Unsere
Tour nach der abendlichen Planung geht zu den Bunkeranlagen Zossen / Wünsdorf, und
begann bei dem Nachrichtenbunker
Zeppelin Amt 500
Der
wohl letzte heiße Tag in Berlin, immerhin über 35 Grad, da war es eine absolut
geile Idee von den Gastgebern eine Besichtigung der umfangreichen Anlagen bei
einer konstanten Temperatur von 10 Grad Celsius im Nachrichtenbunker, zu
machen.
Im
April 1936 wurde entschieden, neben der Bunkersiedlung Maybach I einen
Nachrichtenbunker zu bauen. Durch die Reichspost wurde für die Anlage die
Bezeichnung Amt 500 – Zeppelin verwendet. Bauausführende Firma im Auftrag der
Reichspost Erfurt war die Firma Polensky & Zöllner, Holzmann, sowie mehrere kleine
regionale Unternehmen. Innerhalb von 2 Jahren waren die riesigen Erdmassen ausgehoben
und der Bunker im Rohbau fertig. Bis zum Sommer 1944 hatte Zeppelin einen
Betonmantel gegen Bombentreffer erhalten. Nicht selten kam es zu dieser Zeit zu
Verbindungen zwischen der Wolfsschanze und des Heeresgruppenkommandos im Osten,
deren Stromversorgung über Zeppelin geführt wurde. Wir erkundeten die riesige
Anlage vom Nordstollen aus, der sich damals gut getarnt in einem
Zweifamilienhaus befand. Hier unten, in dem drei Etageren Bunker sind noch
zahlreiche Relikte der Wehrmacht, aber auch der Nachnutzung durch die Russen zu
sehen.
Anfang
der 1960er Jahre begann das Oberkommando der GSTD den ehemaligen
Nachrichtenbunker Zeppelin zu reaktivieren, und richtete den Führungs- und
Nachrichtenbunker Ranet ein. Der Bunker war über drei Stollen zu erreichen. Die
Maschinenhallen reichten bis in die zweite von drei Etagen.
Im
Raum der Fernsprechvermittlung des Heeres sind noch sehr gut die angeordneten
Fundamente für die Vermittlungsanlagen zu erkennen. Der Nachrichtenbunker
Zeppelin Amt 500 wurde am 21.04.1945 ohne Kampfhandlungen von der Roten Armee
eingenommen. Sprengungsversuche scheiterten.
Die Bunkerhäuser Maybach
I bis 4 schauten wir uns einige Hausbunker der Anlage Maybach I an, die
alle mehr oder weniger den Sprengversuchen der Russen zum Opfer fielen.
Die
Struktur der einst als Wohnhäuser getarnten Bunker ist aber immer noch gut zu
erkennen, und man kann sich ein ziemlich gutes Bild über den ehemaligen Zustand
der fast oval artig angeordneten Anlage machen. Der eingezäunte Bereich von
Maybach I umfasste 12 Bunkerhäuser. Die Häuser hatten eine Länge von 36m und
waren 16m breit. Die Gesamthöhe betrug 24m, wovon 9m in zwei Etagen
unterirdisch mit Eisenbeton umschlossen waren. Zur Tarnung hatte man auf die
geschlossenen Betondächer schwarze Dachpappe aufgeklebt Schornsteinattrappen
aufgesetzt, sie dienten der Belüftung und Entlüftung als Wohnhäuser getarntes
Mauerwerk und Verkleidete Bunkertüren. Installationen für Wasser, Belüftung und
Elektrik waren im Tiefkeller integriert. Die Bunkerhäuser A 4 und A 9 verfügten
im Tiefkeller über eine Notstromanlage.
Die
Bunkerhäuser waren untereinander mit einem 600m langen Ringstollen verbunden. Es
gab zur Tarnung außerhalb Liegestühle für die Telefonistinnen damit die sich
auch bräunen konnten und nicht irgendwo im Kino kreidebleich das Objekt der
feindlichen Spionage wurden.
1 Kommentar:
Jut, dit ooch et Schwiegavättaschn sisch zune Joppe übazeujan liess - is ja ordantlish am räuspan
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