Freitag, 11. September 2009

Viehscheid, fünfte Jahreszeit. Ruhetag für die Wanderer.

Der leichte Regen beim Frühstück machte uns die Entscheidung nicht schwer, wir fahren mit dem Bus nach Hindelang zum Viehscheid.

Eine der bekanntesten Allgäuer Traditionen fand in Bad Hindelang in diesem Jahr am 11.September statt, dem ist immer so, Tradition, der sogenannte Viehscheid – von den Einheimischen werden Sie oft auch nur von „dem Scheid“ sprechen hören. Es ist das größte weltliche Fest des Tales und dies ist auch kein Wunder in einem Tal, das so sehr mit der Landwirtschaft verbunden ist. Im Frühsommer jeden Jahres wird das Allgäuer Jungvieh zur „Sommerfrische“ auf die Berge geschickt, wo kraftvolles Futter und frische Luft auf sie warten. Und dann nach ca. 100 Tagen in den Bergen kehrt das Vieh zusammen mit den Hirten wieder in das Tal zurück und wird dort „geschieden“, d.h. seinem jeweiligen Besitzer wieder zurückgegeben.

Die Tiere werden herausgeputzt, die großen Schellen (Zugschellen) angelegt und das Leittier mit einem prächtigen Kranz geschmückt. Letzteres allerdings nur dann, wenn während des Sommers kein Unfall, zum Beispiel durch Steinschlag, Blitzschlag oder Absturz eines Tieres, passiert ist.

Schon von weitem ist das Schelle- und Glockengeläut zu hören, angeführt vom stolzen Kranzrind. Wenn die Herde den Scheidplatz erreicht hat, durchläuft sie einen Verschlag, an dessen Ende die Tiere einzeln beim Hirten ankommen. Laut ruft dieser den Namen des Besitzers, der sein Vieh dann in Empfang nimmt. Dies geschieht mit größter Zuverlässigkeit, der Hirte kann jedes Tier genau seinem Besitzer zuordnen. Selbst ein Wanderer aus dem Rheinland legt mit Hand an, wie man sieht mit Erfolg.


Verbunden mit dem Viehscheid ist auch immer ein großer Krämermarkt mit Festzelt, Verkaufsständen, Fahrgeschäften und vielem mehr. Ebenso mit viel Politprominenz der bayrischen Volksparteien. Söder wurde mit dem Heli eingeflogen und das große Festzelt war gerammelt voll, im wahrsten Sinne des Wortes.

Da durften die Kölner nicht fehlen, auf der oberen Mühle ging die Post ab. Music, Gaudi war angesagt. Gegen Nachmittag standen die Frauen an dem WC Schlange, abends die Männer unter Starkstrom. Wie in Colonia die Männer haben’s gut und die Frauen müssen warten. Am späten Nachmittag kehrt sich die Situation um, die Männer stehen Schlange die Frauen schauen zu. Jeck, der WC Boden wird glitschig, die Stimmung steigt, wie Altweiber in Köln.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Na, da habt ihr ja Glück gehabt, dass ihr nicht umgerannt wurdet!