So werden die
Rheinländer und Homesitter in Berlin von den Russen in Uglitsch empfangen.
Der
Männerchor singt ein Vater unser in der Kathedrale, zwischen zeitlich In einer ehemaligen
Kirche das zur Sowjetzeit ein Kino war und heute ein Museum.
Bruni ist so begeistert das eine CD unbedingt gekauft werden musste. Während des Gesangs hatte sie Tränen in den Augen und stand spontan zum Applaus auf.
Uglitsch
wurde im Jahre 937 erstmals erwähnt und ist eine der Städte des Goldenen Ringes
um Moskau. Der Name der Stadt stammt nach Meinung einiger Historiker vom
russischen Wort ugol, Ecke, ab,
da die Wolga nahe der Stadt einen knickähnlichen Bogen macht. Einige Schiffe
liegen schon am Kai.
Während
der Zeit der mongolischen Eroberungszüge im europäischen Russland im 13.
Jahrhundert wurde die Stadt mehrmals niedergebrannt und verwüstet. Nach 1450
hatte Uglitsch zeitweise eine überregionale Bedeutung als Handelszentrum und
prägte auch eigene Münzen. Ebenfalls im 15. Jahrhundert ließ Fürst Andrei einen
Kreml in der Stadt errichten, also eine für altrussische Städte typische, mit
einer Mauer und Wachtürmen umgebene Festung. Bis in die erste Hälfte des 20.
Jahrhunderts hinein gab es in Uglitsch kaum Industrie und auch keinen
Eisenbahnanschluss. Erst in der Zeit nach der Oktoberrevolution begann sie sich
hier zu entwickeln, nachdem in den 1930er-Jahren nahe Uglitsch ein Wasserkraftwerk
errichtet wurde.
In
Uglitsch stand ein Kriegsgefangenenlager Nr. 221 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.
Partnerstadt von Uglitsch ist Idstein im Taunus.
Wir
beginnen unsere Besichtigung mit der barocken Christi-Verklärungs-Kathedrale.
Sie besticht außen durch ihr feierliches Weiß-Gelb, mit dem freistehenden
Glockenturm. Im Inneren sind üppige Fresken und überwältigenden Ikonostase.
Weiter
geht der Spaziergang zur Dimitri-Blut-Kirche. Blaue, sternenverzierte
Zwiebeltürmchen und karminrote, weiß abgesetzte Fassaden mit grünen Dächern
verleihen dem Gotteshaus, das Ende des 17. Jahrhunderts zum Gedenken an einen
unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommenen Zarensohn errichtet wurde,
einen sehr auffälligen Charakter, der durch die Lage direkt am Fluss noch
verstärkt wird.
Anschließend
bleiben fast zwei Stunden Zeit, um Uglitsch auf eigene Faust. Chopping auf dem
Russen Markt ist angesagt, leider keine Bilder in der Passform von Prag. Dafür
ein paar Eindrücke von den Einheimischen. Für 50 Rubel wird: Auf Wiedersehen
gespielt.
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