Die größte Badewanne Berlins.
Wenn die Buslinie 104
schon so nahe an der Wohnung vorbei fährt warum nicht zum Wannsee mit nur
einmal umsteigen. Dank der BVG App ist das leicht zu handhaben. Wir sitzen im
Doppeldecker, klar 1. Reihe oben und es geht Richtung Westen. Erstaunlich wie
gut die Fahrer die Baumhöhen einschätzen und die Haltestellen anfahren. Ab
Westkreuz noch drei Stationen mit der S7 das Eldorado für Wassersportler und
Erholungssuchende, der Wannsee ist erreicht. In Berlin sind 6,6 Prozent des
Stadtgebietes Wasserflächen. Wer keinen der großen Seen besucht hat, war nicht
in Berlin.
Um sich einen Eindruck
vom wichtigsten Seengebiet im Berliner Westen zu verschaffen, sollte man eine
Fahrt oder besser eine Wanderung durch den Grunewald machen vorbei am 55 Meter
hohen Grunewaldturm, der 1897 zu Ehren Bismarcks auf dem Karlsberg errichtet
wurde.
An dessen Büste am Wannsee
starten wir zu einer Wanderrunde mit der Option jederzeit eine Fähre zurück zu
nehmen. Angenehmer Untergrund, frischer Wind und angenehme Temperaturen
verwerfen aber schon bald den Gedanken dies zu nutzen. Am Ende der
Havelchaussee erreicht man den Ortsteil Wannsee, benannt nach dem größten der
Havelseen. 1929/30 baute sich Berlin am Sandstrand des Wannsees das größte
Binnenseebad Europas, das bis 2007 umfassend saniert wurde und bei Sommerwetter
von Tausenden Badegästen besucht wird.
Wir könnten auch baden
gehen die Temperaturen schwanken zwischen geschätzten 24,0 Grad C bis 27,0 Grad
C, haben aber nicht die entsprechenden Utensilien dabei. Zunächst geht es über
das typische Kopfsteinpflaster vorbei an der Villa Liebermann, am
geschichtsträchtigen Haus der Wannsee Konferenz zum Flensburger Löwen. Diese
Strecke war so nicht geplant, da eine Schiffverbindung in der Kompass App
eingezeichnet ist.
Übrigens Kompass App, ein
Montagswanderer sagt bei seiner Tourleitung ab und an, zeig mir mal dein Ding.
Was auch immer darunter verstanden wird. Hier das offizielle ungetürkte
Ergebnis unserer Wanderung.
Die Wegführung vom
Flensburger Löwen bis zur Pfaueninsel geht unmittelbar am Ufer entlang. Im Wirtshaus
Pfaueninsel ist die erste Pause, und ein lustiges Schild lässt erahnen das hier
die Radler regelrecht angeschossen kommen.
Von hier an sind Radspur
und Fußgänger über breite Wege in Richtung Glienicker Brücke angelegt.
Wahnsinnig hoher Baumbestand an Eichen und Buchen, ein breiter Weg der selbst
den Radlern nicht ausreicht, die fahren zu dritt nebeneinander. Dieser Teil des
Berliner Mauerwegs zeigt sich hier von der kulturellen Seite. Pfaueninsel, Heilandskirche,
Schloss Glieneke und letztendlich die berühmte Brücke für den Agentenaustausch
während des kalten Krieges.
Nach Querung der B1
ergibt sich ein Blick auf Potsdam und das Schloss Babelsberg. Entlang des
Griebnitzsee ist der Weg sehr angenehm, kaum Radler und wie schon erwähnt ein
toller Baumbestand. Die Häuser mit großen Gärten und eigenem Bootsanleger das
hat schon was. Am Hotel Concorde Forsthaus ist der Baumbestand wieder in dem
typischen märkischen Charakter, sprich Kiefern. Die S Bahn ist zu hören somit
das Tourende nahe. Nach 5 Stunden Berliner Luft geht es zurück mit der
vollbesetzten S 7 in einem Rutsch bis zum Ostbahnhof. Da wird auch schon wieder
die Eastside Galerie von den Touristen in Beschlag genommen, am Bruderkuss Bild
knubbelt es sich. Da wird wohl unser Liegestuhl im Monbijou Park belegt sein,
also früh raus.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen