Dienstag, 14. Juli 2015

Uglitsch.

So werden die Rheinländer und Homesitter in Berlin von den Russen in Uglitsch empfangen.
Der Männerchor singt ein Vater unser in der Kathedrale, zwischen zeitlich In einer ehemaligen Kirche das zur Sowjetzeit ein Kino war und heute ein Museum.
Bruni ist so begeistert das eine CD unbedingt gekauft werden musste. Während des Gesangs hatte sie Tränen in den Augen und stand spontan zum Applaus auf.
Uglitsch wurde im Jahre 937 erstmals erwähnt und ist eine der Städte des Goldenen Ringes um Moskau. Der Name der Stadt stammt nach Meinung einiger Historiker vom russischen Wort ugol, Ecke, ab, da die Wolga nahe der Stadt einen knickähnlichen Bogen macht. Einige Schiffe liegen schon am Kai.
Während der Zeit der mongolischen Eroberungszüge im europäischen Russland im 13. Jahrhundert wurde die Stadt mehrmals niedergebrannt und verwüstet. Nach 1450 hatte Uglitsch zeitweise eine überregionale Bedeutung als Handelszentrum und prägte auch eigene Münzen. Ebenfalls im 15. Jahrhundert ließ Fürst Andrei einen Kreml in der Stadt errichten, also eine für altrussische Städte typische, mit einer Mauer und Wachtürmen umgebene Festung. Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein gab es in Uglitsch kaum Industrie und auch keinen Eisenbahnanschluss. Erst in der Zeit nach der Oktoberrevolution begann sie sich hier zu entwickeln, nachdem in den 1930er-Jahren nahe Uglitsch ein Wasserkraftwerk errichtet wurde.
In Uglitsch stand ein Kriegsgefangenenlager Nr. 221 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs. Partnerstadt von Uglitsch ist Idstein im Taunus.

Wir beginnen unsere Besichtigung mit der barocken Christi-Verklärungs-Kathedrale. Sie besticht außen durch ihr feierliches Weiß-Gelb, mit dem freistehenden Glockenturm. Im Inneren sind üppige Fresken und überwältigenden Ikonostase.
Weiter geht der Spaziergang zur Dimitri-Blut-Kirche. Blaue, sternenverzierte Zwiebeltürmchen und karminrote, weiß abgesetzte Fassaden mit grünen Dächern verleihen dem Gotteshaus, das Ende des 17. Jahrhunderts zum Gedenken an einen unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommenen Zarensohn errichtet wurde, einen sehr auffälligen Charakter, der durch die Lage direkt am Fluss noch verstärkt wird.




Anschließend bleiben fast zwei Stunden Zeit, um Uglitsch auf eigene Faust. Chopping auf dem Russen Markt ist angesagt, leider keine Bilder in der Passform von Prag. Dafür ein paar Eindrücke von den Einheimischen. Für 50 Rubel wird: Auf Wiedersehen gespielt.

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