Freitag, 14. August 2015

Wünsdorf/Zossen.

Unsere Tour nach der abendlichen Planung geht zu den Bunkeranlagen Zossen / Wünsdorf, und begann bei dem Nachrichtenbunker Zeppelin Amt 500
Der wohl letzte heiße Tag in Berlin, immerhin über 35 Grad, da war es eine absolut geile Idee von den Gastgebern eine Besichtigung der umfangreichen Anlagen bei einer konstanten Temperatur von 10 Grad Celsius im Nachrichtenbunker, zu machen.
Im April 1936 wurde entschieden, neben der Bunkersiedlung Maybach I einen Nachrichtenbunker zu bauen. Durch die Reichspost wurde für die Anlage die Bezeichnung Amt 500 – Zeppelin verwendet. Bauausführende Firma im Auftrag der Reichspost Erfurt war die Firma Polensky & Zöllner, Holzmann, sowie mehrere kleine regionale Unternehmen. Innerhalb von 2 Jahren waren die riesigen Erdmassen ausgehoben und der Bunker im Rohbau fertig. Bis zum Sommer 1944 hatte Zeppelin einen Betonmantel gegen Bombentreffer erhalten. Nicht selten kam es zu dieser Zeit zu Verbindungen zwischen der Wolfsschanze und des Heeresgruppenkommandos im Osten, deren Stromversorgung über Zeppelin geführt wurde. Wir erkundeten die riesige Anlage vom Nordstollen aus, der sich damals gut getarnt in einem Zweifamilienhaus befand. Hier unten, in dem drei Etageren Bunker sind noch zahlreiche Relikte der Wehrmacht, aber auch der Nachnutzung durch die Russen zu sehen.


Anfang der 1960er Jahre begann das Oberkommando der GSTD den ehemaligen Nachrichtenbunker Zeppelin zu reaktivieren, und richtete den Führungs- und Nachrichtenbunker Ranet ein. Der Bunker war über drei Stollen zu erreichen. Die Maschinenhallen reichten bis in die zweite von drei Etagen.

Im Raum der Fernsprechvermittlung des Heeres sind noch sehr gut die angeordneten Fundamente für die Vermittlungsanlagen zu erkennen. Der Nachrichtenbunker Zeppelin Amt 500 wurde am 21.04.1945 ohne Kampfhandlungen von der Roten Armee eingenommen. Sprengungsversuche scheiterten.
Die Bunkerhäuser Maybach I bis 4 schauten wir uns einige Hausbunker der Anlage Maybach I an, die alle mehr oder weniger den Sprengversuchen der Russen zum Opfer fielen.


Die Struktur der einst als Wohnhäuser getarnten Bunker ist aber immer noch gut zu erkennen, und man kann sich ein ziemlich gutes Bild über den ehemaligen Zustand der fast oval artig angeordneten Anlage machen. Der eingezäunte Bereich von Maybach I umfasste 12 Bunkerhäuser. Die Häuser hatten eine Länge von 36m und waren 16m breit. Die Gesamthöhe betrug 24m, wovon 9m in zwei Etagen unterirdisch mit Eisenbeton umschlossen waren. Zur Tarnung hatte man auf die geschlossenen Betondächer schwarze Dachpappe aufgeklebt Schornsteinattrappen aufgesetzt, sie dienten der Belüftung und Entlüftung als Wohnhäuser getarntes Mauerwerk und Verkleidete Bunkertüren. Installationen für Wasser, Belüftung und Elektrik waren im Tiefkeller integriert. Die Bunkerhäuser A 4 und A 9 verfügten im Tiefkeller über eine Notstromanlage.

Die Bunkerhäuser waren untereinander mit einem 600m langen Ringstollen verbunden. Es gab zur Tarnung außerhalb Liegestühle für die Telefonistinnen damit die sich auch bräunen konnten und nicht irgendwo im Kino kreidebleich das Objekt der feindlichen Spionage wurden.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Jut, dit ooch et Schwiegavättaschn sisch zune Joppe übazeujan liess - is ja ordantlish am räuspan