Wo waren wir noch nicht?
Fast alles Stadtteile
sind uns bekannt, Friedrichshain, Neukölln, Kreuzberg, Charlottenburg,
Schöneberg, Prenzlauer Berg, Tiergarten, Wedding, Wilmersdorf, Steglitz, Mitte,
Treptow, Tempelhof, Pankow, Köpenick, Weißensee, Reinickendorf, Zehlendorf,
Spandau, Lichtenberg, Hellersdorf, Marzahn, Hohenschönhausen.
Wir schauen und ein
Bauobjekt in der Bouchéstraße an, hier wird seit 2015 gebaut und bis auf 3
Einheiten ist schon alles verkauft. Jahrelang brach liegend mit einem Platz für
einen Zirkus. Ein Grundstück mit wechselvoller Geschichte.
Das Grundstück zwischen
Bouchéstraße, Harzer Straße ist ein geschichtsträchtiger Ort. 1937 erwarb der
Berliner Bauunternehmer Hildebrandt das Gelände, um darauf eine Wohnanlage zu
bauen. Dazu kam es aber nicht, infolge des Zweiten Weltkriegs. Nach Kriegsende
lag das Grundstück am Rande des sowjetischen Sektors und grenzte direkt an den
amerikanischen, somit gehörte es seit 1949 zur DDR. 1962 wurde die Familie von
der DDR enteignet: Im so genannten Todesstreifen stand genau hier ein DDR
Grenz- Wachturm. 1983 gelang in der Bouchéstraße eine spektakuläre Flucht an
einem Seil von Haus zu Haus. 1989 die Wende. Doch die Besitzverhältnisse wurden
erst 1996 mit dem Inkrafttreten des Mauergrundstücksgesetzes abschließend
geklärt. Das Grundstück ging damit in den Besitz des Bundes, Alteigentümer
konnten die Grundstücke für 25 Prozent des Verkehrswertes zurück kaufen. Die
Witwe Charlotte Hildebrandt kämpfte vergebens um die Rückgabe. Klagte sie gegen
das Mauergrundstücksgesetz, dass sie als zweite Enteignung empfand. Fast
hundertjährig ist sie vor einigen Jahren verstorben. Nachdem der Europäische
Gerichtshof die Klage 2013 ohne Erklärung abgewiesen hatte, musste der Sohn
Joachim Hildebrandt 2014 das Grundstück kaufen um es nicht ganz zu verlieren.
Preise für die Eigentumswohnungen werden auf der Homepage des Bauunternehmers nicht
genannt. Schade.
Naja ein neuer Monat hat
angefangen und so ist ein Besuch bei der Hausbank geplant. Kontrolle ob die
Rentenerhöhung auch beim Verbraucher etwas übrig lässt. Zu einem Kaffee und
Eiskaffee am Rathausplatz von Neukölln reicht es gerade noch.
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