Montag, 2. Oktober 2017

Abenden.

Vom Rurtal in den Badewald.
Wandervorschlag der Kölnischen Rundschau.
Wanderleitung: Gerd, Herbert.
Einer liest den Artikel, der andere geht mit.
Wanderkarte: Eifelverein Karte Nr.2 neue Wegzeichen
Wanderkilometer, Zeit und Höhenmeter:  15,0 km 04:17 h, 415 hm.
Streckenführung: Weg Nummer 67,77,48,68,30, Eifelverein.
Anspruch: mittel.
Wetter: bedeckt, 16,4 Grad C Mittag Sonne, 21,0 Grad C.
Wegcharakter: befestigte Waldwege, trocken
Startpunkt der Tour ist direkt am Kaffee Hallmann in Abenden. Den Rundschau Artikel lesen und schon geht es steil an über Treppen durch den Badewald.
Der Badewald ist nicht etwa ein geheimer Badeweiher inmitten dichter Bäume. Badewald heißt ein Waldgebiet zwischen den beiden Nideggener Stadtteilen Abenden, sprich: Ah-Benden, und Berg. Wahrscheinlich geht der Name Badewald auf einen niedergegangenen Ort namens Badua zurück.
Die Wetteraussichten waren nicht so rosig leichter Feuchteniederschlag lag in der Luft. Die Streckenführung in das Isimutstal kann man sich sparen, da man letztendlich fast wieder in Abenden ankommt. In Bezug auf den Zeitungsartikel ist man in geschichtlichen Gefilden.
Caesar hat in seinem Bericht über den gallischen Krieg das römische Winterlager castellum Aduatucam erwähnt, dass in der Nähe einer keltischen Fliehburg namens Aduatuca gelegen haben soll. Die Lage dieser Festung legt er fest mit mitten im Eburonenland.
Schon lange suchen Heimatforscher nach diesem historischen Ort. Insgesamt 40 Möglichkeiten hat man gefunden, neben Tongeren, Moresnet und Krewinkel in Belgien auch das Aachener und Dürener Land. Favorisiert wird besonders das Gebiet des Badewaldes mit mehreren Orten zwischen Nideggen und Vlatten.
Die der Abzweigung zum Rosstals ist man fast unmittelbar am Ortsrand von Abenden und durch das langgezogene Tal hat man unmerklich wieder die 300 Höhenmetermarke geknackt. Die K 48 überqueren und vor dem Forsthaus Bade, in ein Stück des alten Badewaldes eintauchen. Bodenvertiefungen berichten von der Jahrhunderte langen Nutzung als Erzabbaugebiet.
Danach geht es hinab ins Rurtal, das wir am Fuße Hausen und Blens erreichen.
Die Buntsandsteinfelsen werden sichtbar und die Sonne ebenfalls, so sind schöne Ansichten für die beiden Wanderer präsent. Bis vor wenigen Jahren tummelten sich hier Bergsteiger und Kletterer; heute ist das Gebiet eines der am strengsten geschützten Biotope der Eifel. Wegen des Anflugs der horstenden Greifvögel ist an der Rurtalstraße in diesem Abschnitt die Geschwindigkeit eingeschränkt. Diese erzwungene Rücksichtnahme der Autofahrer wird sogar durch eine Radarkamera überwacht, in beide Richtungen.
Auf der linken Seite der Rur folgen wir im Tal zunächst aufwärts. Mit dem Aufstieg zur Höhe ändern wir aber dann unmerklich die Richtung und begleiten den Fluss ab der schön gelegenen Schutzhütte mit herrlichem Ausblick nun in Richtung seiner Mündung.
Viele Historiker haben sich in der Vergangenheit mit den auffälligen Funden im Badewald beschäftigt, aber noch sind seine Geheimnisse nicht völlig gelöst.
Auch wir konnten dieses Geheimnis nicht lüften, aber dennoch lohnt sich eine Wanderung in den Badewald, ein schöner Mischwald mit Birken, Kirschbäumen und steinalten Buchen.

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