Rundweg in der verbotenen Stadt.
Die im Wald versteckte
Militärstadt Wünsdorf war streng bewachte Tabuzone. Eine verbotene Stadt. Dabei
lebten in Wünsdorf bis zu 75.000 sowjetische Männer, Frauen und Kinder. Für
DDR-Bürger war das Gelände, ähnlich wie damals auch die verbotene Stadt für Chinesen
in Peking, strengstes Sperrgebiet. Angeboten werden Bunkerwanderungen wobei man
sich warm anziehen sollte. Diesmal bleiben wir oberhalb des Märkischen Sandes
und wollen mal schauen was da noch so zu sehen ist. Vom Bahnhof Wünsdorf fuhr
bis 1994 täglich ein direkter Zug nach Moskau.
Innerhalb des umzäunten
und ummauerten Areals war bis 1994 unzählige russische Einrichtungen wie
Schulen, Geschäfte, Kindergärten, Theater, Schwimmbäder und Sportplätze. Seit
1994 sind die Truppen weg. Was haben sie hinterlassen? Eine riesige
menschenleere Geisterstadt.
Bis zum April 1945 kamen
von hier, genauer gesagt von der Nachrichtenzentrale Zeppelin die Befehle zu
den deutschen Truppen. In der Weimarer Republik stand hier die Reichswehr unter
Waffen. Die Nationalsozialisten bauten Bunker und Kasernen ins Gelände. Heute
liegt alles in einem friedlichen Tiefschlaf.
Ein Flyer der Gastgeber
weist auf einen Rundweg, der komischer Weise mit 11,3 Kilometer angegeben ist
jedoch an markanten Kreuzungen, Hinweise auf die schon gegangenen Kilometer vermissen
lässt, besonders im Waldgebiet.
An einem Ehrenfriedhof vorbei
könnte die Tour ins Endlose gehen. Dass hier Inder begraben sind erstaunt.
Einzelne Gräber sind gepflegt und die gesamte Anlage wird durch die Stadt
Zossen in Ordnung gehalten. Durch die weite Ebene geht es Retour aber ohne
technische Unterstützung, oder der Erkenntnis wir müssen die Sonne im Rücken
haben, wären wir in Kalinchen, Schöneiche, oder in Töpchin gelandet.
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