reinart” ist es still geworden, seit die letzten Bewohner den Reinartzhof mitten im Hohen Venn verlassen haben. Das war im Jahr 1971. Und die hatten sich hartnäckig dem Befehl widersetzt, ihren Hof zu verlassen. Drei Tafeln mit herrlich alten Bildern erzählen vom harten Leben und Arbeiten auf den Höfen vom Reinart - ohne Strom und ohne Wasserleitung. In kalten Wintern tagelang eingeschneit und bei Nebel wurde für die Pilger von Aachen nach Trier eine Glocke geläutet, damit man sich nicht im Moor verirrte.

Ein paar Mauerreste, Info-Tafeln und die kleine Kapelle erinnern daran dass in der Einsamkeit des Hohen Venns gelebt und gearbeitet wurde. Am 26. Juni 1958 wurde per Erlass des belgischen Königs das Ende des Reinartzhofes verkündet: Zum Schutze des Wassers in der Weserbachtalsperre bei Eupen musste der Reinart geräumt werden.

Die Faszination Venn erlebt der Wanderer am Rande der Schutzgebiete und die weiten Blicke auf dem gleichen Höhenniveau des Geländes sind bei diesen Lichtverhältnissen besonders reizvoll. 

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