Rathaus Innenhof.
Schnell
noch einen Termin im Rathaus wahrnehmen. Vom 24. Juni bis 28. August wird das
Musical:“ Der Hauptmann von Köpenick, “ aufgeführt. Immer nur freitags bis
sonntags.
Am
Nachmittag bringt uns der 165 er Bus direkt nach Köpenick. Da wir am Vortag im
Informationszentrum die Karten geordert hatten konnte die Sache ruhig
angegangen werden. Da blieb Zeit für einen Bummel durch den Schlosspark mit
einen Kaffee und Kuchen bei Mutter Lustig direkt an der Dahme.
Der
dreigeschossige Barockbau erbaut 1677bis1682, auf der Schlossinsel gelegen,
hatte mehrere Vorgänger. 1682/85 folgte eine von Johann Arnold Nering erbaute
Schlosskapelle. Das Schloß hat eine wechselvolle Geschichte. So war es
zeitweilig Train Depot für die preußische Armee, Staatsgefängnis und Lehrerseminar.
Von 1998 bis 2003 wurde das Schloß aufwendig saniert und Ende Mai 2004 wieder
eröffnet.
Der
englische Schlosspark ist auf drei Seiten von der Dahme umgeben. Er bietet
einen Blick auf den alten Kiez, die Köllnische Vorstadt und auf Spindlersfeld.
Mit seinen alten schattigen Bäumen, darunter eine über 350 Jahre alte
Flatterulme sowie Schwarznuß- und Tulpenbäumen, ein Ginko- und ein Mammutbaum
sowie Magnolien und die vielen Rhododendronbüschen und dem kleinen Schloss Café
lädt er zu einem kleinen Rundgang ein.
Nach
den Spaziergängen noch eine Stärkung für die anstehenden 3 Stunden Unterhaltung
im Rathaus Innenhof. Beim Griechen, Asteria, mit Blick auf den Hafen, ist
gerade noch ein Platz freigeworden, vor der Bestellung schnell ein Ouzo. Die
Portionen waren groß und lecker zu angemessenen Preisen. Hier wurde so viel Ouzo
verteilt, das Flasche am Tisch blieb.
Ein
Musical am Originalschauplatz, Wilhelm Voigt wäre gern ein rechtschaffender
Untertan, doch er scheitert am alltäglichen bürokratischen Teufelskreis um
1906. Schließlich schlägt er die ordnungstreuen und Autoritätshörigen mit ihren
eigenen Waffen und wird Held der kleinen Leute.
Die
Atmosphäre bei lauen Temperaturen war einfach genial, schöne Beleuchtung,
durchnummerierte Sitze und Reihen, da kann man locker und entspannt sein. Da
könnten sich die Veranstaltungen in der Heimat daran orientieren.
Kritische
Aspekte im Dialog, topaktuell, vielen Themen der heutigen Zeit angepasst: kein
Pass kein Bleiberecht, keine Papiere von Arbeitgebern kein neuer Job, keine
Unterkunft immer auf der Suche nach einer Bleibe, Kleider machen Leute, wer
arbeiten will kriegt Arbeit, sozial Schwache hatten keine ärztliche Versorgung.
Gute Inszenierung.
Wer
kennt dieses Stück nicht? Heinz Rühmann in einer seiner Paraderollen. In der
Aufführung sind Liedtexte und Dialoge in Berliner Mundart, historische Kostüme
und Ohrwurmmusik. Mit anderen Worten, einfach herrlich.
Die
Vorstellung war nicht ausgebucht, 500 Personen finden dort Platz und bei Regen
werden entsprechende Utensilien angeboten. In der Pause gibt es Schmalzstulle
und Bier, bei ermäßigtem Eintrittspreis keine Frage. In den Abendstunden fährt
der Bus dann zügig an den Haltestellen vorbei, wenn keiner zusteigt oder
aussteigt, da ist man schnell in Mitte gelandet.
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