Samstag, 18. Juli 2015

Werchnije Mandrogi.

Russlands Antwort auf das Phantasialand und Freilichtmuseum Kommern.
Mandrogi ist ein ehemaliges Fischerdorf, das sich seit der Eröffnung der Flussverbindung bis zur Ostsee, besonders unter dem Zaren Peter dem Großen, kontinuierlich entwickelte. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gab es auf der Insel 29 Höfe mit mehr als 100 Einwohnern, die dem Volk der Wepsen angehörten. Am Ende des Krieges wurde der Ort durch einen Brand vollständig zerstört, die Menschen zogen weg. Die verbleibenden steinernen Fundamente der Gebäude wurden schrittweise von der Natur zurückerobert.
Anfang der 1990er-Jahre kaufte ein reich gewordener Russe das Gebiet und die Überreste des ehemaligen Dorfes. Er lud die besten Holzbaukünstler Russlands ein, die hier ihre altrussische Baukunst zu demonstrieren. Bis zum Jahr 1996 entstand das frühere Fischerdorf nun als Museumsdorf völlig neu.
Jedes Kreuzfahrtschiff hat Mandrogi als Anlaufstelle in seinem Programm, sodass die Anzahl an Tagesgästen natürlich beträchtlich ist. Damit alle schnell zu ihrem obligatorischen Schaschlik, laut Katalog, kommen gibt es aber Hähnchen und Gemüse vom Grill, mit deftiger Musikunterstützung.
Ein Museumsdorf in altrussischem Stil zu errichten. Heute finden sich hier traditionelle Handwerksbetriebe, Hotels, Gasthäuser und Souvenirshops; es gibt aber auch Museen und wunderschöne Wohngebäude im Stil altrussischer Adelshäuser.
Ein Rundgang durch den Märchenwald mit Kleintierzoo, über eine mit Seilen betriebene Fähre kommen wir zurück zur Hauptinsel. Dem Berichterstatter geht es wieder besser, die Rache des Iwan des Schrecklichen scheint überwunden, wenn das auf dem Bild auch so nicht zu sehen ist.
Wir befahren mittlerweile den Swir, der den Onega See mit dem tiefer gelegenen Lagado-See verbindet und gleichzeitig eine wichtige Wasserstraße ist. Er zieht sich durch dichte Wälder am Südrand Kareliens; nur selten sieht man kleine Siedlungen, die fast ausschließlich aus Holzhäusern bestehen.

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