Donnerstag, 3. August 2017

Berlin.

Wo waren wir noch nicht?
Fast alles Stadtteile sind uns bekannt, Friedrichshain, Neukölln, Kreuzberg, Charlottenburg, Schöneberg, Prenzlauer Berg, Tiergarten, Wedding, Wilmersdorf, Steglitz, Mitte, Treptow, Tempelhof, Pankow, Köpenick, Weißensee, Reinickendorf, Zehlendorf, Spandau, Lichtenberg, Hellersdorf, Marzahn, Hohenschönhausen.
Wir schauen und ein Bauobjekt in der Bouchéstraße an, hier wird seit 2015 gebaut und bis auf 3 Einheiten ist schon alles verkauft. Jahrelang brach liegend mit einem Platz für einen Zirkus. Ein Grundstück mit wechselvoller Geschichte.
Das Grundstück zwischen Bouchéstraße, Harzer Straße ist ein geschichtsträchtiger Ort. 1937 erwarb der Berliner Bauunternehmer Hildebrandt das Gelände, um darauf eine Wohnanlage zu bauen. Dazu kam es aber nicht, infolge des Zweiten Weltkriegs. Nach Kriegsende lag das Grundstück am Rande des sowjetischen Sektors und grenzte direkt an den amerikanischen, somit gehörte es seit 1949 zur DDR. 1962 wurde die Familie von der DDR enteignet: Im so genannten Todesstreifen stand genau hier ein DDR Grenz- Wachturm. 1983 gelang in der Bouchéstraße eine spektakuläre Flucht an einem Seil von Haus zu Haus. 1989 die Wende. Doch die Besitzverhältnisse wurden erst 1996 mit dem Inkrafttreten des Mauergrundstücksgesetzes abschließend geklärt. Das Grundstück ging damit in den Besitz des Bundes, Alteigentümer konnten die Grundstücke für 25 Prozent des Verkehrswertes zurück kaufen. Die Witwe Charlotte Hildebrandt kämpfte vergebens um die Rückgabe. Klagte sie gegen das Mauergrundstücksgesetz, dass sie als zweite Enteignung empfand. Fast hundertjährig ist sie vor einigen Jahren verstorben. Nachdem der Europäische Gerichtshof die Klage 2013 ohne Erklärung abgewiesen hatte, musste der Sohn Joachim Hildebrandt 2014 das Grundstück kaufen um es nicht ganz zu verlieren. Preise für die Eigentumswohnungen werden auf der Homepage des Bauunternehmers nicht genannt. Schade.
Naja ein neuer Monat hat angefangen und so ist ein Besuch bei der Hausbank geplant. Kontrolle ob die Rentenerhöhung auch beim Verbraucher etwas übrig lässt. Zu einem Kaffee und Eiskaffee am Rathausplatz von Neukölln reicht es gerade noch.

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