Dienstag, 16. August 2016

Bernau

Bernau bei Berlin.


So ist es auf vielen Hinweisen zu lesen. Wir beginnen unsere Entdeckungen vom Marktplatz aus zum Steintor. Es ist das letzte der drei Stadttore Bernaus, die in die acht Meter hohe und ca. 1.300 m lange Feldsteinmauer aus dem 14. Jh. eingebaut ist. Das Steintor steht mit seiner ganzen Wucht und Pracht am östlichen Ende der Berliner Straße. Durch zwei Wehrgänge ist es mit dem Hungerturm verbunden
Weiter zur 1908 erbauten Herz-Jesu-Kirche, eine einschiffige Hallenkirche im Stile norddeutscher Backsteingotik, leider verschlossen, hier wurde der Wunsch eines Pfarrers 1906 begonnen.
Das blaue Wunder von Bernau, ein Scheibengaskessel ist seit 1993 ein technisches Denkmal in seiner Zeit 1931 erbaut einzigartig in der Welt.
Als der Berliner Bär noch darauf wartete, erstmals in der Weltgeschichte aufzutauchen, machte in Brandenburg schon ein Bär von sich reden: Albrecht der Bär, ein askanischer Markgraf, welcher der Sage nach um das Jahr 1140 die Stadt Bernau gründete.
Die günstige Lage an einer Handelsstraße, die Tuchmacherei und vor allem die Bierbrauerei verhalfen der Stadt zum Aufschwung. Laut dem Stadtchronisten Wernicke wurde zu dieser Zeit in 146 von 326 Hausstellen Bier gebraut. Mehr als 30.000 Tonnen des beliebten Gerstensaftes wurden noch im 17. Jahr- hundert ausgeführt. Jahrhundertelang galt das Bernauer Bier als das Beste der Mark Brandenburg.
Öfter taucht der Name Hussiten auf. Unter dem Begriff Hussiten, auch Bethlehemiten genannt, werden verschiedene reformatorische beziehungsweise revolutionäre Bewegungen im Böhmen des 15. Jahrhunderts zusammengefasst, die sich ab 1415 nach der Verbrennung des Theologen und Reformators Jan Hus herausbildeten.
Bei der Vertreibung der Hussiten, die Bernau im Jahre 1432 belagerten, sollen heiße, breiartige Braurückstände, gezielt über die Brüstung der Stadtmauer gekippt, eine entscheidende Rolle gespielt haben. Schwere Zeiten brachen für die Stadt am Ende des 16. und dann im 17. und 18. Jahrhundert an.

Unser zweistündiger Rundgang, Kulturpfad, nach einem Prospekt Bernau beenden wir in einem Café in der Mühlenstraße direkt neben der St.-Marien-Kirche. Überschaubar diese kleine Stadt, die offensichtlich viel Tourismus erlebte an diesem Tag.

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