Für Weltkulturerbe hatte es letzte
Woche nicht gereicht.
Der
Naumburger Dom zählt zu den bedeutendsten Kathedralbauten des europäischen
Hochmittelalters und ist der Besuchermagnet an der Straße der Romanik in
Sachsen-Anhalt. Vier einflussreichen Sponsoren ist es zu verdanken das der
sakrale Bau vollendet werden konnte, da lauerten keine Erben auf das Vermögen.
Am Vorabend
schon mal die äußere Hülle in Augenschein genommen, Menschenleere Gassen alle
Lokalitäten geschlossen. Die Wetterprognosen abgeschätzt, geht es morgens um
10:00 Uhr auf zur ersten Führung. Ausgestattet mit Anhänger zur Fotogenehmigung
kann es losgehen zum 90 Minuten Kulturgang.
Die
einzigartigen Kunstwerke der Stifterfiguren im West Chor machten nicht nur die
schönste Frau des Mittelalters Markgräfin Uta, sondern auch ihren Schöpfer, den
Naumburger Meister, weltberühmt. Mit der ältesten Steinskulptur der Heiligen
Elisabeth von Thüringen.
Neo Rauch
gestaltete die Fenster mit Szenen aus dem Leben der Heiligen Elisabeth und den
von Lucas Cranach geschaffenen Altarflügeln befinden sich weitere kostbarste
Kunstschätze im Dom und Domschatzgewölbe.
In 2011 wurde
der Domgarten eröffnet, alter Baumbestand Rebsorten und schöne Steinmauern mit
Bepflanzung laden zum Verweilen ein.
Die
Geschichte der fast 1.000 Jahre alten Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten wie
Dom, Marientor und Stadtkirche St. Wenzel sind vielfältig miteinander
verknüpft. Spannend zeigt sich die reformatorische Entwicklung. Ein Meilenstein
in der Kirchengeschichte war die Einsetzung des weltweit ersten evangelischen
Bischofs durch Martin Luther im Naumburger Dom. Er hat einen Ehrenplatz an der
Kanzel erhalten.
Zwei Mal war
Luther nachweislich in Naumburg. Auf seiner Reise zum Reichstag nach Worms
machte er vom 4. bis 5. April 1521 Station in Naumburg. Wie es heißt, sei die
ganze Stadt auf den Beinen gewesen, um den Wittenberger Mönch zu sehen.
Dem Besuch
Luthers waren Bestrebungen des Kurfürsten vorausgegangen, ein evangelisches
Bistum einzurichten. Das Domkapitel war damit nicht einverstanden, hatte es
doch schon ein Jahr zuvor Julius von Pflug, einen Mann des Papstes, zum neuen
Bischof von Naumburg-Zeitz gewählt und damit versucht, der Entscheidung des
Kurfürsten zuvorzukommen.
Die
Bischofsweihe und Einführung fand am 20. Januar 1542 im Naumburger Dom statt.
Luther selbst bestieg die Stufen des Ostlettners, um hier in einer sehr
gewaltigen Predigt über das Bischofsamt zu reden. Zum Schluss kniete Amsdorf
vor Luther nieder, gelobte Treue zum Amt und wurde durch Handauflegen geweiht.
Wir verabschieden
uns von der Gruppe und Reisen weiter in den nördlichen Harz auf der Suche nach
dem absoluten Kick. Wir sagen besten Dank an Dieter für die Interessanten
geologischen Gegebenheiten in diesem Teil Deutschlands und wünschen allen eine
gute Heimreise und vor allem Gesundheit.
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