Mittwoch, 12. Juli 2017

Naumburger Dom.

Für Weltkulturerbe hatte es letzte Woche nicht gereicht.
Der Naumburger Dom zählt zu den bedeutendsten Kathedralbauten des europäischen Hochmittelalters und ist der Besuchermagnet an der Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt. Vier einflussreichen Sponsoren ist es zu verdanken das der sakrale Bau vollendet werden konnte, da lauerten keine Erben auf das Vermögen.
Am Vorabend schon mal die äußere Hülle in Augenschein genommen, Menschenleere Gassen alle Lokalitäten geschlossen. Die Wetterprognosen abgeschätzt, geht es morgens um 10:00 Uhr auf zur ersten Führung. Ausgestattet mit Anhänger zur Fotogenehmigung kann es losgehen zum 90 Minuten Kulturgang.
Die einzigartigen Kunstwerke der Stifterfiguren im West Chor machten nicht nur die schönste Frau des Mittelalters Markgräfin Uta, sondern auch ihren Schöpfer, den Naumburger Meister, weltberühmt. Mit der ältesten Steinskulptur der Heiligen Elisabeth von Thüringen.

Neo Rauch gestaltete die Fenster mit Szenen aus dem Leben der Heiligen Elisabeth und den von Lucas Cranach geschaffenen Altarflügeln befinden sich weitere kostbarste Kunstschätze im Dom und Domschatzgewölbe.
In 2011 wurde der Domgarten eröffnet, alter Baumbestand Rebsorten und schöne Steinmauern mit Bepflanzung laden zum Verweilen ein.
Die Geschichte der fast 1.000 Jahre alten Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten wie Dom, Marientor und Stadtkirche St. Wenzel sind vielfältig miteinander verknüpft. Spannend zeigt sich die reformatorische Entwicklung. Ein Meilenstein in der Kirchengeschichte war die Einsetzung des weltweit ersten evangelischen Bischofs durch Martin Luther im Naumburger Dom. Er hat einen Ehrenplatz an der Kanzel erhalten.
Zwei Mal war Luther nachweislich in Naumburg. Auf seiner Reise zum Reichstag nach Worms machte er vom 4. bis 5. April 1521 Station in Naumburg. Wie es heißt, sei die ganze Stadt auf den Beinen gewesen, um den Wittenberger Mönch zu sehen.
Dem Besuch Luthers waren Bestrebungen des Kurfürsten vorausgegangen, ein evangelisches Bistum einzurichten. Das Domkapitel war damit nicht einverstanden, hatte es doch schon ein Jahr zuvor Julius von Pflug, einen Mann des Papstes, zum neuen Bischof von Naumburg-Zeitz gewählt und damit versucht, der Entscheidung des Kurfürsten zuvorzukommen.
Die Bischofsweihe und Einführung fand am 20. Januar 1542 im Naumburger Dom statt. Luther selbst bestieg die Stufen des Ostlettners, um hier in einer sehr gewaltigen Predigt über das Bischofsamt zu reden. Zum Schluss kniete Amsdorf vor Luther nieder, gelobte Treue zum Amt und wurde durch Handauflegen geweiht.
Wir verabschieden uns von der Gruppe und Reisen weiter in den nördlichen Harz auf der Suche nach dem absoluten Kick. Wir sagen besten Dank an Dieter für die Interessanten geologischen Gegebenheiten in diesem Teil Deutschlands und wünschen allen eine gute Heimreise und vor allem Gesundheit.

Keine Kommentare: