Samstag, 13. August 2016

Köpenick.

Rathaus Innenhof.

Schnell noch einen Termin im Rathaus wahrnehmen. Vom 24. Juni bis 28. August wird das Musical:“ Der Hauptmann von Köpenick, “ aufgeführt. Immer nur freitags bis sonntags.
Am Nachmittag bringt uns der 165 er Bus direkt nach Köpenick. Da wir am Vortag im Informationszentrum die Karten geordert hatten konnte die Sache ruhig angegangen werden. Da blieb Zeit für einen Bummel durch den Schlosspark mit einen Kaffee und Kuchen bei Mutter Lustig direkt an der Dahme.
Der dreigeschossige Barockbau erbaut 1677bis1682, auf der Schlossinsel gelegen, hatte mehrere Vorgänger. 1682/85 folgte eine von Johann Arnold Nering erbaute Schlosskapelle. Das Schloß hat eine wechselvolle Geschichte. So war es zeitweilig Train Depot für die preußische Armee, Staatsgefängnis und Lehrerseminar. Von 1998 bis 2003 wurde das Schloß aufwendig saniert und Ende Mai 2004 wieder eröffnet.
Der englische Schlosspark ist auf drei Seiten von der Dahme umgeben. Er bietet einen Blick auf den alten Kiez, die Köllnische Vorstadt und auf Spindlersfeld. Mit seinen alten schattigen Bäumen, darunter eine über 350 Jahre alte Flatterulme sowie Schwarznuß- und Tulpenbäumen, ein Ginko- und ein Mammutbaum sowie Magnolien und die vielen Rhododendronbüschen und dem kleinen Schloss Café lädt er zu einem kleinen Rundgang ein.


Nach den Spaziergängen noch eine Stärkung für die anstehenden 3 Stunden Unterhaltung im Rathaus Innenhof. Beim Griechen, Asteria, mit Blick auf den Hafen, ist gerade noch ein Platz freigeworden, vor der Bestellung schnell ein Ouzo. Die Portionen waren groß und lecker zu angemessenen Preisen. Hier wurde so viel Ouzo verteilt, das Flasche am Tisch blieb.
Ein Musical am Originalschauplatz, Wilhelm Voigt wäre gern ein rechtschaffender Untertan, doch er scheitert am alltäglichen bürokratischen Teufelskreis um 1906. Schließlich schlägt er die ordnungstreuen und Autoritätshörigen mit ihren eigenen Waffen und wird Held der kleinen Leute.
Die Atmosphäre bei lauen Temperaturen war einfach genial, schöne Beleuchtung, durchnummerierte Sitze und Reihen, da kann man locker und entspannt sein. Da könnten sich die Veranstaltungen in der Heimat daran orientieren.
Kritische Aspekte im Dialog, topaktuell, vielen Themen der heutigen Zeit angepasst: kein Pass kein Bleiberecht, keine Papiere von Arbeitgebern kein neuer Job, keine Unterkunft immer auf der Suche nach einer Bleibe, Kleider machen Leute, wer arbeiten will kriegt Arbeit, sozial Schwache hatten keine ärztliche Versorgung. Gute Inszenierung.
Wer kennt dieses Stück nicht? Heinz Rühmann in einer seiner Paraderollen. In der Aufführung sind Liedtexte und Dialoge in Berliner Mundart, historische Kostüme und Ohrwurmmusik. Mit anderen Worten, einfach herrlich.



Die Vorstellung war nicht ausgebucht, 500 Personen finden dort Platz und bei Regen werden entsprechende Utensilien angeboten. In der Pause gibt es Schmalzstulle und Bier, bei ermäßigtem Eintrittspreis keine Frage. In den Abendstunden fährt der Bus dann zügig an den Haltestellen vorbei, wenn keiner zusteigt oder aussteigt, da ist man schnell in Mitte gelandet.

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