Donnerstag, 20. Mai 2010

Wer hätte das gedacht.

Im Januar 2009 hatten wir den letzten Kochabend in unserer geselligen Runde, und es bahnte sich an, das war’s vorerst. Adios, nach 28 Jahren ist Schluss. Christine unsere Chefin zog aus beruflichen Gründen nach Dortmund, und nun fährt Sie für uns, abgekürzt gesagt DB, BD. Immer gut drauf, auch wenn einem mal ein Missgeschick passiert war, sprich zu viel Pfeffer, Salz oder Knobi. Wie man sieht, Sie genießt es auch wieder in unserer Mitte zu sein.

So mitten in Westfalen ist auch das Thema des Kurses, Westfälische Küche.
In der Besprechung und Vorbereitungsphase wird bei uns kein Pinkus-Alt, sondern ein leckeres Kölsch getrunken. Für den kleinen Hunger wurden als Vorspeise Westfälische Wurstbrötchen gebacken.
Frische grobe Bratwürste aufschneiden, das Brät kneten, Salz, Pfeffer, altbackenes Brötchen. Naja so wie manch einer Buletten macht, halt ohne Zwiebel. Das Ganze in Blätterteig gerollt, mit Eigelb bestrichen und bei 220 ° C grad gebacken. Ein leckerer Snack für nebenher, oder zum Doppelkopf spielen.

Das Hauptgericht nannte sich Münsterländer Töttchen, wobei „Töttchen“ eine Verballhornung der französischen Küche ist, und eigentlich „en tortue“ sein sollte. Aber anstatt Schildkröten wird bei uns Kalbfleisch von Jungbullen genommen und wegen der langen Garzeit fein geschnitten.

Geschnippelt wurde viel und wie von Geisterhand hatten sich auch wieder bei der Besetzung der Küchenzeilen die alten Gruppen eingefunden. Alois, Wolfgang und Rolf präsentierten das Hauptgericht. Paul, Heinz und Gerd die Vorspeise, na klar, Wilhelm und Hermann-Josef das Dessert. Da Töttchen im gesamten westfälischen Raum bekannt und beliebt ist, wird hier die Zubereitung verraten.

Kalbfleisch mit gewaschenen und geputzten Suppengrün, Lorbeerblätter, Nelke, Thymian, Pfefferkörner und Salz etwa 1,5 Stunden bei mittlerer Hitze in reichlich Wasser weich kochen. Das Fleisch aus der Brühe nehmen, kleine Würfel schneiden, das hatten wir vorher gemacht und so die Garzeit verkürzt, Brühe durch ein feines Sieb geben. Da wurden auch schon die kleinen Probierlöffel geschwungen und Urteile abgegeben. Geschälte gehackte Zwiebel in Butter goldbraun anbraten, etwas Mehl bestäuben und mit Wein ablöschen. Brühe hinzugeben und eine dickliche Sauce köcheln lassen, mit Essig, Zucker und Senf leicht säuerlich abschmecken. Die Fleischwürfel dazugeben nochmals erhitzen, und mit Petersilienkartoffel servieren.
Hm lecker,

Passend zu Westfalen, eine Lippische Kaltschale, aus Korinthen, Pumpernickel, saure Sahne, dunkles Bier, geriebene Schale einer Zitrone, Zimt und Zucker.
Für den als Malerpoet berühmt gewordenen Carl Spitzweg gehörte diese Kaltschale in seine Leibgerichtsammlung. Ein ideales Mittel gegen einen verstauchten Magen. Noch schnell die nächsten Termine abklopfen, den Christine hatte noch einen weiten Weg zu bewältigen. Herzlichen Dank, denn ohne Sie wären wir in dieser Form nicht mehr zusammengekommen. Ein Herrenabend der besonderen Art.

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