Samstag, 29. Juli 2017

Berlin – Wannsee.

Die größte Badewanne Berlins.
Wenn die Buslinie 104 schon so nahe an der Wohnung vorbei fährt warum nicht zum Wannsee mit nur einmal umsteigen. Dank der BVG App ist das leicht zu handhaben. Wir sitzen im Doppeldecker, klar 1. Reihe oben und es geht Richtung Westen. Erstaunlich wie gut die Fahrer die Baumhöhen einschätzen und die Haltestellen anfahren. Ab Westkreuz noch drei Stationen mit der S7 das Eldorado für Wassersportler und Erholungssuchende, der Wannsee ist erreicht. In Berlin sind 6,6 Prozent des Stadtgebietes Wasserflächen. Wer keinen der großen Seen besucht hat, war nicht in Berlin.
Um sich einen Eindruck vom wichtigsten Seengebiet im Berliner Westen zu verschaffen, sollte man eine Fahrt oder besser eine Wanderung durch den Grunewald machen vorbei am 55 Meter hohen Grunewaldturm, der 1897 zu Ehren Bismarcks auf dem Karlsberg errichtet wurde.
An dessen Büste am Wannsee starten wir zu einer Wanderrunde mit der Option jederzeit eine Fähre zurück zu nehmen. Angenehmer Untergrund, frischer Wind und angenehme Temperaturen verwerfen aber schon bald den Gedanken dies zu nutzen. Am Ende der Havelchaussee erreicht man den Ortsteil Wannsee, benannt nach dem größten der Havelseen. 1929/30 baute sich Berlin am Sandstrand des Wannsees das größte Binnenseebad Europas, das bis 2007 umfassend saniert wurde und bei Sommerwetter von Tausenden Badegästen besucht wird.

Wir könnten auch baden gehen die Temperaturen schwanken zwischen geschätzten 24,0 Grad C bis 27,0 Grad C, haben aber nicht die entsprechenden Utensilien dabei. Zunächst geht es über das typische Kopfsteinpflaster vorbei an der Villa Liebermann, am geschichtsträchtigen Haus der Wannsee Konferenz zum Flensburger Löwen. Diese Strecke war so nicht geplant, da eine Schiffverbindung in der Kompass App eingezeichnet ist.
Übrigens Kompass App, ein Montagswanderer sagt bei seiner Tourleitung ab und an, zeig mir mal dein Ding. Was auch immer darunter verstanden wird. Hier das offizielle ungetürkte Ergebnis unserer Wanderung.
Die Wegführung vom Flensburger Löwen bis zur Pfaueninsel geht unmittelbar am Ufer entlang. Im Wirtshaus Pfaueninsel ist die erste Pause, und ein lustiges Schild lässt erahnen das hier die Radler regelrecht angeschossen kommen.


Von hier an sind Radspur und Fußgänger über breite Wege in Richtung Glienicker Brücke angelegt. Wahnsinnig hoher Baumbestand an Eichen und Buchen, ein breiter Weg der selbst den Radlern nicht ausreicht, die fahren zu dritt nebeneinander. Dieser Teil des Berliner Mauerwegs zeigt sich hier von der kulturellen Seite. Pfaueninsel, Heilandskirche, Schloss Glieneke und letztendlich die berühmte Brücke für den Agentenaustausch während des kalten Krieges.



Nach Querung der B1 ergibt sich ein Blick auf Potsdam und das Schloss Babelsberg. Entlang des Griebnitzsee ist der Weg sehr angenehm, kaum Radler und wie schon erwähnt ein toller Baumbestand. Die Häuser mit großen Gärten und eigenem Bootsanleger das hat schon was. Am Hotel Concorde Forsthaus ist der Baumbestand wieder in dem typischen märkischen Charakter, sprich Kiefern. Die S Bahn ist zu hören somit das Tourende nahe. Nach 5 Stunden Berliner Luft geht es zurück mit der vollbesetzten S 7 in einem Rutsch bis zum Ostbahnhof. Da wird auch schon wieder die Eastside Galerie von den Touristen in Beschlag genommen, am Bruderkuss Bild knubbelt es sich. Da wird wohl unser Liegestuhl im Monbijou Park belegt sein, also früh raus.

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